Radsport
Die Eigeninitiative wird bei Rundstreckenrennen belohnt

Beim Rundstreckenrennen in Schwarzhäusern gewann mit Daniel Henggeler verdientermassen der aktivste Fahrer. In allen Alterskategorien, von den U11 bis zu den Masters, waren spannende Rennen zu sehen.

Hans Peter Schläfli
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Trotz ungewohnter Chef-Order: Daniel Henggeler fährt als Erster über die Ziellinie. Schläfli

Trotz ungewohnter Chef-Order: Daniel Henggeler fährt als Erster über die Ziellinie. Schläfli

Einst gehörte am Ostermontag der Schweizer Cupfinal fest ins sportliche Programm, heute ist es das traditionsreiche Radrennen in Schwarzhäusern, das an diesem Festtag viele Zuschauer aus der Region anzieht. Das Rundrennen ist attraktiv, weil die Fahrer rund alle fünf Minuten vorbeibrausen. Die 3150 Meter jeder Runde weisen nicht nur viele scharfe Kurven auf, sondern auch einen steilen Anstieg, der manchem Fahrer wie eine Wand vorgekommen sein dürfte.

In allen Alterskategorien, von den U11 bis zu den Masters, waren spannende Rennen zu sehen. Der Tag hatte eigentlich nur einen kleinen Schönheitsfehler: Kein neues Talent aus der Region konnte in Schwarzhäusern entdeckt werden.

Vorsprung von 45 Sekunden

Die Elitefahrer absolvierten die 32 selektiven Runden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von fast 43 Stundenkilometern. Früh setzte sich eine Dreiergruppe mit Jonas Elmiger (Hörmann), Schweizer Meister Mirco Saggiorato (EKZ) und Bernhard Oberholzer (Atlas) ab. Doch bei Rennhälfte begann der Vorsprung rasch zu schmelzen und es kam zum Zusammenschluss. Zehn Runden vor Schluss griffen der Leimiswiler Lukas Flückiger (Trek World), der Bubiker Simon Zahner (EKZ) und Daniel Henggeler (Atlas) aus Oberägeri an. Rasch holten diese drei einen Vorsprung von biszu 45 Sekunden heraus.

Doch als nur noch sechs Runden fehlten, gab das Altlas-Team die Order heraus, dass Henggeler nicht mehr führen darf, und das geschlossene gelb-blaue Team machte auf den letzten 10 Kilometern an der Spitze des Verfolgerfeldes mächtig Tempo. «Sie dachten wohl, dass ich im Sprint gegen Simon Zahner keine Chance hätte», analysierte Henggeler nach der Siegerehrung. «Als ich hörte, dass ich nicht mehr führen darf, da war ich schon etwas enttäuscht.» Und tatsächlich: Beim letzten Aufstieg erfolgte der totale Zusammenschluss.

Team Atlas mit Doppelsieg

Von den drei eingeholten Fahrern liess sich nur Henggeler nicht unterkriegen. Er behauptete sich in der Spitzengruppe. «Weil ich mich auf den letzten beiden Runden sehr gut erholen konnte, riss ich mich nochmals zusammen, und es hat geklappt», erklärte er, wie ihm der Beweis gelang, dass die Chef-Order gleichzeitig falsch und richtig war. «Mein Glück war es, dass ein Fahrer von EKZ bis zur zweitletzten Kurve führte und dann mein Teamkollege Pirmin Lang die Spitze übernahm. Als wir auf die Zielgerade einbogen, konnte keiner mehr von hinten aufschliessen und ich gewann den Sprint.» Und dieser Sieg war mehr
als verdient: Als aktivster Fahrer des Tages setzte sich Daniel Henggeler durch, obwohl sein eigenes Team nicht auf ihn setzen wollte – und Atlas feierte so sogar einen Doppelsieg.

Weitere Infos: www.rv-schwarzhaeusern.ch

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