Volleyball
Ist Schönenwerd bereit oder kassiert das Team den K.-o.-Schlag?

Drei Tage vor dem Cupfinal gegen Jona muss Volley Schönenwerd im Halbfinal-Rückspiel in Genf eine 0:3-Niederlage wettmachen.

Raphael Wermelinger
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Kann Liam Sketchers Team das Ruder im Halbfinal-Rückspiel noch herumreissen?

Kann Liam Sketchers Team das Ruder im Halbfinal-Rückspiel noch herumreissen?

Jörg Oegerli

Anfang Februar hatten sie Chênois zum Abschluss der Qualifikation noch mit 3:1 geschlagen. Im Halbfinal-Hinspiel am Samstag gingen die Schönenwerder gleich mit 0:3 unter. Und handelten sich damit eine sehr hohe Hypothek ein. Sie müssen das heutige Rückspiel in Genf in drei oder vier Sätzen gewinnen und sich danach auch im entscheidenden «Golden Set» durchsetzen, um es in den Playoff-Final gegen Amriswil zu schaffen.

«Es war ein sehr schlechtes Volleyballspiel. In einem Halbfinal darf man von beiden Teams mehr erwarten», schaut Schönenwerds Sportchef Bujar Dervisaj auf das erste Aufeinandertreffen zurück. Ein Blick auf die Statistiken genüge, verweist er insbesondere auf die 30 Fehler, welche die Schönenwerder produzierten. «Mit so vielen individuellen Fehlern gibst du einem schwächeren Team die Chance auf den Sieg», sagt er. Auch bei den Blocks (9:4) und den Assen (4:1) lagen die Genfer vorne.

Der neue Pole ist der einzige Leidtragende der Pause

Von den vorangegangenen zehn Spielen in diesem Jahr hatte Volley Schönenwerd nur eines verloren. Am Samstag schnupperte das Team von Headcoach Liam Sketcher nur beim 23:25 im dritten Durchgang an einem Satzgewinn. Sportchef Dervisaj kann sich den fehlerhaften Auftritt der Mannschaft nicht erklären: «Diese hohe Fehlerquote hätte ich nicht erwartet.» Die beinahe zweiwöchige Zwangspause wegen eines Coronafalls sei zwar ein Faktor, aber nicht der entscheidende für die klare Niederlage. «In so einer harten Saison kann eine Pause sogar gut sein für die Regeneration», sagt er. Vor allem weil einige Leistungsträger von kleineren Blessuren geplagt werden.

«Ich denke, die Spieler haben die Niederlage gut verarbeitet, werden die richtige Einstellung zeigen und ein super Spiel abliefern», sagt Schönenwerds Sportchef Bujar Dervisaj.

«Ich denke, die Spieler haben die Niederlage gut verarbeitet, werden die richtige Einstellung zeigen und ein super Spiel abliefern», sagt Schönenwerds Sportchef Bujar Dervisaj.

Bruno Kissling

Schlimm sei der Unterbruch einzig für den Polen Stanislaw Wawrzynczyk gewesen. Ihn hatten die Schönenwerder im Verlauf der Viertelfinalserie gegen Jona für den verletzten Albaner Redjo Koci geholt. «In Polen hat er vor seinem Wechsel nur zweimal pro Woche trainiert», sagt Dervisaj. «Er hätte die Trainings sicher gebrauchen können, um sich schneller in die Mannschaft integrieren zu können und die Abstimmung mit den neuen Mitspielern zu verbessern.» Bei seinem zweiten Einsatz für Volley Schönenwerd wurde Wawrzynczyk im Verlauf des zweiten Satzes von Headcoach Liam Sketcher aus dem Spiel genommen. «Im Sport hat jeder einmal einen schlechten Tag. Ich bin guter Dinge, dass er uns noch helfen wird», sagt Dervisaj.

Die Hauptprobe für den Cupfinal am Samstag

Ob er dies auch in einer Best-of-5-Finalserie gegen Amriswil tun wird, darüber entscheide insbesondere der mentale Bereich, ist der Sportchef überzeugt: «Bist du ready für den Fight oder behältst du die Deckung unten und lässt dich k. o. schlagen – das muss sich jeder Spieler fragen. Ich denke, sie haben die Niederlage gut verarbeitet, werden die richtige Einstellung zeigen und ein super Spiel abliefern.»

Nicht mehr dabei ist Captain Leandro Gerber, für den die Saison nach einer Verletzung am Meniskus gelaufen ist. Obwohl sich auch die Genfer noch steigern können, glaubt Dervisaj an eine Wende im heutigen Rückspiel. «Wir sind jetzt der klare Aussenseiter. In der Rolle des Underdogs haben wir bis jetzt immer gute Spiele abgeliefert.» Um erfolgreich zu sein, brauche es schnelle und einfache Entscheide von den Spielern. «Der zweite Halbfinal ist auch eine Hauptprobe für den Cupfinal gegen Jona am Samstag», sagt Bujar Dervisaj.

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