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Der Kampf um die Nachfolge beginnt

Bereits wird über die Nachfolge von Rita Fuhrer spekuliert. Neben der SVP dürften Grüne und Grünliberale antreten – eventuell die BDP.

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Limmattaler Zeitung

Die Ankündigung von Rita Fuhrer, ein Jahr vor Ende der regulären Amtszeit zurückzutreten, kam für alle überraschend. Auch Alfred Heer, Präsident der kantonal-zürcherichen SVP, weiss es erst seit zwei Tagen. «Natürlich ist es traurig, dass sie unter solchen Umständen zurücktreten muss», sagt er. «Wir konnten uns auf sie verlassen.» Fest steht für ihn: «Wir werden alles daran geben, diesen Sitz wieder zu besetzen.» Die Partei verfüge über eine ganze Anzahl fähiger Kandidaten, so Heer, und verweist auf den Stadtpräsidenten in Wädenswil, Ernst Stocker, und die Gemeindepräsidentin in Höri, Ursula Moor. Beide haben schon den Kantonsrat präsidiert. Infrage kämen aber auch Max Binder aus Illnau-Effretikon, Nationalrat seit 1991, Martin Arnold, Gemeindepräsident in Oberrieden, sowie Bruno Zuppiger aus Hinwil, seit 1999 Nationalrat.

Keine Konkurrenz wird der SVP von Seiten der FDP erwachsen. «Wir sind mit zwei Sitzen angemessen in der Regierung vertreten», sagt Parteipräsident Beat Walti. Ob man die SVP-Kandidatur unterstütze, hänge davon ab, ob ein valabler Kandidat gestellt werde. Positiv an Fuhrer hebt Walti hervor, dass sie ihren Beitrag geleistet habe, damit Zürich ein attraktiver Wirtschaftsstandort bleibe. Im Übrigen bedauert er die Umstände ihres Abgangs, wie das alle angefragten Parteipräsidenten tun. So auch Markus Arnold von der CVP. Er hält darüber hinaus fest, dass Fuhrer in den letzten Jahren erfolglos gewesen sei. Der Strahlefrau sei eine andere Zukunft vorausgesagt worden.

Aussicht auf inner-grüne Einigkeit?

Eine Kandidatur der CVP, mit Hans Hollenstein im Regierungsrat vertreten, schliesst Arnold aus. Hollenstein hatte 2005 nach dem Rücktritt von Christian Huber den zweiten SVP-Sitz an Land gezogen. Auf Kosten der Grünliberalen Partei (GLP) holte ihn die SVP 2007 zurück.

GLP-Kandidat damals war Martin Bäumle, Nationalrat und Stadtrat in Dübendorf. Dass er nochmals antritt, will Co-Parteipräsident Thomas Maier nicht ausschliessen. Es gebe aber auch noch andere Kandidaten. Generell hält er fest: «Wir haben klar Interesse an einem Sitz in der Regierung.» Das sieht man auch bei den Grünen so, von denen sich die GLP 2004 abgespalten hat. «Wir sind klar der Meinung, dass wir aufgrund des Wähleranteils in der Regierung vertreten sein sollten», sagt Philipp Maurer, Co-Präsident der Grünen. Wobei noch alles offen sei. Namen möglicher Kandidaten will er keine nennen.

Grösser wären die Chancen sicherlich, wenn sich Grüne und GLP zusammentäten. Ist der Trennungsschmerz so weit überwunden, dass dies möglich wäre? Maier: «Dazu lässt sich noch gar nichts sagen.» Maurer: «Da gibt es nichts zu kommentieren.»

Gleich zwei Dübendorfer?

«Eher mässig» nennt SP-Präsident Stefan Feldmann die Bilanz Fuhrers. Er macht unter anderem geltend, dass man punkto Fluglärm heute nicht weiter sei als 2004. Eine SP-Kanidatur, um ihren Sitz zu erobern, sieht er eher nicht; die SP sei mit zwei Mandaten gut in der Kantonsregierung vertreten.

Und wie steht es mit der BDP, die sich kürzlich von der SVP abgespalten hat? Parteipräsident Lothar Ziörjen will erst mit dem Vorstand diskutieren. Dass er allenfalls selbst kandidieren würde, «ist im Moment aber sicher kein Thema für mich». Im Vordergrund stehe für ihn, die Partei weiter aufzubauen. Als Stadtpräsident von Dübendorf ist er Amtskollege von Bäumle. Das spiele in seinen Überlegungen aber keine Rolle, so Ziörjen.

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