Cup-Halbfinal
Spitzenspiel bei eisigen Temperaturen – so schätzt FCB-Team-Arzt Markus Weber die Situation ein

Heute Abend findet der Cup-Halbfinal FCB gegen YB statt. Bei eisigen Temperaturen im zweistelligen Minusbereich. Kann diese enorme Kälte für die Spieler gefährlich werden? Wir haben beim Basler Sportarzt Arno Schmidt-Trucksäss und bei FCB-Teamarzt Markus Weber nachgefragt.

Olivia Meier
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Es wird eisig im Stade de Suisse in Bern, doch Schnee wird nicht auf dem Rasen liegen, das Stadion hat eine Bodenheizung. (Themenbild)

Es wird eisig im Stade de Suisse in Bern, doch Schnee wird nicht auf dem Rasen liegen, das Stadion hat eine Bodenheizung. (Themenbild)

Keystone

Wenn YB heute Abend den FC Basel im Stade de Suisse empfängt (die bz tickert live), werden eisige Minustemperaturen herrschen. Ist unter solchen Bedingungen ein Spitzenspiel überhaupt vertretbar?

Arno Schmidt-Trucksäss, Sportarzt und Leiter des Departements für Sport, Bewegung und Gesundheit der Uni Basel und der FCB-Teamarzt Markus Weber erklären, worauf es ankommt.

Klar ist für beide: Ein richtiges Aufwärmen ist beim heutigen Kälte-Spiel das A und O. "Das Betriebssystem muss quasi erstmal hochfahren. Bei einer Einwechslung muss der Spieler richtig warm sein, bevor es aufs Spielfeld geht", sagt Schmidt-Trucksäss.

Und das wird laut Teamarzt Weber so sein. "Die Spieler werden immer in Bewegung sein. Zudem tragen sie Thermounterwäsche und Handschuhe, die Ersatzbänke sind beheizt."

Wie Schmidt-Trucksäss betont, stellen Temperaturen von bis 15 Grad minus im Allgemeinen kein gesundheitliches Problem dar. Es gäbe jedoch sicher Personen, die auf die Kälte sehr empfindlich reagieren würden und Atembeschwerden bekommen könnten.

Laut Team-Arzt Weber gibt es aber beim FCB keinen einzigen Spieler, der an sogenannten kälteinduziertem Asthma leidet, wofür es Medikamente gäbe: "Unsere Spieler sind alle in einer sehr guten gesundheitlichen Verfassung." Er würde den Spielern raten, durch die Nase zu atmen, da sich so die Luft schneller erwärmt.

Ein Tee in der Pause

Für Weber ist klar: Die Leistungsfähigkeit der Spieler wird durch die Minustemperaturen nicht eingeschränkt. Man werde darauf achten, dass sie auch in der Pause schön warm bleiben und zum Aufwärmen mit heissen Getränken versorgt werden.

Aber, so Weber: "Unser Einlaufen werden wir intensiver gestalten." Auch die Verletzungsgefahr schätzt Weber nicht als höher ein. Vor allem, da die Platzverhältnisse im Stade de Suisse in Bern sehr gut sind und der Boden durch die Temperaturen nicht hart wird. Es gibt eine Rasenheizung.

Der Goalie in der Kälte

Für den Goalie wird es wohl eher ungemütlich, da er weniger in Bewegung ist. Aber: "Unsere Goalies sind Profis und wissen, wie sie sich verhalten müssen, damit sie nicht unterkühlen." Es sei auch beim Goalie wichtig, dass er immer in Bewegung bleibt, so Weber.

Sportarzt Schmidt-Trucksäss und Teamarzt Markus Weber sind sich einig: Für die Zuschauer, die zwei Stunden in der bitteren Kälte am Spielfeldrand sitzen müssen, wird es viel ungemütlicher als für die Spieler.

Weber rät schmunzelnd: "Die Zuschauer müssen sich anziehen, wie auf der Skipiste, nicht dass jemand aus den Rängen total auskühlt."

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