Tennis
Nalbandian ist nach langer Absenz wieder auf dem Weg nach oben

David Nalbandian ist nach einer Hüftoperation und einer Oberschenkelverletzung wieder fit und Dauergast der Davidoff Swiss Indoors. Für das nächste Jahr hat der Argentinier grosse Ziele.

Michael Wehrle
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David Nalbandian will wieder in die Top Ten

David Nalbandian will wieder in die Top Ten

Schon als Junior lieferte er sich heisse Schlachten mit Roger Federer, schnappte ihm im Final des US Open 1998 den Titel weg. Dann war er auf der Profitour lange der Angstgegner des Schweizers. Nun steht David Nalbandian nach dem Sieg über den Kroaten Marin Cilic heute im Viertelfinal der Davidoff Swiss Indoors und trifft vielleicht morgen wieder auf Federer. Federer führt inzwischen 10:8.

Seit dem Jahr 2002 ist der Argentinier Stammgast bei den Swiss Indoors. Gleich bei seinem Debüt holte er sich den Titel, ein Jahr später stand er wieder im Final und musste diesen verletzt absagen. 2004 verlor er das Endspiel gegen den Tschechen Jiri Novak und 2008 unterlag er im Final Federer. «Mir gefällt es hier, darum komme ich jedes Jahr», erzählte der 28-Jährige gut gelaunt. Nur vor einem Jahr fehlte er verletzt.

Nalbandian ist begeisterter Fussballfan und war wie Federer und Novak Djokovic im Stadion beim Spiel der Champions League. «Egal wer spielt, wenn ich Fussball auf diesem Niveau schauen kann, nutze ich die Chance», verriet er. Schon vor zwei Jahren habe er Basel gegen den FC Barcelona gesehen. Mit Basels Torhüter Franco Costanzo verbinde ihn gar eine Freundschaft. «River Plate Buenos Aires ist mein Klub, Franco spielte früher dort, deshalb kenne ich ihn», sagte er. Nach dem Spiel habe er ihn allerdings nicht mehr getroffen. «Ich musste ins Bett, ich hatte ja ein Tennismatch», sagte er grinsend.

Er liebt den Nervenkitzel

Nalbandian ist nicht nur Fussballfan. Schon als Kind verfolgte er Rallyes von den Hügeln in der Nähe seiner Heimat Cordoba. Inzwischen steigt er selbst in die Rennautos. Den Nervenkitzel liebt er auch beim Bungeespringen oder Schwimmen mit Haifischen. Dafür erholt er sich dann beim Angeln.

Wortkarg, oft mürrisch hatte sich Nalbandian in der Vergangenheit präsentiert. Gestern war er locker drauf. Vielleicht hat das auch mit seiner Geschichte zu tun. Im Mai des vergangenen Jahres entschloss er sich zu einer Hüftoperation. «Nichts ging mehr, die Schmerzen waren einfach zu gross», sagte er. Erst im Februar kehrte er auf die Tour zurück. Mitte April stoppte ihn eine Oberschenkelverletzung nochmals mehr als zwei Monate. Mit dem Sieg in Washington feierte er im August sein Comeback.

Bis auf Rang 161 war die einstige Nummer drei der Welt wegen der Verletzungen zurückgefallen. Inzwischen steht er wieder auf Platz 29. In diesem Jahr hat er keine besonderen Ambitionen mehr. Doch in der kommenden Saison will er wieder angreifen. «Die Top Ten sind nochmals mein Ziel», macht er deutlich, dass er fit ist. «Schon kurz nach der Operation habe ich mich gut gefühlt, schmerzfrei, und darum war ich immer überzeugt, dass ich meine Karriere noch nicht beenden muss», erzählte Nalbandian.

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