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Thomas Bach: «Tür für Olympische Spiele in der Schweiz ist offen»

Die 112-köpfige Schweizer Delegation gewann an den Olympischen Jugend-Winterspielen in Lausanne 24 Medaillen, davon acht bronzene, sechs silberne und zehn goldene

Die 112-köpfige Schweizer Delegation gewann an den Olympischen Jugend-Winterspielen in Lausanne 24 Medaillen, davon acht bronzene, sechs silberne und zehn goldene

Die Olympischen Jugend-Winterspiele 2020 in und um Lausanne waren sportlich wie auch gesellschaftlich ein voller Erfolg. Der Grossanlass zog während den letzten 13 Tagen mehr als 640'000 Besucher an.

Diese Jugendspiele seien "ein immenser Erfolg", sagte Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, am Dienstag am Sitz des IOC in Lausanne. "Wir sind der Stadt Lausanne, dem Kanton Waadt und der Schweiz sehr dankbar für die Schaffung einer fantastischen olympischen Atmosphäre und eines olympischen Geistes", so der Deutsche weiter. Bach lobte ausserdem die "Gastfreundschaft und Brüderlichkeit" des Schweizer Volkes.

Auf die Frage, ob die Schweiz wieder für Olympische Spiele kandidieren solle, antwortete Bach lediglich, dass "es nun in den Händen der Schweizer liegt", es ist an ihnen, zu entscheiden. Dann fügte er an: "Die Tür ist offen, und es ist nicht nötig anzuklopfen."

Grosser Anklang bei der Bevölkerung

Das Konzept mit Gratiseintritt bei den Wettkämpfen fand beim Publikum Anklang, das belegen auch die Zahlen. "Insgesamt besuchten mehr als 640'000 Zuschauer diese Spiele", legte die OK-Präsidentin Virginie Faivre noch vor dem letzten Wettkampftag offen. Die mehrfache Ski-Freestyle-Weltmeisterin bedankte sich beim Publikum für seine Begeisterung. So waren die Eishockeyspiele in der Malley-Halle grossmehrheitlich ausverkauft.

An den dritten Olympischen Jugend-Winterspiele, nach jenen in Innsbruck 2012 und Lillehammer 2016, nahm eine Rekord-Delegation von 1872 Athleten im Alter zwischen 15 bis 18 Jahren aus 70 Ländern teil. Erstmals in der olympischen Geschichte waren männliche und weibliche Teilnehmer gleichberechtigt vertreten, erinnerte Faivre.

Swiss Olympic mit positivem Fazit

Auch bei Swiss Olympic zeigte man sich zufrieden mit dem Anlass. Corinne Staub, Chef de Mission der 112-köpfigen Schweizer Delegation, zieht ein rundum positives Fazit. Nicht in erster Linie wegen den 24 gewonnenen Schweizer Medaillen, sondern vielmehr, weil an diesen Spielen die olympischen Werte auf allen Ebenen gelebt wurden.

"Natürlich freuen wir uns über Medaillengewinne. Sie sorgen innerhalb des Teams für eine wichtige, positive Dynamik", so Staub. "Doch wir betonen ja immer, dass die Erfahrungen, die die jungen Sportlerinnen und Sportler an einem solchen Anlass sammeln, viel wichtiger sind für ihren weiteren Athletenweg. Und zu diesen Erfahrungen sind sie an diesen Heimspielen in grossem Ausmass und auf verschiedensten Bereichen gekommen."

Ein grosses Lob sprach die Schweizer Delegationsleiterin den Veranstaltern aus. "Es ist ihnen gelungen, die Nachhaltigkeit in der Planung nicht nur zu propagieren, sondern sie auch wirklich zu leben." Der Einbezug der öffentlichen Verkehrsmittel und die Nutzung bereits bestehender und nachhaltiger Infrastruktur sind nur zwei Bespiele dafür.

Nachhaltig und innovativ

Diese Jugend-Winterspiele sollten innovativ und verantwortungsbewusst sein und Vorboten künftiger Reformen und Entwicklungen. Sie sollten auch Skeptikern einen Beweis für die neue Ausrichtung des IOC liefern, die Agenda 2020: ein Ende des Gigantismus und ein nachhaltiger und respektvoller Umgang mit der Umwelt. Dem IOC ging es in den letzten Wochen auch darum, diese Botschaften zu transportieren.

Die nächsten Olympischen Jugend-Winterspiele finden 2024 im südkoreanischen Gangwon statt, in der Region, wo 2018 die letzten Olympischen Winterspiele ausgetragen wurden. Die nächsten Olympischen Jugend-Sommerspiele werden 2022 in Senegals Hauptstadt Dakar über die Bühne gehen.

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