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Überraschungsmann Shane Lowry gewinnt British Open

Soeben ist ein wichtiger Putt gefallen: Shane Lowry kämpfte sich zum Sieg am British Open

Soeben ist ein wichtiger Putt gefallen: Shane Lowry kämpfte sich zum Sieg am British Open

Der 32-jährige irische Golfprofi Shane Lowry ist der überraschende Sieger des 148. British Open im nordirischen Portrush.

Wie das US Open vor einem Monat brachte also auch das British Open einen nicht erwarteten Sieger hervor. Lowry hängte die Konkurrenz um sechs und mehr Schläge ab.

Lowry war mit einem Vorsprung von vier Schlägen in die Schlussrunde gestartet. Er baute die Reserve auf den zweitplatzierten Engländer Tommy Fleetwood, einen Dauergast am Omega European Masters in Crans-Montana, bis zuletzt um weitere zwei Schläge aus.

Lowry ist am ältesten Turnier der Welt der erste Sieger aus Irland seit Padraig Harrington, der 2007 und 2008 gewann.

Der Amerikaner Brooks Koepka, der einzige in der Spitzengruppe verbliebene Topfavorit, fiel am letzten Wettkampftag mit vier Schlagverlusten (Bogeys) auf den ersten vier Löchern sehr früh aus der Entscheidung. Mit dem 4. Schlussrang bewies der Floridaner, Sieger von vier der letzten elf Majorturniere, seine grossartige Verfassung trotzdem.

Shane Lowry ist seit Jahren eine feste Grösse auf der europäischen und neuerdings auch auf der amerikanischen Tour. Er gewann vier Profiturniere, jedoch bis zu diesem Wochenende keines der vier Turniere auf Grand-Slam-Stufe. Nach dem Wechsel zu den Professionals 2009 trat er mit Unterbrüchen sechsmal in Crans-Montana an, allerdings mit bescheidenem Erfolg. Über den 13. Platz brachte er es im Wallis nie hinaus.

Am British Open gehörte er nicht einmal zum erweiterten Kreis der Favoriten. Sein Triumph kommt ungefähr so überraschend wie jener des Amerikaners Gary Woodland am US Open Mitte Juni.

Die einzige aussergewöhnliche Leistung der Karriere war Lowry zuvor vor zehn Jahren geglückt. Als 22-jähriger Amateur liess er am Irish Open sämtliche Profis hinter sich, was als Sensation gefeiert wurde.

Im Jahr 2000 hatte Tiger Woods in St. Andrews das British Open mit 19 Schlägen unter Par gewonnen. Es ist bis heute der Rekord am British Open und an den vier Majorturnieren überhaupt. Lowry kam in der Schlussrunde zeitweise auf einen Schlag an diese Marke heran, was nur für das konstante und exzellente Spiel des verdienten Siegers sprach. Lowry fiel vor allem deshalb auf das Schlusstotal von 15 unter Par zurück, weil die Spielbedingungen am letzten Wettkampftag schwierig waren. Regen und ein böiger Wind trieben die Scores in die Höhe. Zahlreiche bestandene Golfer fanden sich mit den Gegebenheiten nicht zurecht. So benötigte der dreifache Majorturnier-Gewinner Jordan Spieth 77 - fünf mehr als Lowry - und Olympiasieger Justin Rose gar 79 Schläge.

Lee Westwood, der ebenfalls fast jedes Jahr in Crans-Montana antritt, durfte sich bis zur dritten Runde reelle Chancen auf den Sieg ausrechnen. Schliesslich wurde er schlaggleich mit Brooks Koepka Vierter. Der 46-jährige Engländer ist der vermutlich beste noch aktive Golfprofi, der nie einen Majortitel errungen hat.

Das erste British Open auf nordirischem Boden seit 68 Jahren wird aber auch durch die Enttäuschungen von Topstars in Erinnerung bleibe. Tiger Woods zeigte ein untaugliches Spiel, mit dem er die Qualifikation für das Feld der 73 Finalisten um fünf Schläge verpasste. Rory McIlroy nutzte die Chance bei seinem ersten an einem Major vor dem eigenen Publikum nicht. Trotz einer bewundernswerten Aufholjagd in der zweiten Runde schied auch er vor dem Wochenende aus.

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