TVO-Talk
FCSG-Präsident Matthias Hüppi vor dem Cupfinal gegen Lugano: «Es ist alles anders als 2021»

Der Cupfinal ist das grosse Thema in der Region. St.Gallens Präsident Matthias Hüppi äussert sich im Vorfeld des Spiels der Spiele im TVO-Talk «Zur Sache».

Daniel Good
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FCSG-Präsident Matthias Hüppi, Moderator Stefan Schmid, Sportredaktor Christian Brägger

FCSG-Präsident Matthias Hüppi, Moderator Stefan Schmid, Sportredaktor Christian Brägger

Bild: Michel Canonica / TAGBLATT

Im Mai 2021 war der FC St.Gallen im Cupfinal gegen Luzern chancenlos. Die Niederlage steckte dem Anhang noch lange – oder immer noch – in den Knochen.

Nun aber bietet sich St.Gallen am Sonntag gegen Lugano die Chance, die Scharte aus dem vergangenen Jahr auszuwetzen. Im TVO-Talk «Zur Sache» nimmt St.Gallens Präsident Matthias Hüppi im Gespräch mit «Tagblatt»-Chefredaktor Stefan Schmid und Sportredaktor Christian Brägger Stellung zur neuen Ausgangslage.

Hüppi sagt: «Es ist alles anders als 2021. Die Fans gehören zu einer solchen Partie. Ich bin ausserordentlich froh, dass die Zeit der Geisterspiele vorbei ist. Die Fans tragen und beflügeln uns beim FC St.Gallen.»

Hüppi sieht einen starken Watkowiak im Training

Als grenzenloser Optimist reist der Präsident freilich nicht ans Spiel der Spiele, das am Sonntag um 14 Uhr in Bern beginnt. Vielmehr bleibt er Realist:

«Es ist ein 50-zu-50-Spiel.»

St.Gallen hat die beiden Meisterschaftspartien vor dem Cupfinal verloren. Gegen den aktuellen Meister Zürich und dessen Vorgänger, die Young Boys. Hüppi sagt mit Blick auf den Sonntag:

«Das wird ein völlig anderes Spiel. Ich garantiere, dass die Mannschaft alles <reinwerfen> wird.»

Brägger sagt, man dürfe die beiden verlorenen Partien «nicht überbewerten». Zudem habe Lugano einen Tag weniger Pause, weil es noch auswärts gegen Servette anzutreten hatte.

Moderator Schmid sprach auch die Goaliefrage an. Im Tor steht in Bern die Nummer zwei Lukas Watkowiak, den Trainer Peter Zeidler Anfang Saison «als unseren Cupgoalie» bezeichnet hatte. Der starke Zigi muss auf die Bank. Hüppi verteidigt den in Fankreisen umstrittenen Entscheid. «Die Pläne werden im Klub immer konsequent umgesetzt. Die Linie des Trainers ist grossartig. Ich habe Lukas Watkowiak in den Trainings gesehen. Er ist gut drauf.»

Hüppi sieht St.Gallen vor einer grossen Aufgabe: «Lugano ist auf Augenhöhe.» Brägger sagt:

«Die Zeit ist reif für den grossen Wurf der St.Galler. Für Lugano, ein neues Konstrukt, kommt der Final wohl noch zu früh.»

In der Meisterschaft besiegte St.Gallen Lugano am 24. April daheim 3:0, die Tessiner aber bezwangen die Young Boys am Samstag zuhause 3:1. Brägger tippt auf ein 2:1 für St.Gallen nach Verlängerung. «Nach einer hart umkämpften Begegnung.» Zur Finalniederlage vor einem Jahr sagt der Sportjournalist: «Die Mannschaft war überspannt.» Sie hatte nur mit viel Mühe den Ligaerhalt geschafft.

Die Trainerfrage und der ideale Modus für St.Gallen

Schmid wollte von Hüppi auch wissen, ob Peter Zeidler Trainer der St.Galler bleibe. Er könnte ja zu Basel wechseln. «Ja, wahrscheinlich...», sagte der Präsident – und gab seinem Gegenüber zu verstehen, dass er das für ein Hirngespinst halte. Der Grossteil habe weiterlaufende Verträge. «Wir werden alles versuchen, um die Gruppe zusammenzuhalten, damit wir auch in der kommenden Saison angreifen können.» Brägger hält Goalie Zigi für fähig, in einer Topliga zu spielen.

In der aktuellen Modusdiskussion hat sich St.Gallen noch nie geäussert. Abgestimmt wird am 20. Mai an der Generalversammlung der Swiss Football League. Es geht um die Aufstockung der höchsten Liga von zehn auf zwölf Teams, die Zweiteilung nach einem Grunddurchgang und um ein Playoff zur Ermittlung des Meisters. Hüppi wollte sich abermals nicht festlegen. Er sagte: «Das Wichtigste ist, dass wir weiter 18 Heimspiele haben. Jede Partie weniger trägt uns Verluste bis zu 400000 Franken ein.»

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