Reiten

«Wenn, dann nur mit Zuschauern»: Der CSI Basel steht auf wackeligen Beinen

CSI-Basel-Chef Andy Kistler sagt: "Wir wollen den Event durchführen, aber nur mit Zuschauern."

CSI-Basel-Chef Andy Kistler sagt: "Wir wollen den Event durchführen, aber nur mit Zuschauern."

Die Weltcup-Saison der Springreiter steht auf der Kippe. Auch für das Turnierwochenende in Basel gibt es noch keine Entwarnung.

Ohne die Coronavirus-Krise hätten Steve Guerdat, Martin Fuchs und Co. am Wochenende in Oslo die Weltcupsaison eröffnet. Stattdessen nahmen der Weltranglisten-Erste und der Europameister an einem unterklassigen Turnier in Saint-Tropez teil. Weltweit zittern die Springreiter um die wichtigste Hallen-Serie. Mehr als die Hälfte der Weltcup-Turniere der Westeuropa-Liga wird in diesem Winterhalbjahr nicht stattfinden – mindestens. Nach der Komplett-Absage der US-Liga bleibt ungewiss, ob die Serie in den hiesigen Breitengraden samt CSI Basel ausgetragen wird.

Im Kalender klaffen bereits mehrere Lücken. Wegen der Corona-Pandemie fiel das Auftakt-Turnier in Oslo aus. Mit Helsinki, Madrid, La Coruña, Stuttgart, Amsterdam und London sind weitere Stationen gestrichen. Und ob es tatsächlich am 1. November in Lyon ein erstes Weltcup-Springen gibt, bleibt fraglich. Aber die Franzosen bleiben vorläufig an Bord, wie auch Verona (wie Lyon ohne Zuschauer) und Mechelen, die nach derzeitigem Stand noch in diesem Jahr die Reiter mit ihren Pferden um Weltcup-Punkte und Siegprämien springen lassen. Danach folgen Basel, Leipzig und Bordeaux, abschliessend der Final in Göteborg.

Was passiert Anfang Januar?

Basel empfängt Anfang Januar die Weltbesten. «Wir sind in den Vorbereitungen weit vorangeschritten. Wir wollen den Event durchführen, aber nur mit Zuschauern», sagt der ehemalige Equipenchef Andy Kistler, der nun als CEO der Weltcupveranstaltung in Basel im Springreitsport wirkt. «Die Finanzierung steht. Es ist schön zu sehen, wie die Sponsoren, die Hospitality-Partner sowie die ganze Region Basel hinter dem Anlass stehen.» Das Schutzkonzept werde zeitnah den Behörden zur Genehmigung vorgelegt. Und in Sachen Quarantäne setze man auf die international speziellen Regeln für Sportler und deren Begleiter.

Und doch schwebt das Schwert des Damokles über dem Anlass. «Die verantwortlichen Behörden können im letzten Moment absagen. Und dann haben wir ein Riesendefizit», schildert Kistler die unangenehme Situation. «Es gibt keine Pandemie-Versicherung. Ich wünschte mir, dass der Bund zusammen mit den Versicherungen und der Rückversicherung eine Lösung anbietet. Für viele Veranstalter ist das Risiko zu gross und sie müssen ihren Event wegen des drohenden Konkurs schon viele Monate im Voraus absagen.»

Kistler schlägt vor, die alte Saison mitzuwerten

Nachdem in der Sommer-Saison mit den CSIO’s oder der Global Champions League die Top-Events ausgefallen sind, wird es für zahlreiche Top-Reiter wirtschaftlich immer schwieriger. Eine stabile Wettkampf-Struktur wäre für die Geldströme im Reitsport aber auch für den Aufbau der Pferde wichtig – auch mit Blick auf die Olympischen Spiele im kommenden Sommer.

Kistler geht derzeit beim Kaffeesatzlesen davon aus, dass 6 der geplanten 13 Weltcup-Turniere plus der Final Anfang April in Göteborg stattfinden. Die fünf besten Resultate dürften als Grundlage zur Qualifikation dienen. «Ich denke, der Weltverband wäre auch bereit, eine Qualifikations-Lösung mit noch weniger Events zu finden», merkt Kistler an. Er habe jedenfalls einen Vorschlag eingereicht: «Warum nicht auch die letzte Saison einbeziehen? Die vier qualifizierten Schweizer wurden bereits vergangenen Frühling wegen der Coronkrise um das Finale beraubt.»

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1