Herr Hütter, der Traum vom Finale ist nach großem Kampf geplatzt. Wie geht es Ihnen nach dem Aus im Elfmeterschießen?

Adi Hütter (Trainer Eintracht Frankfurt): «Wir sind natürlich in diesem Moment sehr enttäuscht. Der Traum vom Finale ist geplatzt. Wir hatte uns das Erreichen des Endspiels fest vorgenommen. Aber das Elfmeterschießen hat entschieden, dass wir nicht ins Finale kommen. Dennoch bin ich unglaublich stolz. Wir haben alles rausgehauen und Chelsea an den Rand der Niederlage gebracht. Wir hätten das Finale verdient gehabt. Das tut jetzt weh, aber wir müssen die Köpfe wieder nach oben bekommen.»

Wie haben Sie das Spiel gesehen?

«Was ich spätestens ab der 45. Minute gesehen habe, waren Überzeugung, Mut und Glauben, dass wir einen ganz großen Gegner ausschalten können. Das war unser bestes Spiel in der internationalen Saison. Wir haben uns unglaublich gut verkauft und auf uns aufmerksam gemacht. Das ist ein sehr wichtiger Aspekt. Die Spieler von Chelsea waren unglaublich unruhig, die Zuschauer waren unruhig - und wir hätten es in der Verlängerung bei zwei großen Chancen entscheiden können. Elfmeterschießen ist immer eine Glücksache. Es ist schade und bitter, dass wir so ausgeschieden sind.»

Wie war die Stimmung in der Kabine?

«Die Enttäuschung ist sehr groß, die Köpfe hängen unten, Tränen sind geflossen - weil wir eben diesen Traum vom Finale hatten. Ich als Trainer kann meiner Mannschaft nur gratulieren. Aber wir haben noch zwei unglaublich wichtige Spiele vor der Brust. Wir müssen das Ganze so schnell wie möglich abhaken. Die Fans und die Mannschaft haben es absolut verdient, dass wir auch nächstes Jahr international spielen. Wir können viel Positives mitnehmen.»

Müssen sie die Pechvögel vom Elfmeterschießen besonders aufbauen?

«Beim Elfmeterschießen gibt es immer Pechvögel. Da kann man niemandem böse sein. Es ist vielmehr schade, dass wir es in den 120 Minuten nicht geschafft haben. Wir waren die bessere Mannschaft mit den besseren Chancen. Wir hätten den Sack zumachen können. Also sind war alle irgendwo Pechvögel.»

Wie lautet Ihr Fazit der Europacup-Saison?

«Es war fantastisch, was wir gezeigt haben. Erst der Rekord mit sechs Siegen in sechs Gruppenspielen. Dann haben wir Mannschaften aus der Champions League ausgeschaltet. Und wir haben den Topfavoriten Chelsea fast im eigenen Stadion blamiert. Das kann uns sehr stolz machen. Wir haben leider nichts in der Hand, aber es war eine sensationelle internationale Saison.»