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Breitenreiters Joker stechen: FC Zürich dreht das 277. Stadtderby und gewinnt 3:1

In einem spannenden Zürcher Derby müssen die Grasshoppers dem Stadtrivalen den Vortritt lassen: Trotz Rückstand gewinnt der FCZ mit 3:1. Entscheidend sind Breitenreiters Einwechslungen.

Pascal Kuba
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Im 277. Stadtderby geht der der FC Zürich als Sieger vom Platz.

Im 277. Stadtderby geht der der FC Zürich als Sieger vom Platz.

Claudio Thoma / freshfocus

Der Jubel nach dem Abpfiff war gross. Andre Breitenreiter streckte seine Arme in die Luft, umarmte seine Kollegen. Einmal mehr hatte der FCZ-Trainer alles richtig gemacht. Das Stadtderby gewonnen, die Siegesserie am Leben gehalten. Aber vor allem: die Siegtorschützen eingewechselt. «Die Mannschaft glaubt einfach an sich und lässt sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen» fasste ein sichtlich stolzer Breitenreiter nach dem Spiel passend zusammen.

Marchesano mit Pech, GC mit der Führung

Zu Beginn der Partie überwog der Rauch aus dem Fan-Sektor. Spielerisch brauchten beide Teams einige Minuten, um zur Derby-Intensität zu finden. Ein erstes Ausrufezeichen setzte GC-Captain Dominik Schmied. Mit einem strammen Distanzschuss prüfte er FCZ-Keeper Yanick Brecher. Danach war es weiterhin GC, das spielbestimmend agierte. Vor allem Hayao Kawabe wirbelte.

Er war der Auffälligste der ersten Minuten: Hayao Kawabe.

Er war der Auffälligste der ersten Minuten: Hayao Kawabe.

Walter Bieri / KEYSTONE

Dann erwachte der FC Zürich: Antonio Marchesano bekam zwei gute Torchancen, bevor ein Tor des 30-Jährigen wegen eines Fouls nicht gegeben wurde. Gerade, als mit einer Führung für den Super-League-Leader gerechnet werden durfte, schlugen die Grasshoppers zu. Bendeguz Bolla marschierte drei Minuten vor der Pause auf der rechten Seite durch und schlug eine abgefälschte Flanke in den Strafraum. Diese wurde immer länger, bis sie problemlos von Schmid zur Führung verwertet wurde.

Rückkehrer Ceesay leitet Wende ein

Die Freude bei GC hielt jedoch nicht lange an. Der zur Pause eingewechselte Topskorer der Zürcher, Assan Ceesay, köpfte unmittelbar nach Wiederanpfiff zum Ausgleich. Es war der erste Einsatz des Gambiers nach seiner Rückkehr vom Afrika-Cup. Danach fiel das Spiel in einen Dornröschenschlaf. So auch Kawabe, der in der 67. Minute einen katastrophalen Rückpass spielte. Aiyegun Tosin schnappte sich das Leder und bugsierte es zur Führung für den FCZ ins Tor.

Im Anschluss durften sich die Teamkollegen bei GC-Keeper Andre Moreira bedanken, der den Doppelschlag mit einer starken Parade vereitelte. Den Schlusspunkt setzte aber Wilfried Gnonto nach Assist von Ceesay. Der Italiener, der von Breitenreiter erst fünf Minuten zuvor für Tosin ins Spiel geschickt worden war, machte das 3:1 nach einem Eckball.

Das klappte: Breitenreiter schenkte Gnonto das Vertrauen, dieser zahlte es ihm zurück.

Das klappte: Breitenreiter schenkte Gnonto das Vertrauen, dieser zahlte es ihm zurück.

Michael Buholzer / KEYSTONE

Mit dem achten Sieg in Folge marschiert der FC Zürich weiterhin im Eiltempo Richtung Meistertitel und sendet mit dem Comeback im Derby gleichzeitig klares Zeichen an die Konkurrenz in Basel und Bern. Für GC geht derweil eine lange Durststrecke weiter: Seit Februar 2018 warten die Hoppers auf einen Sieg gegen den FC Zürich.