Kolumne Langlauf-WM
Wenn der Chef fehlt oder wo war der Weihnachtsmann an Weihnachten?

Zwei Eröffnungsfeiern von zwei Ski-Weltmeisterschaften und beide Male fehlt Skiverbandspräsident Gian Franco Kasper. Das Coronavirus machte dem 77-Jährigen gleich einen doppelten Strich durch die Rechnung.

Rainer Sommerhalder
Rainer Sommerhalder
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FIS-Präsident Gian Franco Kasper: Zuerst in Quarantäne, dann mit einer Impfreaktion, inzwischen aber wieder fit und als Zaungast bei den Langlauf-Wettkämpfen.

FIS-Präsident Gian Franco Kasper: Zuerst in Quarantäne, dann mit einer Impfreaktion, inzwischen aber wieder fit und als Zaungast bei den Langlauf-Wettkämpfen.

Christian Bruna / EPA

Weltmeisterschaften sind der Höhepunkt im Jahresprogramm jedes Sportverbandes. Für die Athleten geht es um die Medaillen, für den Organisator um die Anerkennung, für die Funktionäre um die Aufmerksamkeit. Die WM zu eröffnen ist dabei ein präsidiales Vorrecht. Ausser ein bedeutender Staatsmann oder ein gekröntes Haupt gibt sich die Ehre.

Doch Corona macht selbst diese Traditionen zunichte, was uns der Internationale Skiverband im Februar gleich doppelt demonstrierte. Sowohl an den Titelkämpfen der Alpinen in Cortina wie auch bei jenen der Nordischen in Oberstdorf war Skipräsident Gian-Franco Kasper als Zeremonienmeister des Eröffnungsakts angekündigt. Beide Male schwänzte der 77-jährige Engadiner kurzfristig und ohne offiziell kommunizierten Grund.

Gut, Kasper muss keinen Wahlkampf mehr betreiben. Nach 23 Jahren an der Spitze der FIS wird er im Sommer Platz für einen Nachfolger machen. Zum Abschied nochmals ins nicht vorhandene Publikum zu winken, wäre dennoch Teil des Protokolls gewesen.

Wir lösen das Rätsel auf. In Cortina musste Kasper wegen eines Coronafalls im Umfeld knapp vor der Eröffnung in Quarantäne. In Oberstdorf reagierte er mit Unwohlsein und Schüttelfrost auf die zweite Impfdosis und musste Stunden vor der Feier erneut passen. Nicht alle verstanden Kaspers Abwesenheit. Ein hoch dekorierter Funktionär kommentiere es mit dem Satz: Das ist wie Weihnachten ohne Weihnachtsmann.

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