Wimbledon
Roger Federer besiegt Sonego, steht in den Viertelfinals und sagt: «Ich bin in diesem Jahr ein anderer Spieler»

Roger Federer bezwingt den Italiener Lorenzo Sonego (26, ATP 27) mit 7:5, 6:4, 6:2 und steht in Wimbledon zum 18. Mal in den Viertelfinals.

Simon Häring
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Roger Federer überzeugt in Wimbledon erneut.

Roger Federer überzeugt in Wimbledon erneut.

Neil Hall / EPA

Nach Wimbledon gereist war Roger Federer mit vielen Fragezeichen und der Last der Achtelfinal-Niederlage in Halle im Kopf, bei der er danach seine Einstellung moniert hatte. In Wimbledon war er in der ersten Runde mit 1:2 Sätzen hinten gelegen, als der Franzose Adrian Mannarino sich bei einem Sturz verletzte und kurz darauf aufgeben musste. Nun steht Roger Federer in Wimbledon nach einem 7:5, 6:4, 6:2-Erfolg gegen den Italiener Lorenzo Sonego (26, ATP 27) bereits zum 18. Mal in den Viertelfinals.

Es war vor allem zu Beginn eine Berg- und Talfahrt: Federer führte mit Break und servierte beim Stand von 5:4 zum Satzgewinn, musste dann aber seinen Aufschlag zu null abgeben. Beim Stand von 5:5 und Breakball für Roger Federer muss die Partie wegen Regens für rund 20 Minuten unterbrochen und das Dach über dem Centre Court geschlossen werden.

Als es weitergeht, unterläuft Sonego ein Doppelfehler. Federer wehrt im folgenden Aufschlagspiel zwei Breakchancen ab und gewinnt den Satz.

Während des ersten Satzes muss die Partie kurz unterbrochen werden.

Während des ersten Satzes muss die Partie kurz unterbrochen werden.

Neil Hall / EPA

Nun gegen Medwedew oder Hurkacz

Ab dem zweiten Satz ist es ein zauberhafter Auftritt Federers. Im zweiten Durchgang gelingt ihm das einzige Break zum 3:2, im dritten Satz nimmt er Sonego zwei Mal den Aufschlag ab. Selber gibt der 39-jährige Baselbieter seinen Aufschlag nicht mehr ab. Das sind verheissungsvolle Vorzeichen für die Fortsetzung des Turniers, bei dem Federer mit acht Titeln (2003 bis 2007, 2009, 2012 und 2017) Rekordsieger ist, wo er vier weitere Male im Final stand und wo ihn vor zwei Jahren im Final gegen Novak Djokovic zwei Mal nur ein Punkt vom neunten Turniersieg trennte.

Als Federer auf dem Platz gebeten wird, seine Leistung einzuordnen, sind die stehenden Ovationen so laut, dass er die Fragen nicht versteht. Solche Momente sind der Grund, weshalb er nach zwei Operationen am rechten Knie und im Jahr, in dem er seinen 40. Geburtstag feiert, zurück auf den Platz wollte – Pandemie hin oder her. «Es ist ein grossartiger Moment für mich. Ich bin extrem glücklich», sagt Roger Federer sichtlich berührt.

Federer wurde mit stehenden Ovationen verabschiedet.

Federer wurde mit stehenden Ovationen verabschiedet.

Alberto Pezzali / AP

Federer: «Ich bin in diesem Jahr ein anderer Spieler»

Noch offen ist, auf wen Federer in den Viertelfinals trifft. Der Achtelfinal zwischen dem Russen Daniil Medewedew (25, ATP 2), der im Fall eines Turniersiegs in Wimbledon Novak Djokovic an der Weltranglistenspitze ablösen wurde, und dem Polen Hubert Hurkacz (24, ATP 18) musste Mitte des vierten Satzes wegen Regens unterbrochen werden und wird erst am Dienstag fortgesetzt, wenn allerdings noch mehr Regen in Aussicht steht. Gegen beide möglichen Gegner hat Federer eine makellose Bilanz: 3:0 gegen Daniil Medwedew und 1:0 gegen Hubert Hurkacz.

«Für mich spielt es keine grosse Rolle, wer auf der anderen Seite des Netzes steht. Ich bin in diesem Jahr ein anderer Spieler in Wimbledon als noch in den vergangenen Jahren. Ich muss verstehen, was funktioniert und Punkt für Punkt denken.» Danach gefragt, inwiefern er ein anderer Spieler sei, sagte Federer: «Ich variiere von der Grundlinie noch mehr, als ich das früher gemacht habe. Es ist eine andere Zeit, auch wenn ich nun wie früher hier im Viertelfinal stehe.» Und das schon zum 18. Mal. 20 Jahre nachdem er sich mit einem Erfolg gegen sein Idol Pete Sampras ein erstes Mal in den Fokus der Weltöffentlichkeit gespielt hatte.

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