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Wer bei Hitzfeld jetzt die besten Karten hat

Nach dem 1:3 gegen Uruguay hat sich an der Hierarchie im Nationalteam nichts verändert. 13 bis 14 Spielern sind für die Startformation gesetzt. a-z.ch zeigt, welche Spieler bei Hitzfeld die besten Karten haben, von Anfang an mitzutun.

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Wer bei HItzfeld jetzt die besten Karten hat
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Stefan Lichtsteiner
Christoph Spycher
Stéphane Grichting
Philippe Senderos
Tranquillo Barnetta
Benjamin Huggel
Gökhan Inler
Valon Behrami
Alex Frei
Blaise N'Kufo
Marco Wölfli
Steve von Bergen
Reto Ziegler
Marco Padalino
Gelson Fernandes
Pirmin Schwegler
Marco Streller
Eren Derdiyok
Hakan Yakin

Wer bei HItzfeld jetzt die besten Karten hat

Keystone

François Schmid-Bechtel

«Es wäre mir schon lieber gewesen, wenn sich mehr Spieler aufgedrängt hätten», moniert Hitzfeld. So jedenfalls bleibt es «bei 13 oder 14 Spielern», die für die Stammformation infrage kommen. Somit hat er wenigstens in diesem Punkt Gewissheit.
a-z.ch zeigt, wer diese 13 oder 14 Spieler sind: Im Tor ist es Diego Banaglio, in der Verteidung sind es Stefan Lichtsteiner (rechts), Christoph Spycher (links), Stéphane Grichting (mitte) und Philippe Senderos (mitte). Im Mittelfeld sind Tranquillo Barnetta (links), Benjamin Huggel (mitte), Gökhan Inler (mitte) und Valon Behrami (rechts) gesetzt. Das Stürmerduo der Startmannschaft bilden die beiden derzeit verletzten Alex Frei und Blaise N'Kufo.

Auf der Erstatzbank Unterschlupf finden Torhüter Marco Wölfli, die Verteidiger Steve von Bergen, Reto Ziegler, die Mittelfeldspieler Marco Padalino, Gelson Fernandez und Pirmin Schwegler, die Stürmer Marco Streller, Eren Derdiyok und wohl auch Hakan Yakin.
Nach dem Spiel gegen Uruguay präsentiert sich die Ausganglage nicht mehr für alle Spieler gleich, die sich ein Ticket für die WM in Südafrika erhofft. Es gibt Gewinner und Verlierer.

Die Verlierer. . .

Auch wenn er es nicht explizit erwähnt: Eren Derdiyok ist einer der Verlierer des letzten Tests, bevor Hitzfeld am 11. Mai sein WM-Kader selektioniert. Der Stürmer des Bundesligisten Leverkusen hat nie den Eindruck vermittelt, es ginge für ihn in diesem Spiel um ein WM-Ticket.

Ein weiterer Verlierer ist Debütant Jonathan Rossini. Der Tessiner war vom Tempo überfordert. «Über kurz oder lang wird er aber Stammspieler bei uns. Doch er braucht noch Zeit. Ich bin jedenfalls froh, dass ich ihn ausprobiert habe.» Das tönt, als hätte er einen weiteren Spieler von der Liste der potenziellen WM-Kandidaten gestrichen. Gross ist die Auswahl an Innenverteidigern jedenfalls nicht. Das zwingt Hitzfeld zu untypischen Massnahmen. Um Grichting, von Bergen und Senderos Sicherheit zu vermitteln, hat er schon vor der Partie gegen Uruguay angekündigt, dass dieses Trio an die WM fahren wird. Wenn einer wie Senderos, der kaum Spielpraxis habe, zu den Leistungsträgern zähle, sage das sehr viel aus, so Hitzfeld gestern.

Auch Xherdan Shaqiri hat den Nachweis nicht erbracht, bereits ein Spieler von internationalem Format zu sein. «Er agierte nervös, weil auch Ziegler hinter ihm nervös war. Aber er hat Substanz und muss nun Erfahrung sammeln.» Bei Ziegler folgte wie gewohnt auf eine glückliche Aktion stets eine verunglückte. Jedenfalls bleibt es auf der Position des linken Aussenverteidigers beim Dreikampf zwischen Spycher, Ziegler und dem nicht nominierten Magnin.

Der fünfte Verlierer heisst Pirmin Schwegler. Zu brav war der Auftritt des zentralen Mittelfeldspielers, um am Lack seines Konkurrenten Huggel zu kratzen.

. . . und die Gewinner

Jedoch war nicht alles schlecht, was das Nationalteam geboten hat. Ein Lichtblick war Torhüter Marco Wölfli (Hitzfeld: «unser bester Mann»), der seine Position als Nummer 2 hinter Diego Benaglio zementierte.

Davide Chiumiento, der nach der Pause eingewechselt wurde, hatte einige gute Szenen. Der Debütant vom FC Luzern «hat seine Aufgabe erfüllt», so Hitzfeld.

Ein weiterer Gewinner ist Marco Streller, den der Nationaltrainer unplanmässig wegen einer Muskelverhärtung im Oberschenkel zur Pause auswechseln musste. Der Basler hat sich in der Stürmer-Hirarchie hinter den verletzten Frei und Nkufo die dritte Position gesichert. Und Valon Behrami hat in den ersten 20 Minuten der zweiten Halbzeit gezeigt, dass er im zentralen Mittelfeld eine Alternative ist.

Es gab aber auch einen Gewinner, der gar nicht mit von der Partie war: Hakan Yakin. Hitzfeld hat zwar gestern noch einmal betont, dass man gegen Uruguay gesehen habe, welche physische Anforderungen man auf internationalem Niveau mitbringen müsse. Hinter diesen Worten steckt Kalkül. Indirekt appelliert er an Yakin, sich bis spätestens Mai in Topform zu quälen. Auf die Frage, wie viele Stürmer er nach Südafrika mitnehmen werde, antwortete Hitzfeld: «Vielleicht viereinhalb.» Yakin ist der Inbegriff des «halben» Stürmers.

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