Handball NLB
«Das Spiel war enorm wichtig für uns»: Der TV Solothurn will den Schwung aus dem Cup in die Meisterschaft mitnehmen

Lediglich eines der ersten fünf NLB-Spiele hat der TV Solothurn für sich entscheiden können. Trainer Martin Prachar bleibt aber weiter optimistisch.

Nicolas Blust
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Der TV Solothurn will den Aufwind aus dem Cup-Spiel in die Meisterschaft mitnehmen.

Der TV Solothurn will den Aufwind aus dem Cup-Spiel in die Meisterschaft mitnehmen.

Hans Peter Schläfli

Es war eine Art Befreiungsschlag, der dem NLB-Team des TV Solothurn am vergangenen Mittwoch gelungen ist. Im Mobiliar Handball Cup gelang dem Team von Martin Prachar gegen den Erstligisten West HBC ein souveräner 34:12-Sieg. Nach schweren Wochen mit vielen Niederlagen feierten die Solothurner endlich wieder mal ein Erfolgserlebnis.

«Das Cup-Spiel war enorm wichtig für uns», sagt auch TVS-Trainer Martin Prachar. Der Kantersieg gab der jungen Solothurner Mannschaft das Selbstvertrauen zurück, das ihr in den Wochen davor augenscheinlich fehlte.

Martin Prachar, Trainer des TV Solothurn Handball.

Martin Prachar, Trainer des TV Solothurn Handball.

Hans Peter Schläfli

Nun gilt es, den Schwung aus dem Cup-Spiel in die Meisterschaft mitzunehmen. Denn in der NLB läuft der TV Solothurn seinen eigenen Ansprüchen deutlich hinterher. Lediglich einen Sieg konnten die Männer von Martin Prachar in den ersten fünf Spieltagen einfahren. Das bedeutet in der Zwischenbilanz nur Rang 13, lediglich das sieglose Biel hat eine noch schlechtere Bilanz.

Verletzungen und Absenzen machen sich bemerkbar

Die Gründe für den schwachen Saisonstart sind indes schnell gefunden. Momentan stehen Prachar sechs seiner Spieler aufgrund von Verletzungen nicht zur Verfügung. Eine Hypothek, die das unerfahrene Team bisher nicht wegstecken konnte. Gerade in der Defensive ist die dünne Personaldecke mehr als offensichtlich. Mit 154 Gegentoren in fünf Spielen stellt der TVS die schlechteste Abwehr der gesamten Liga. Eine Situation, die auch Prachar zu denken gibt:

«Wir haben Probleme in der Abwehr. Vor allem über die Aussenpositionen kriegen wir zu viele einfache Gegentore.»

Er müsse seine Spieler aber ein wenig in Schutz nehmen, da die Abwehr vor jedem Spiel umgestellt werden muss. «Wir haben in der Abwehr noch nie in der gleichen Konstellation spielen können», so Prachar. Trotzdem sei das keine Ausrede für die schwache Abwehr-Bilanz. «Es fehlt bei uns in der Abwehr der Zusammenhalt, unabhängig davon, wer gerade spielt», sagt Prachar nachdenklich. Entsprechend wurde der Fokus im Training gesetzt.

Viele Absenzen im Training erschweren Prachars Arbeit

Dort zeigt sich aber bereits die nächste Schwierigkeit. Lediglich am Freitag steht dem Trainer sein kompletter Kader zur Verfügung. In den restlichen Trainings muss er auf die Spieler verzichten, die mit einem NLA-Klub eine Doppellizenz besitzen. Entsprechend schwierig ist es, die Abläufe einzustudieren und eine gewisse Routine zu entwickeln.

Trotzdem ist Prachar weiter zuversichtlich, dass das Saisonziel, eine Platzierung in der oberen Tabellenhälfte, immer noch realistisch ist:

«Wir haben viele gute Leute, deswegen habe ich ein gutes Gefühl, dass wir wieder zurück in die Erfolgsspur finden.»

Wenn dann noch die verletzten Spieler zurückkommen, ist weiterhin alles möglich.

Die Heimstärke soll den Solothurnern helfen

Zudem gilt es zu bedenken, dass die Solothurner erst ein Spiel zu Hause bestreiten durften. In den engen Spielen, und davon gab es einige, könne das ein entscheidender Faktor sein. Entsprechend bleiben die Solothurner trotz schwachem Saisonstart ruhig.

«Wir arbeiten sehr hart und glauben weiter an uns.»

Am Samstag hat das NLB-Team des TV Solothurn bereits die nächste Möglichkeit, einen Schritt in die richtige Richtung zu machen. Gegen den Drittplatzierten Gossau ist die Ausgangslage zwar denkbar schwer, aber es kehren bereits die ersten Verletzten zurück. Und das Spiel findet vor Heimpublikum statt.

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