Osaka hatte im letzten September bereits am US Open triumphiert und gewann als erste Spielerin seit Serena Williams 2015 zwei Grand-Slam-Turniere hintereinander. Die Tochter eines Haitianers und einer Japanerin, die mehrheitlich in Long Island, New York, aufwuchs, hätte sich den Sieg bereits im zweiten Satz sichern können. Beim Stand von 5:3 und 0:40 bei Aufschlag Kvitova hatte sie drei Matchbälle, welche die tschechische Linkshänderin alle abwehrte.

Osaka behielt aber auch im zweiten Grand-Slam-Final ihrer noch jungen Karriere die Nerven. Mit einem krachenden Rückhand-Winner holte sie sich im dritten Satz das erste - und einzige - Break zum 2:1. Der fünfte Matchball nach knapp zweieinhalb Stunden war dann der richtige. Sie beseitigte mit einem Aufschlagpunkt alle Zweifel.

Im ersten Satz hatten beide Spielerinnen etliche Breakbälle nicht nützen können. Im Tiebreak behielt Osaka aber klar die Oberhand. Im zweiten Durchgang führte Kvitova 2:0 und hatte drei Chancen für eine 3:0-Führung. Danach verlor die 28-jährige Linkshänderin aber fünf Games in Serie, ehe sie zum grossen Comeback ansetzte. Am Ende blieb es aber vergebens. Das Märchen der Tschechin, die nach einer Messer-Attacke eines Einbrechers vor knapp zwei Jahren nicht wusste, ob sie nochmals würde Tennis spielen können, bleibt fürs erste unvollendet.