Tennis
Pete Sampras feiert den 50. Geburtstag – nach der Karriere machte er sich rar

Pete Sampras ist einer der grössten Spieler der Tennishistorie. Am Donnerstag wird der US-Amerikaner 50 Jahre alt.

Peer Lasse Korff
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Pete Sampras bei einem seiner seltenen öffentlichen Auftritten am Australian Open 2014.

Pete Sampras bei einem seiner seltenen öffentlichen Auftritten am Australian Open 2014.

Die grosse Bühne liebte «Pistol Pete» nur mit dem Schläger in der Hand. Krachender Aufschlag, rasches Vorrücken ans Netz und mit einem präzisen Volley den Punkt abschliessen – Pete Sampras’ wuchtiges Spiel war in seinen besten Jahren Show genug. Die Schlagzeilen über den puren Erfolg hinaus überliess der 14-malige Grand-Slam-Sieger nur allzu gerne der extrovertierteren Konkurrenz.

Daran hat sich bis heute, bis zu seinem 50. Geburtstag morgen Donnerstag, nichts geändert. Frühere Stars wie Boris Becker, John McEnroe und Mats Wilander stehen als gefragte TV-Experten noch immer im Rampenlicht und sind weiter ein Teil des ganz grossen Tennis-Zirkus. Sampras hat sich rar gemacht, gibt nur selten Interviews. Dabei gilt er nach wie vor als einer der besten Spieler der Geschichte.

Wenn sich der Mann aus Washington D.C. dann doch mal zum aktuellen Geschehen äussert, wie jüngst in der New York Times, zeigt er sich beeindruckt von der Generation seiner Nachfolger. Mit welcher Dominanz Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic die Szene über Jahre beherrschen, habe er sich nie vorstellen können: «Wenn Sie mich gefragt hätten, ob mich in den nächsten 15 bis 19 Jahren drei Spieler überholen würden, hätte ich gesagt: Auf keinen Fall.»

Von den Rekorden ist nicht mehr viel übrig

Von seinen Rekorden ist kaum noch etwas übrig. Die einstige Bestmarke von 14 Grand-Slam-Titeln haben die «grossen Drei» längst hinter sich gelassen, auch Djokovic steht nach seinem Wimbledon-Triumph nun bei 20 Majorerfolgen und wird Ende des Jahres einen weiteren Bestwert von Sampras kassieren. Zwischen 1993 und 1998 stand der Mann aus Washington D.C. immer am Jahresende auf Weltranglistenplatz eins, so oft wie vor und nach ihm niemand. Djokovic wird nun Ende 2021 zu ihm aufschliessen.

Die aktuelle Nummer eins der Welt aus Serbien, die bei den US Open ab dem 30. August den Grand Slam perfekt machen kann, also den Triumph bei allen vier Majorturnieren des Jahres, hat sich in seinem Wirken durchaus von Sampras inspirieren lassen.

Mit 31 Jahren war Schluss

Er könne nicht behaupten, er habe Sampras kopiert, «weil mein Spiel komplett anders ist», sagte Djokovic, der eher von der Grundlinie aus dominiert: «Aber ich habe es bewundert, wie er mit Drucksituationen umgegangen ist. Dass er sein bestes Tennis gespielt hat, wenn er es am dringendsten gebraucht hat. Er hat dann immer sein erstes Service getroffen, immer seine Nerven behalten.»

Die Folge waren sieben Wimbledon-Titel, fünf US-Open-Championships und zwei Siege in Australien, einzig in Paris sollte es nicht klappen.

Seinen letzten Titel gewann Sampras 2002 im Finale von New York gegen Andre Agassi, es war der glänzende Schlusspunkt einer herausragenden Karriere – schon mit 31 Jahren. Der Abstand zu Federer, Nadal und Djokovic wäre heute wohl deutlich geringer, wenn Sampras noch ein wenig weitergemacht hätte.

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