1. Liga Eishockey
Zuchwils Reaktion in Bellinzona glückte «primissima»

Erstligist EHC Zuchwil Regio reagiert auf die 1:5-Blamage gegen Adelboden und siegt in Bellinzona nach einem 2:3-Rückstand verdient mit 4:3.

Michael Schenk
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Matchwinner im Tessin: Routinier Zigerli sorgte für den Unterschied zu Gunsten von Zuchwil-Regio.

Matchwinner im Tessin: Routinier Zigerli sorgte für den Unterschied zu Gunsten von Zuchwil-Regio.

Michael Schenk

War die unmerkliche Moral bei der 1:5-Niederlage gegen Adelboden jüngst im Sportzentrum noch zentraler Kritikpunkt, so müssen sich die Spieler des EHC Zuchwil Regio diesmal diesbezüglich nichts ankreiden lassen. Gar nix. Nach der Desavouierung gegen die Oberländer zeigten sich die Solothurner in der Sonnenstube des Landes gegen Bellinzona wieder von ihrer Sonnenseite. Mit dem 4:3-Auswärtssieg bleibt das Team von Coach Manfred Reinhard damit in Tuchfühlung mit der Spitze.

Die Antwort nach der Leere

«Manchmal frage ich mich, was wir hier eigentlich machen», hatte Reinhard nach dem 1:5 gegen den Tabellenletzten Adelboden sinniert. «Sind wir hier, um Leistung zu bringen und so gut es geht vorne mitzuspielen und Erfolg zu haben, oder treffen wir uns viermal die Woche um es ein bisschen Spass zu haben miteinander...?» Traf nach dem Adelboden-Match noch eher Zweiteres als zutreffend zu, so zeigten die Zuchwiler im Centro Sportivo, dass durchaus Biss und Wille in ihren Knochen steckt. Diesmal waren man von der ersten Sekunde an parat.

Anderegg brachte die Gäste in der 5. Minute in Führung. Einen Vorsprung, den man in die erste Pause mitnehmen konnte und nicht, wie jüngst hie und da geschehen, gleich wieder versemmelte. Kurz nach Beginn des Mitteldrittels freilich schaffte Pinana den Ausgleich. Manuel Zigerli, letztlich mit drei Skorerpunkten der Mann des Spiels, war es dann, der Zuchwil erneut in Führung schoss.

Mittels Doppelschlag innerhalb von 203 Sekunden schienen die Ticinesi kurz darauf das Blatt indes zu wenden. Immerhin hatten die Truppe von Coach Pini zuletzt gegen Thun, Unterseen und Lyss drei Mal in Folge gewonnen. Doch Zuchwil Regio bewies nahe der Grenze vo Sopra- und Sottoceneri dass man nicht verlernt hat, wie man Moral buchstabiert. Neun Sekunden vor der zweiten Sirene glich Messerli zum 3:3 aus.

Ziegerlis golden Goal

Die «Tafel» für ein spannendes Schlussdrittel war damit angerichtet. Schliesslich war es dann in der 54. Minute der renommierteste Name im Ensemble von Zuchwil Regio, Manuel Zigerli, der das siegsichernde 4:3 für seiner Truppe markierte und damitden langen Ausflug per Car ans abgelegenste Auswärtsspiel der Saison mit drei Punkten krönte.

Der 27-jährige Bieler spielte fast 200-Mal für seinen Stammklub in der NLA und mehr als 200 Mal für Basel, La Chaux-de-Fonds und Ajoie in der NLB. Mit vier Treffern ist der ex Junioren-Internationale, der in seiner zweiten Saison in Zuchwil steht, nun zusammen mit Kaj Leienberger Topskorer seiner Equipe.

Für Zuchwil Regio folgen nun drei weitere Auswärtsspiele in Serie. Am Samstag (19.45) geht es nach Hasle-Rüegsau zum letztjährigen Qualisieger und auch diesjährigen Topfavoriten, EHC Brandis. Die Emmentaler belegen derzeit hinter Wiki-Münsingen Rang zwei. Zuchwil seinerseits ist nach dem Erfolg in Bellinzona auf Platz vier vorgerückt. Das nächste Heimspiel der Wasserämter findet am 5. November gegen Burgdorf statt.

Bellinzona - Zuchwil Regio 3:4 (0:1, 3:2, 0:1)

Centro Sportivo. - 123 Zuschauer. - SR: Stegmann. - Tore: 5. Anderegg (Röthlisberger, Vogt) 0:1. 21. Pinana (Schmid) 1:1. 23. Zigerli (Bösiger, Messerli) 1:2. 33. Camarda (Balerna, Scheidegger/Ausschluss gegen Zuchwil für zu viele Spieler auf dem Eis) 2:2. 37. Balerna (Masa) 3:2. 40 Messerli (Vogt, Zigerli/Ausschluss End) 3:3. 54. Zigerli (Ausschluss Scheidegger) 3:4. - Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Bellinzona; 4-mal 2 Minuten gegen Zuchwil Regio.

Bellinzona: Calanca; Guidotti, Scheidgger; Gianella, End; Buthey, Cocconi; Juri, Mengoni; Balerna, Masa, Schena; Pinana, Isabella, Schmid; Bionda, Bianchi, Camarda; Guidotti, Schnüriger, Albisetti.

Zuchwil Regio: Zaugg; Minder, Röthlisberger; Kühni, Bösiger; Anderegg, Felder; Born, Vogt, Messerli; Zigerli, Müller, Leuenberger; Hojac, Rohrbach, Sahli; Scherrer, Nydegger.