Weltcup in Davos
Dario Cologna nach dem 24. Rang in Davos: «Ich muss wohl noch einmal über die Bücher» +++ Nadine Fähndrich wird 30.

Dario Cologna kommt bei seinem letzten Weltcup-Auftritt in Davos nicht auf Touren - nach einer unruhigen Nacht. Mit Rang 24 verliert er auf den 15 Kilometern im Flüelatal fast zwei Minuten auf entfesselte Norweger. Ein anderer Schweizer überrascht dafür.

Ralf Streule
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Dario Cologna gibt im Ziel Auskunft - etwas zerknirscht und vor allem emotional.

Dario Cologna gibt im Ziel Auskunft - etwas zerknirscht und vor allem emotional.

Bilder: Gian Ehrenzeller / KEY

Der schnellste Schweizer auf den 15 Kilometern am Weltcup in Davos? Nein, nicht der Bündner Dario Cologna. Sondern der Westschweizer Candide Pralong. Der 31-Jährige erreichte auf der Flüelaloipe in der Skatingtechnik den 16. Rang - und sorgte damit immerhin für so etwas wie eine Erfolgsmeldung vom Schweizer Team.

«Dass es das letzte Rennen in Davos sein wird, war halt doch präsent»

Cologna hingegen musste bei seinem letzten Weltcup-Auftritt auf der Flüelaloipe mit dem 24. Rang vorlieb nehmen. Er, der bei seiner Derniere in Davos vom Publikum trotz allem gefeiert wurde, sei halt wohl doch etwas nervöser gewesen, als er sich gedacht hatte, sagte er.

«Normalerweise bin ich ja nicht nervös, bin etliche Olympiarennen gelaufen. Letzte Nacht aber habe ich schlecht geschlafen. Es war halt doch präsent, dass es das letzte Davoser Rennen sein wird. Und mit diesen Gedanken im Kopf habe ich dann nicht mehr gross geschlafen.»

Als Ausrede wollte er dies aber nicht gelten lassen. Viel eher sei es wohl so, dass er noch nicht im Rennrhythmus sei. Nach dem Saisonstart in Ruka hatte er keine Rennen mehr absolviert. Colognas Hoffnung ist es, in den sechs Rennen der Tour de Ski auf Betriebstemperatur zu kommen - wie in den vergangenen Saisons oft geschehen. Die Tour beginnt am 28. Dezember in der Lenzerheide. «Bis dahin muss ich wohl noch einmal über die Bücher.»

«Gegen die schnellsten Norweger wäre heute ohnehin nichts auszurichten gewesen. Einen etwas besseren Platz aber hätte ich mir schon erwartet.» Es waren die Norweger Simen Krüger und Johannes Klaebo, die vorne den Ton angaben. Hinter ihnen klassierte sich Sergey Ustiugow auf Platz drei. Auffallend: In den ersten 14 Rängen klassierten sich ausschliesslich Norweger, Russen und Franzosen. Auf dem 15. Platz folgte der Deutsche Florian Notz. Und auf der 16 eben: Pralong. Er präsentierte in den Interviews dann auch das breiteste Lachen im Schweizer Team. Der kleine Wermutstropfen: Mit dem 15. Platz hätte er die Olympia-Vorgabe auf einen Schlag erfüllt gehabt.

Candie Pralong auf dem Weg zum 16. Platz.

Candie Pralong auf dem Weg zum 16. Platz.

Bild: Gian Ehrenzeller / KEY

Andere Schweizer, die um eine Olympiaqualifikation kämpfen, wurden hingegen zurückgebunden. Jonas Baumann, der mit dem 33. Rang die Weltcuppunkte nur knapp verpasste, zollte in der letzten von drei Runden dem Tempo Tribut, das er zu Beginn angeschlagen hatte. «Ich versuchte, im Rücken von Bolschunow das Tempo mitzugehen - vielleicht habe ich da etwas zu viel Kraft verbraucht.»

Eine Enttäuschung wurde das Rennen für den Toggenburger Beda Klee, der wie bereits in Skandinavien nicht zu seiner Form fand und nicht über einen 46. Rang hinauskam. Er, wie auch die direkt vor und hinter ihm platzierten Cedric Steiner, Erwan Käser und Cyril Fähndrich, verloren auf die Spitze fast zweieinhalb Minuten.

Nadine Fähndrich läuft auf Rang 30

Das Frauenrennen über 10 Kilometer gewann Therese Johaug vor der US-Amerikanerin Jessica Diggins. Nadine Fähndrich, die am Vortag mit einem starken Sprint auf den zweiten Platz überzeugt hatte, musste sich mit Rang 30 begnügen. Ein Ergebnis, dass sie als «okay» einordnete. Laurien Van der Graaff gab das Rennen auf.

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