Tennis

Neuer Wawrinka-Trainer: «Stan braucht mehr Selbstvertrauen»

Wawrinka muss mental besser werden, sagt sein neuer Coach.

Wawrinka muss mental besser werden, sagt sein neuer Coach.

Stan Wawrinka hat seit einigen Wochen Magnus Norman als neuen Trainer. Dieser will seinen Schützling mental stärker machen. Und er brauche bessere Resultate an den grossen Turnieren. So will Norman das erreichen.

Nur noch 15 Minuten brauchte Stanislas Wawrinka am Freitag, um gegen den Argentinier Horacio Zeballos in die dritte Runde beim French Open einzuziehen. Die ersten beiden Sätze hatte der Schweizer noch am Donnerstagabend gewonnen, bei 3:3 im dritten Satz brach der Schiedsrichter im strömenden Regen die Partie ab. Sehr zum Leidwesen von Wawrinka, der aller Wetterunbill zum Trotz gerne weitergespielt hätte. «Klar», sagt sein Trainer Magnus Norman lachend. «Schliesslich war er ja gut drauf, aber es ging beim besten Willen nicht mehr.» Auch Norman hätte gerne seinen Geburtstag mit einem fertigen Sieg gefeiert. 37 Jahre alt wurde er am Donnerstag.

Sehr zufrieden war Norman gestern mit dem Auftritt seines Schützlings. «Er hat es kurz gehalten, das ist gut, denn heute geht es ja schon weiter», sagt Norman. Sein Gegner ist der aufschlagstarke Pole Jerzy Janowicz. Gute Nerven zeigte Wawrinka gestern. Lange musste er wieder warten, bis er ran durfte, dann lag er schnell 0:40 zurück. Doch auch ein zweiter Doppelfehler, bei 40:40, warf ihn nicht ihn aus der Bahn. Mit 6:4 holte sich Wawrinka den Satz und das Match. «Bei schwierigen Bedingungen hat er ein gutes Match gezeigt», lobt ihn Norman.

Seit einigen Wochen arbeitet der Schwede mit Wawrinka. Norman, weiss, wie es auf der Tour läuft. Vor 13 Jahren stand er in Roland Garros im Final, unterlag dort Gustavo Kuerten. Danach war er die Nummer zwei der Welt. Zwölf Turniere gewann er, bevor er nach zwei Hüftoperationen schon vor zehn Jahren seine Karriere beenden musste. Norman ist verheiratet und hat Zwillingsmädchen. «Sie werden im Juli zwei Jahre alt», erzählt er. Dies ist auch der Grund, weshalb er Wawrinka erst jetzt zusagte. Die kleinen Mädchen wollte er nicht so lange alleine lassen, ausserdem hat er noch eine Tennisakademie in Stockholm. Seine Mädchen hätten auch schon mit Wawrinkas Tochter Alexia gespielt. Die ist jetzt drei.

Für Norman ist ganz klar, wo Wawrinka seine grössten Defizite hat: «Stan braucht mehr Selbstvertrauen», betont er. Und er müsse bei den grossen Turnieren besser werden. «Ihm fehlen die guten Resultate bei den wichtigen Turnieren», sagt Norman. «Die grossen Spieler wie Roger Federer, Novak Djokovic oder Rafael Nadal rufen bei den Grand Slams ihre besten Leistungen ab, das gelingt Stan noch nicht», sagt er. Das sei nicht einfach, dort müssen alle Kleinigkeiten passen. Wichtig sei eine gute Vorbereitung, es gehe schliesslich über drei Gewinnsätze. Und das Selbstvertrauen müsse stimmen. «Stan ist nahe an diesen Spielern dran, aber nicht auf Augenhöhe», sagt Norman.

Allerdings habe er das Gefühl, ein bisschen habe sich die Zusammenarbeit schon bemerkbar gemacht. In Madrid stürmte Wawrinka bei einem grossen Turnier in den Final, unterlag erst Nadal. «Das war sehr gut», sagt Norman. Wawrinka sei ein sehr guter Allrounder mit guten Grundschlägen, einem starken Aufschlag und Netzspiel. Er sei nur schwer zu schlagen und seine Rückhand sei eine der besten der Welt.

Wawrinka habe sicher das Spiel in den Top Ten zu bestehen, auch wenn das sehr schwierig sei. «Dafür darfst du nie zufrieden sein, musst immer hungrig sein, das sehe ich bei Stan», sagt Norman. Sein Ziel sei es, Wawrinka zu helfen, dessen Potenzial voll auszuschöpfen. «Dafür reden wir sehr viel», erzählt Norman. Wie er mit dem Druck umgehe, was er mache, wenn er nervös sei.

Norman ist nicht das ganze Jahr mit Wawrinka unterwegs. «Das braucht er gar nicht», sagt er. Wawrinka komme gut alleine klar, ausserdem habe er mit Severin Lüthi und Konditionstrainer Pierre Paganini sehr gute Leute in seinem Umfeld.

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