Volleyball
Libero Julian Fischer über die Quarantäne: «Volleyballspielen verlernt man nicht in einer Woche»

Nach der Zwangspause warten innert einer Woche die beiden Partien des Playoff-Halbfinals gegen Chênois und der Cupfinal gegen Jona auf Volley Schönenwerd.

Raphael Wermelinger
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Libero Julian Fischer will mit den Schönenwerdern auch am Samstag im Halbfinal gegen Chênois jubeln.

Libero Julian Fischer will mit den Schönenwerdern auch am Samstag im Halbfinal gegen Chênois jubeln.

Jörg Oegerli

Am Mittwoch schaffte Amriswil mit dem dritten Sieg in der Halbfinalserie gegen Lausanne den Einzug in den Playoff-Final. Der Gegner der Thurgauer wird erst am kommenden Mittwoch feststehen. Denn Schönenwerd und Chênois konnten noch gar nicht loslegen. Kurz vor dem Auftakt der Best-of-5-Serie am 6. März wurde ein Mitglied des Schönenwerder Betreuerstabs positiv auf das Coronavirus getestet, worauf sich das ganze Team in Quarantäne begeben musste.

Es war bereits der zweite Fall bei den Schönenwerdern in der laufenden Meisterschaft. «Man darf nicht zu lange daran herumstudieren. Man muss es einfach akzeptieren und versuchen, sich so gut wie möglich auf die zukünftigen Aufgaben vorzubereiten», sagt Libero Julian Fischer. Wie seine Mitspieler verbrachte er die ganze vergangene Woche in Quarantäne. «Wir mussten uns zu Hause individuell fit halten – das klappte eigentlich recht gut», blickt Fischer zurück. Der 24-Jährige hat nicht das Gefühl, dass die Zwangspause das Team zurückgeworfen habe.

Weil alle Spieler negativ getestet wurden, durfte das Team die Quarantäne nach sieben Tagen verlassen. Es sei interessant gewesen, zu sehen, wie unterschiedlich die Teamkollegen auf den Unterbruch reagierten, erläutert Fischer: «Bei den einen war das Ballgefühl gleich wieder da. Bei anderen stimmte das Timing noch nicht wirklich. Ins­gesamt haben wir diese Woche sehr gut trainiert.» Am wichtigsten sei dabei, wieder ein gutes Gefühl zu bekommen. «Volleyballspielen verlernt man nicht in einer Woche», sagt Fischer.

Keine Stars im Kader, dafür variabel und gefährlich

Somit steht dem Start des Halbfinals nichts mehr im Wege. Die Best-of-5-Serie wurde verkürzt. Der zweite Finalteilnehmer wird in einem Hin- und einem Rückspiel ermittelt. Schönenwerd beginnt am Samstag zu Hause, die Entscheidung fällt am Mittwoch in Genf. Der neue Modus ändert in Fischers Augen nichts an der Ausgangslage. «Wir haben auf jeder Position genug Qualität. Wenn wir so ruhig spielen wie in den zehn bisherigen Spielen im Jahr 2021, dann kommt es gut», wägt er ab. «Ein ganz wichtiges Element ist sicher die Service-Annahme.» Für Schönenwerd spreche auch das ausgeglichene Kader. «Wir haben keine Stars und können auf allen Positionen punkten. Das macht unser Spiel variabel und gefährlich», sagt er.

Im Februar entschieden die Schönenwerder das zweite Kräftemessen mit den Genfern mit 3:1 für sich – in der Vorrunde im Dezember hatten sie noch den Kürzeren gezogen. Chênois beendete die Qualifikation direkt vor Schönenwerd auf Platz zwei mit drei Punkten mehr auf dem Konto. «Sie haben sehr gute Einzelspieler wie zum Beispiel Brzakovic oder Djokic, die ein Spiel entscheiden können, wenn sie einen Lauf haben», weiss Julian Fischer. «Wir müssen konstant dagegenhalten, mit einer soliden Annahme sowie guten Aufschlägen, und unsere Sideouts durchbringen, damit sie nicht in einen Flow kommen.»

Fischer absolviert aktuell die sechste Saison in der NLA für Schönenwerd. Mit seinen Leistungen in der laufenden Kampagne zeigt er sich sehr zufrieden. «Ich habe Fortschritte gemacht, das ist immer wichtig», sagt er. Seine Rolle im Team habe sich insofern verändert, dass er auf und neben dem Feld mehr Verantwortung übernehme. «Auf dem Feld bin ich sicher konstanter geworden. Das ist wichtig für einen Libero und kommt natürlich auch mit der Erfahrung, die ich doch langsam habe.»

Mit dem Halbfinal-Hinspiel vom Samstag beginnt für die Schönenwerder die Woche der Wahrheit. Nach den zwei Halbfinalpartien steht am 27. März der Cupfinal gegen Jona an. «Gedanklich bin ich mit zwei Prozent schon beim Cupfinal, mehr nicht», sagt Fischer. «Wir sind glücklich, dass wir dem Klub und dem Umfeld mit dem Finaleinzug etwas zurückgeben konnten. Zuerst liegt der Fokus jetzt aber klar auf dem Halbfinal gegen Chênois.»

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