Super League

Super League mit 12 Teams? Die Vereine sind unterschiedlicher Ansicht

Der neue Modus soll für mehr Spannung sorgen. Hier im Bild Sven Joss vom FC Thun (vorne) gegen Luzerns Ibrahima Ndiaye. (Bild Martin Meienberger/Freshfocus).

Vor zwei Jahren haben die Vereine eine Aufstockung verworfen, plötzlich will die Liga die Änderung doch. Auf dem Plan steht neben der Aufstockung zudem eine Modusänderung. Der FC Luzern befürwortet die Idee, der FC Thun hadert.

Es ist eine überraschende Meldung, die die Swiss Football League am Mittwoch veröffentlichte. Bereits in der Saison 2021/22 soll die Super League wieder aus 12 Mannschaften bestehen. Konkret schlägt die SFL diesen Modus vor:

  • 12 Teams
  • 22 Qualifikationsrunden (je zweimal gegen jedes Team)
  • -Teams 1-6 in die Finalrunde mit 10 Spielen
  • Teams 7-12 in eine Platzierungsrunde mit 10 Spielen
  • Der 12. steigt direkt ab, der 11. muss in die Barrage
  • Der Sieger der Platzierungsrunde erhält eine Barrage um den letzten europäischen Platz

Zudem sieht eine Variante vor, dass die Punkte nach den Qualifikationsrunden halbiert werden könnten.

Der neue Modus soll für mehr Spannung sorgen. Hier im Bild Sven Joss vom FC Thun (vorne) gegen Luzerns Ibrahima Ndiaye. (Bild Martin Meienberger/Freshfocus)

Der neue Modus soll für mehr Spannung sorgen. Hier im Bild Sven Joss vom FC Thun (vorne) gegen Luzerns Ibrahima Ndiaye. (Bild Martin Meienberger/Freshfocus)

Noch vor zwei Jahren haben sich die Vereine gegen Änderungen ausgesprochen. Zur Diskussion standen damals neben dem möglich neuen Modus auch Ideen wie eine geschlossene Liga oder eine Meisterschaft aus 14 Teams mit Playoffs. Alle Ideen wurden jedoch verworfen. Grund dafür waren unter anderem Bedenken von den Vereinen bezüglich den Fernsehgeldern. Der TV-Vertrag lief damals noch und hätte neu verhandelt werden müssen. Nun stehen sowieso neue Verhandlungen an. «Darum ist es der beste Zeitpunkt, den Modus zu überdenken», so Philipp Guggisberg, Mediensprecher der Liga.

Dies sehen offenbar auch die Vereinsvertreter so, die anlässlich eines Klubtreffens im Frühling forderten, dass eine Aufstockung erneut überprüft werden soll. Zu jener Meinung kamen sie offenbar auch deshalb, weil mehr als die halbe Liga gegen die wiedereingeführte Barrage kämpfen musste. Auch sonst gilt der Modus mit zehn Teams und 36 Runden, der seit 2003 besteht, als unattraktiv. Vier Spiele im Jahr gegen den selben Gegner sorgt für wenig Spannung. Deshalb erhofft sich die Liga durch die Einführung eines neuen Modus einen Aufschwung. Einen Aufschwung, wie ihn vergleichbare Länder, wie Österreich, Dänemark, Belgien oder Tschechien durch ähnliche Modusänderungen bereits erlebten.

Insbesondere der Blick ins Nachbarland Österreich lohnt sich. Dort hat man auf die vergangene Saison den selben Modus eingeführt - mit positiven Erfahrungen, wie Guggisberg hervorhebt. «Die Spannung ist höher. Zum einen gilt dies für die Finalrunde am Saisonende, zudem auch bereits im Frühling, wenn es darum geht, dass sich die Teams für die Finalrunde qualifizieren möchten.»

Übrigens: Eine Aufstockung auf 14 oder 16 Teams wurde ausgeschlossen, da es in der Schweiz nicht genügend mögliche Profi-Vereine gibt. Da die Finanzierung in der Challenge League schon heute schwierig ist, bleibt diese wie gehabt bei 10 Teams. Eine mögliche Aufstockung, etwa mit U21-Teams, könnte aber später erfolgen.

Der nun angedachte Modus klingt modern, war in der Schweiz aber bereits einmal Tatsache. Von 1976 bis 1979 spielte die damalige Nationalliga A mit diesem Modus. Einziger Unterschied war, dass es statt einer Barrage zwei Absteiger gab. Vieles am Vorschlag erinnert auch an den Modus mit einer Auf-/Abstiegsrunde, der bis 2003 bestand.

Thun-Präsident Lüthi ärgert sich

Die Vereine äussern sich auf Nachfrage unterschiedlich. Der FC Luzern etwa zeigt sich als klarer Befürworter. Präsident Philipp Studhalter sagt:

Weniger positiv äussert sich Thun-Präsident Markus Lüthi.

Er rechnet vor, dass allein durch die Aufteilung der TV-Gelder auf 12 statt 10 Teams der FC Thun rund 300 000 bis 400 000 Franken weniger einnimmt. Dazu kommt, dass man bei Verpassen der Finalrunde ein Heimspiel weniger gegen die Topteams austragen könne.

Über den Modus entscheiden die Vereine der Super League und Challenge League an der Generalversammlung am 22. November . Für eine Änderung ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich.

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