Vor der tollen Kulisse von 1420 Zuschauern in der neuen GoEasy Arena in Siggenthal zeigte die SHV-Auswahl von Trainer Jesper Holmris eine begeisternde Vorstellung und behielt in der mitreissenden Schlussphase die Nerven. 

Den ersten Erfolg in der EM-Qualifikation seit dem Jahr 2010 und seither 16 sieglosen Spielen verdienten sich die Schweizerinnen mit einer hervorragenden Kollektivleistung. Eine aggressive und offensive Deckung, gegen die Island nie ein nachhaltiges Mittel fand, und eine bestens aufgelegte Torhüterin Manuel Brütsch (13 Paraden) standen am Ursprung des ebenso überraschenden wie verdienten Erfolgs.

Starke Vorstellung im Angriff

Die Schweizerinnen beeindruckten aber auch im Angriff: Sie fanden gerade in den entscheidenden Situationen in der Schlussphase immer wieder eine Lösung. Karin Weigelt, Sibylle Scherer, Nicole Dinkel oder auch Kerstin Kündig zogen allesamt starke Tage ein und stellten die Verteidigung der Gäste immer wieder vor unlösbare Probleme.

Dass die Siegsicherung aber dennoch erst 30 Sekunden von Schluss per Siebenmeter durch Sibylle Scherer gelang, hatte vor allem mit der isländischen Torhüterin Florentina Grecu-Stanciu zu tun. Sie liess sich insgesamt 18 Paraden gutschreiben und kam auf eine Quote von annähernd 50 Prozent.

Und noch besser in der Abwehr

Trotzdem, oder gerade deshalb, war der Auftritt der SHV-Auswahl in den letzten Minuten bemerkenswert. Island drängte auf den Ausgleich, biss sich an den Schweizerinnen aber immer wieder die Zähne aus. «Unsere Deckung war unglaublich gut», sagte Jesper Holmris.

«Man hat richtig gesehen, wie schwer es Island fiel, gegen uns anzugreifen.» Der Däne war selbstredend sehr zufrieden mit dem Auftritt seines Teams. «Wir haben das gespielt, was wir uns vorgenommen haben, und wir hatten heute auch das Glück auf unserer Seite. Nach den knappen Niederlagen in der Vergangenheit tut dieser Erfolg wirklich sehr gut. Der kann uns sehr viel Vertrauen geben.»

Mit dem lautstarken Publikum im Rücken und beflügelt von der Kulisse gaben die Schweizerinnen in den letzten zehn Minuten ihre Vorteile nicht mehr aus der Hand.

Jesper Holmris wäre aber nicht Jesper Holmris, wenn er nicht auch gleich wieder nach vorne geschaut hätte. «Ich sehe im Gegenstoss und in unserem Wurfverhalten noch viel Potenzial. Und wir hatten die eine oder andere Phase, die nicht optimal war – beispielsweise in Überzahl. Zuerst dürfen wir jetzt aber diesen Sieg geniessen», sagte er.

Den Schweizerinnen steht bereits am Sonntag eine weitere grosse Aufgabe bevor: Dann steht das Rückspiel auf der Vulkaninsel auf dem Programm.