Super League
Erst Platzverweis, dann der sehenswerte Siegtreffer: Der FC Basel gewinnt in Sion mit 1:0 und festigt die Tabellenspitze

Nach der Länderspielpause ist für den FC Basel vor dem Beginn des zweiten Quartals. Der FC Sion hat einen neuen Trainer, YB hat Punkte liegen lassen und der FCZ hat den FCB in der Tabelle überholt. Doch Rotblau konnte dies im Sonntagsspiel in Sion ändern. Auch wenn nicht alles wie gewünscht funktionierte.

Jakob Weber
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Wer darf heute Jubelschreie von sich geben? FCB-Trainer Patrick Rahmen oder Sion-Präsident Christian Constantin?
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Die FCB-Fans kommen aus dem selbsterzeugten Rauch und nähren sich dem Tourbillon. Zum ersten Mal in dieser Saison ist der Gästesektor im Wallis wieder offen. Weil auch die personalisierten Tickets nicht mehr personalisiert sind, kommen heute auch die zuletzt durch Abwesenheit protestierenden Heimfans zurück ins Stadion. Es ist also alles angerichtet.
Auch im Stadion wird weiter kräftig gezündet.
Paolo Tramezzani ist zum dritten Mal Sion-Trainer. Zuletzt rettete er die Walliser 2020 vor dem Abstieg, forderte dann aber zu viel Geld. Ein gutes Jahr später peitscht der Italiener seine Mannen trotzdem an.
Pajtim Kasami spielt heute in vorderster Front, weil Arthur Cabral erst am Samstagmittag von der Länderspielreise zurückgekehrt ist.
Filip Stojilkovic hat die einzige und demzufolge auch die beste Chance im ersten Durchgang. Doch Heinz Lindner stellt sich ihm in den Weg. Und weil der FCB offeniv blass bleibt, steht im Tourbillon auf beiden Seiten die Null.
Valentin Stocker und Luca Zuffi schenken sich nichts. Es ist aber auch zu Beginn der zweiten Halbzeit viel Krampf im Spiel.
Auch Taulant Xhaka und Anto Grgic schenken sich im Luftduell nichts.
Eray Cömert kann sich gegen Filip Sojilkovic nur mit einem Foul helfen und weil der VAR sieht, dass Cömert letzter Mann ist, muss er mit Rot in die Kabine. Zu diesem Zeitpunkt sind 88. Minuten gespielt.
Edon Zhegrova diskutiert nur kurz mit Schiedsrichter Luca Cibelli über diesen Entscheid.
Denn er hat noch etwas anderes vor. Aus 18 Metern schlenzt Zhegrova den Ball vom Strafraumeck in den Winkel.
Kurz nach dem vorherigen Bild ist der Ball im Tor und Arthur Cabral jubelt mit dem Tourbillon im Hintergrund.
Ein spezielles Küsschen für den Torschützen gibts von Assistgeber Matias Palacios.
Edon Zhegrova zeigt es an: Drei Punkte hat der FC Basel heute dank ihm gewonnen.
Das hat ein spontanes kleines Siegesfest zur Folge, dem auch Patrick Rahmen beiwohnt.

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Das Spiel:

Eigentlich ist das Spiel schnell erklärt. Sion macht dem FCB durch seine aggressive Gangart und taktischer Geschlossenheit lange das Leben schwer und kommt selber gelegentlich zu gefährlichen Konterchancen. Doch weil Heinz Lindner im FCB-Tor zweimal stark pariert, steht bei Rotblau die Null.

Nachdem Eray Cömert dann nach VAR-Intervention in der 88. Minute mit Rot wegen Notbremse frühzeitig duschen muss und sich das Geschehen wieder vermehrt in der FCB-Hälfte stattfindet, haben die Walliser Oberwasser. Doch dann kommt Edon Zhegrova.

sfl

Nach einen schönen Diagonalball vom ebenfalls eingewechselten Matias Palacios zieht Zhegrova in die Mitte, wo er den Ball von der Strafraumkante nach ein paar Übersteigern mit links in den linken Winkel zimmert. Das 1:0 ist die Entscheidung und der Grund, warum der FCB mit einem Sieg ins zweite Saisonviertel startet und weiter von der Tabellenspitze grüsst.

Der Beste:

Natürlich: Edon Zhegrova. Eingewechselt in der 65. Minute kommt sein grosser Auftritt erst 25 Minuten später. In gewohnter Manier zieht er in die Mitte, wo er sehenswert zum entscheidenden 1:0 trifft. Es ist der zweite Saisontreffer des 22-jährigen Kosovaren. Das erste hatte er im Hinspiel gegen Sion erzielt. «Taulant Xhaka und auch andere Spieler sagten mir nach der Einwechslung: Wenn du die Chance hast, dann schiess. Das habe ich getan», so Zhegrova nach dem Spiel.

Das gab zu reden:

Pajtim Kasami spielt anstelle des erst am Samstag aus Brasilien zurückgekehrten Arthur Cabral von Beginn an im Sturm. Es dauert lange, bis sich Kasami auf der ungewohnten Position zurecht findet. Erst zu Beginn der zweiten Halbzeit kommt er zu drei Abschlüssen und einer gefährlichen Torchance, die Sion-Goalie Kevin Fickentscher vereitelt. Dass das Tor erst fällt, als Kasami draussen ist, ist aber bezeichnend. Auch Kasami weiss, dass das heute nicht sein Spiel war. Er sagt: «Es war schwierig in der Spitze. Jeder weiss, dass das nicht meine Position ist. Ich habe mein Bestes gegeben, wichtig ist aber, dass wir gewonnen haben. Der Rest ist Nebensache.»

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