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Warum Basel die beste Mannschaft war und es auch nächste Saison bleibt

Der FC Basel hat in jedem Mannschaftsteil einen klaren Chef. Doch noch nie konnte das Team Ausfälle von Schlüsselspielern so gut kompensieren.

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Die Basler Achse des Erfolgs ist breit abgestützt

Die Basler Achse des Erfolgs ist breit abgestützt

Keystone

Fabian Kern

Erfolge einer Schweizer Mannschaft lösten in den letzten Jahren immer einen Exodus der besten Spieler aus. Beim FC Basel könnte das in diesem Sommer anders aussehen. Nicht, dass die Rot-Blauen nicht umworben wären. Die Namen Abraham, Inkoom, Safari, Shaqiri oder Stocker werden in einigen Notizbüchern von europäischen Vereinen stehen. Aber der Verein hat mit einer cleveren Transferstrategie in den letzten Jahren bestmöglich für Nachhaltigkeit gesorgt.

Die Hauptachse Costanzo-Abraham-Huggel-Frei steht zwar, doch der FCB ist nicht auf diese vier Namen reduziert. Das Kader wurde sorgfältig aufgebaut und mit prominenten, aber immer noch hungrigen Rückkehrern aus dem Ausland ergänzt. Und die werden Basel nicht mehr verlassen. Zumal der FCB in der kommenden Saison wieder die Chance bekommt, sich für die Champions League zu qualifizieren. Dennoch gibt es einige Fragezeichen.

Tor: Kommt Yann Sommer zurück?

Ganz hinten hat der FCB ein Luxusproblem. Mit Franco Costanzo, der in der vergangenen Saison zwar oft verletzt war und danach einige Fehlgriffe zu verzeichnen hatte, verfügen die Basler über den wohl stärksten Torhüter der Super League. Yann Sommer aber, der sich bei den Grasshoppers zum Spitzengoalie entwickelt, könnte ans Rheinknie zurückgeholt werden und würde so nicht einen Konkurrenten stärken. Zudem läuft Costanzos Vertrag in einem Jahr aus. Dann könnte man kein Geld mehr mit ihm verdienen.

Tendenz: Sommer bleibt noch ein Jahr bei GC und löst dann Costanzo ab.

Abwehr: Geht Beg Ferati?

Obwohl Beg Ferati Cagdas Atan technisch überlegen ist, bleibt er hinter dem Türken und dem unbestrittenen Abwehrchef David Abraham die Nummer drei. Der FCB hatte schon Innenverteidiger im Test. Auf den Aussenbahnen sind die Positionen bezogen. Sollten der umworbene Samuel Inkoom und Behrang Safari nicht ins Ausland wechseln, bleibt alles, wie es war.

Tendenz: Wenn Abraham nicht noch abgeworben wird, verlässt Ferati den FCB. Er will Stammspieler sein.

Mittelfeld: Bleiben Stocker und Shaqiri?

Im Herzstück des Basler Teams gibt es die meisten Fragezeichen. Erhalten bleibt dem FCB sicher Leitwolf Benjamin Huggel, der seine Karriere in Basel beenden wird. Auch Scott Chipperfield, Marcos Gelabert, Cabral und das Talent Pascal Schürpf werden bleiben. Offen ist die Zukunft von Antonio Da Silva, der ein Jahr mit Licht und Schatten hinter sich hat und an den Karlsruher SC zurückgegeben werden kann. Zudem hat man mit Gilles Yapi bereits einen starken Mann für die Zentrale verpflichtet. Man könnte auch Fabian Frei aus St.Gallen zurückholen. Auf den Aussenpositionen ist grundsätzlich alles in Position. Links spielt Valentin Stocker die erste Geige, rechts hat sich der Shootingstar Xherdan Shaqiri seinen Platz gesichert. Der Vertrag von Carlitos läuft aus. Viel hängt deshalb davon ab, ob Stocker und Shaqiri den Verlockungen des Auslands widerstehen können.

Tendenz: Stocker und Shaqiri bleiben noch ein Jahr, Da Silva und Carli-tos müssen gehen. Frei wird weiter an St. Gallen ausgeliehen.

Sturm: Wer ergänzt Streller und Frei?

Das Traumduo Streller/Frei wird auch in der nächsten Saison für den
FCB auf Torejagd gehen. Doch wer steht als Back-up zur Verfügung? Der junge Jacques Zoua scheint prädestiniert dafür zu sein. Anders sieht es bei Federico Almerares aus. Der Argentinier ist bereits 25-jährig und hat nicht nachhaltig überzeugt. Er hat aber noch ein Jahr Vertrag.

Tendenz: Almerares wird ausgeliehen, Orhan Mustafi aus Aarau zurückgeholt. Chipperfield steht als erprobter Frei-Ersatz bereit.