WM-Qualifikation
Jetzt gibt es Pizza und Bier: Schweizerinnen schlagen sensationell Italien mit 2:1

Die Schweizer Fussballerinnen verdienen sich dank eines starken Auftritts den Dusel in der Schlussphase und siegen gegen Italien mit 2:1. Dank des Erfolgs gegen den direkten Konkurrenten sind die Schweizerinnen auf gutem Weg sich für die WM zu qualifizieren.

Raphael Gutzwiller
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Grosser Jubel bei den Schweizerinnen nach dem Sieg gegen Italien.

Grosser Jubel bei den Schweizerinnen nach dem Sieg gegen Italien.

Salvatore Di Nolfi / Keystone

In der letzten Minute des Spiels entsteht doch noch Chaos. Die Schweizerinnen schwimmen im eigenen Strafraum, bringen den Ball nicht weg aus der Gefahrenzone. Zunächst ist es Luana Bühler, die ihre Gegenspielerin zu Fall bringt: kein Penalty, Glück gehabt. Wenig später knallt der Schuss von Barbara Bonasea an die Latte, wieder Glück. Die Schweizer Torumrandung zittert noch immer, als Schiedsrichterin Stéphanie Frappart die Partie beendet.

Die Schweiz bringt den Sieg im wichtigen WM-Qualifikationsspiel gegen Konkurrent Italien also doch noch über die Ziellinie. Dank des überraschenden 2:1-Sieges führt die Schweiz die Gruppe nun drei Punkte vor Italien an.

Svenja Fölmli (links) im Duell mit der Italienerin Lisa Boattin. Dahinter schaut Ana-Maria Crnogorcevic zu.

Svenja Fölmli (links) im Duell mit der Italienerin Lisa Boattin. Dahinter schaut Ana-Maria Crnogorcevic zu.

Salvatore Di Nolfi / Keystone

So viel Dusel am Schluss nötig ist, so verdient ist der Erfolg insgesamt. Die Schweiz hat solidarisch gekämpft. Bis zum Lattenschuss von Bonasea schien der Sieg kaum in Gefahr. «Manchmal braucht man ein bisschen Glück. Das haben wir uns aber verdient, weil wir gegen einen sehr guten Gegner sehr gut gespielt haben», findet Nationaltrainer Nils Nielsen.

Nach zwanzig Minuten steht es 2:0 für die Schweiz

Tatsächlich zeigen die Schweizerinnen in Palermo eine reife und starke Vorstellung. Nach zwanzig Minuten führen sie nach zwei beinahe identischen Treffern mit 2:0. Zunächst flankt Ana-Maria Crnogorcevic in der achten Minute von rechts mustergültig auf Coumba Sow, die per Kopf trifft. Elf Minuten später ist es Ramona Bachmann, deren Flanke von links den Kopf von Crnogorcevic findet. Es sind die ersten beiden richtig guten Torchancen für die Schweiz im Spiel.

Hätte diese Effizienz weiter Bestand gehabt, die Schweizerinnen hätten die Frage nach dem Sieger dieses wichtigen Qualifikationsspiels schon viel eher klar machen können. Sie verzeichnen auch in der Folge die gefährlicheren Torszenen, scheitern aber mehrfach am eigenen Unvermögen. Und so kann Italien nach dem Anschlusstor nach einer Stunde durch Bonasea phasenweise Druck auf das Schweizer Tor aufbauen. Richtig Chaos gibt es aber erst in der letzten Minute, als die Ordnung im Schweizer Spiel verloren geht.

Nils Nielsen nimmt das Chaos zum Schluss auf sich.

Nils Nielsen nimmt das Chaos zum Schluss auf sich.

Salvatore Di Nolfi / Keystone

Dafür übernimmt Nielsen die Verantwortung. «Das war mein Fehler. Wir hatten bei der Einwechslung von Rahel Kiwic Probleme in der Kommunikation, nicht alle Spielerinnen wussten, wie wir umgestellt haben.» Im lauten Stadion in Palermo habe man für die Europameisterschaft im Sommer in England gelernt. «Dort wird es auch laut sein und wir müssen unsere Kommunikation anpassen.»

Zum Feiern des Sieges gibt es Pizza und Bier

Dass die Kommunikationspanne nach dem Spiel das grösste Problem ist, steht sinnbildlich für die ansonsten makellose Leistung. Dank des wichtigen Auswärtssieges in Italien landet die Schweiz einen Big Point auf dem Weg an die Weltmeisterschaft 2023. «Wir freuen uns riesig. Das ist ein ganz wichtiger Sieg für uns», sagt Svenja Fölmli. Captain Lia Wälti will dagegen noch nicht ganz in Euphorie verfallen: «Wir sind noch nicht qualifiziert. Aber wenn wir gegen die kleineren Teams keine Punkte liegen lassen, dann ist die Ausgangslage richtig gut. Doch wir wissen, dass noch viele Spiele in dieser Qualifikation anstehen.»

Grosser Jubel bei Coumba Sow (links) und Ana-Maria Crnogorcevic.

Grosser Jubel bei Coumba Sow (links) und Ana-Maria Crnogorcevic.

Salvatore Di Nolfi / KEYSTONE

Doch zunächst steht das Feiern an im Schweizer Lager. Besonders gross sind die Emotionen bei Torschützin Coumba Sow. «Die Freude über den Sieg ist riesig. Jetzt gibt es Pizza, wir sind schliesslich in Italien. Und vielleicht auch noch ein Bier.» Nationaltrainer Nils Nielsen meint dazu: «Das haben sich die Spielerinnen nach dieser Leistung verdient.»

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