Eishockey NLB

Olten verliert in Rapperswil - Truttmanns Vertragsverlängerung bewegt neben dem Platz

Im ersten Drittel einer der Auffälligsten Oltner: Ueli Huber.

Im ersten Drittel einer der Auffälligsten Oltner: Ueli Huber.

Nach einer einwöchigen Pause war es für die Dreitannenstädter am Obersee ein Abend zum vergessen. Es gelang der Mannschaft von Maurizio Mansi nie richtig den Tritt zu finden. Zu viele Strafen bremsten die Oltner immer wieder aus. Die Reaktion kam letztlich zu spät.

Eine Rute, das hätte Marco Truttmann von den EHCO-Fans wohl zum gestrigen Samichlaustag nach dem wochenlangen Hin und Her erhalten, hätte er sich doch für einen Wechsel zum Erzrivalen SC Langenthal entschieden. Die Anzeichen hatten sich in den letzten Tagen noch einmal verdichtet, als Langenthals Sportchef Gian Kämpf dieser Zeitung sagte, man werde die Verhandlungen mit Truttmann wieder aufnehmen.

Dann, zum gestrigen Samichlaustag, ging es plötzlich ganz schnell: Marco Truttmann wird weiterhin grünweiss spielen, verkündete der EHC Olten in einer Medienmitteilung. Er hat unter die Vertragsofferte, die er bereits im November vorgelegt bekam, endlich eine Unterschrift gesetzt und damit Klarheit geschaffen: Der produktivste Schweizer EHCO-Spieler wird auch die nächsten drei Jahre für Olten auflaufen.

Köbi Kölliker ist erleichtert: «Wir wissen um die aussergewöhnlichen Qualitäten von Marco Truttmann. Er ist sehr wichtig für uns. Ein Spieler, der für den Unterschied sorgen kann. Marco ist motiviert, mit uns die nächsten Schritte zu gehen», lässt sich der EHCO-Sportchef in der Mitteilung zitieren. Doch warum das langzeitige Ringen um den abschlussstarken Stürmer? Kölliker präzisiert vor dem Spiel gegen Rapperswil-Jona: «Es ging nie wirklich um Geld. Marco Truttmann hatte noch Fragen zu einzelnen Details des Vertrages, die wir klären konnten.» Unklarheiten, die aus dem Weg geräumt sind. Diese Aussage bestätigt Marco Truttmann auch selber.

Der fehlende Titel mit Olten

Truttmann hatte am vergangenen Donnerstag mit den EHCO-Verantwortlichen ein finales Gespräch. Danach nutzte er die drei freien Tage, die Trainer Maurizio Mansi dem gesamten Team gönnte, um in seiner Heimat in Brunnen SZ die Batterien aufzuladen. Schliesslich bekannte er sich am Montagnachmittag zum EHC Olten. «Ich fühle mich wohl in Olten und bin überzeugt, dass ich meinen Beitrag dazu leisten kann, unsere Ziele zu erreichen», so Truttmann gestern nach dem Spiel in Rapperswil-Jona.

Es sind imposante Zahlen, die Truttmann im EHCO-Dress vorweisen kann: In 239 Spielen gelangen dem 31-Jährigen 289 Skorerpunkte. Der Schwyzer stammt aus der Nachwuchsabteilung des EV Zug, stieg mit dem EHC Biel 2008 in die NLA auf. 2012 verabschiedete sich Truttmann bis heute von der NLA und wechselte zum EHC Olten. Seither erreichte der EHCO einen Qualifikationssieg und kämpfte sich zweimal bis den NLB-Playoff-Final vor - aber eben fehlt der Nummer 94 einen Titel im Kleinholz, was «Trutti» von kritischen Stimmen immer wieder zu hören bekommt.

Das soll sich nun ändern. Dass der Druck nach dem Hin und Her mit Langenthal in unmittelbarer Zeit zunimmt, sieht Truttmann eher gelassen. «Ich weiss, was ich leisten muss. Ich spürte den Druck schon in all den Jahren zuvor», sagt Truttmann und erinnert gleichzeitig daran, dass Eishockey ein Mannschaftssport sei. «Wir haben eine Mission in Olten. Und diese habe ich noch längst nicht beendet», sagt er.

Eine Aussage, mit der sich Truttmann am Samichlaustag sogar noch mehr als Mandarinli und Nüssli verdient hat.

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