Spitzenkampf
Xherdan Shaqiri und das lange Leiden – wird im neuen Jahr endlich alles besser?

Der Schweizer Nationalspieler spielt so lange für Liverpool in der Premier League wie nie mehr seit Dezember 2019. Das Spitzenspiel gegen Manchester United endet 0:0.

Etienne Wuillemin
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75 Minuten Einsatzzeit - Xherdan Shaqiri darf sich endlich wieder einmal in der Premier League beweisen. Ein paar gute Pässe gelingen. Am 0:0 seines Teams kann aber auch Shaqiri nichts ändern.

75 Minuten Einsatzzeit - Xherdan Shaqiri darf sich endlich wieder einmal in der Premier League beweisen. Ein paar gute Pässe gelingen. Am 0:0 seines Teams kann aber auch Shaqiri nichts ändern.

Phil Noble / Pool / EPA

Es ist eine kurze, herzliche Umarmung. 75 Minuten sind gespielt in diesem enttäuschenden Spitzenspiel zwischen Liverpool und Manchester United, als ­Jürgen Klopp seine Hände liebevoll um Xherdan Shaqiri legt und ihm nach der Auswechslung zur Leistung gratuliert. Zu einem Tor oder Assist hat es für Shaqiri zwar nicht gereicht, aber er rechtfertigte seine Nomination mit einigen gelungenen Pässen durchaus.

Eine Umarmung nach der Auswechslung nach 75 Spielminuten. Liverpool-Trainer Jürgen Klopp und Xherdan Shaqiri.

Eine Umarmung nach der Auswechslung nach 75 Spielminuten. Liverpool-Trainer Jürgen Klopp und Xherdan Shaqiri.

Phil Noble / AP

Wer sich mit Xherdan Shaqiri und seinen Zahlen beschäftigt, der schaut seit geraumer Zeit vor allem auf eine Statistik: jene der Einsatzminuten. Die Schlüsselfrage hat sich auch 2021 nicht verändert, sie lautet: Kriegt Shaqiri genügend Spielzeit im mit vielen Weltstars gespickten Team von Liverpool? Immer mal wieder wird darum auch über einen möglichen Transfer Shaqiris debattiert.

Nun, dieser Sonntag, dieses 0:0 gegen Manchester United ist wieder einmal ein Lichtblick. 75 Spielminuten für Liverpool in der Premier League? Das gab es für Shaqiri nie mehr seit dem 4. Dezember 2019, damals beim 5:2 gegen Everton durfte er gar über die gesamte Spieldauer auflaufen und schoss ein Tor. Seither sind erneut Muskelverletzungen dazwischen gekommen. Zuletzt Ende November, wobei noch immer nicht restlos geklärt ist, wo sich Shaqiri diese zugezogen hat, ob mit dem Nationalteam oder kurz nach seiner Rückkehr zu den Reds.

75 Minuten Einsatzzeit - Xherdan Shaqiri darf sich endlich wieder einmal in der Premier League beweisen. Ein paar gute Pässe gelingen. Am 0:0 seines Teams kann aber auch Shaqiri nichts ändern.

75 Minuten Einsatzzeit - Xherdan Shaqiri darf sich endlich wieder einmal in der Premier League beweisen. Ein paar gute Pässe gelingen. Am 0:0 seines Teams kann aber auch Shaqiri nichts ändern.

Phil Noble / Pool / EPA

Liverpool und die wegweisenden Wochen

Die Verletzungen sind nicht gerade Shaqiris Lieblingsthema. Im Herbst antwortete er einmal auf die Frage, ob er noch genügend Vertrauen in seinen Körper habe, erbost mit: «Natürlich, wer kein Vertrauen mehr hat in seinen Körper, muss nicht mehr Fussball spielen. Darum ist das eine dumme und unnötige Frage.» Es ist ihm jedenfalls zu wünschen, dass er nun endlich einmal mehrere Monate ohne Blessuren durchhält.

Die Gelegenheit wäre günstig, denn Liverpool läuft auf dem Zahnfleisch. Das Unentschieden gegen Manchester United war bereits das vierte Spiel in der Premier League ohne Sieg hintereinander. United bleibt damit Leader, drei Punkte vor den «Reds».

Manchester United behauptet sich an der Spitze der Premier League. Am späten Sonntagabend rückte Stadtrivale Manchester City bis auf zwei Punkte heran.

Manchester United behauptet sich an der Spitze der Premier League. Am späten Sonntagabend rückte Stadtrivale Manchester City bis auf zwei Punkte heran.

Screenshot Teletext

Die Gäste aus Manchester standen dem Sieg gestern näher. Alleine in den letzten 15 Minuten verpassten Bruno Fernandes, Marcus Rashford und Paul Pogba dreimal das entscheidende Tor. Die Frage ist, wie sich die Partie entwickelt hätte, wenn die United früher auf Sieg gespielt und die massierte Verteidigung etwas gelockert hätte.

Vergibt den späten Sieg: Bruno Fernandes.

Vergibt den späten Sieg: Bruno Fernandes.

Michael Regan / AP

Und so durfte sich Liverpool nach einem langen Leiden am Ende immerhin über einen Punkt freuen. Doch nun kommen wegweisende Wochen. Im nächsten Monat stehen gleich neun Spiele an, die voller Brisanz sind. Erst kommt es nächste Woche im FA-Cup zum Rückspiel gegen Manchester United. In der Premier League folgen dann die Aufgaben Tottenham, Manchester City (das am Abend Liverpool mit einem Sieg gegen Crystal Palace ebenfalls noch überholte), Leicester und Everton. Und schliesslich das Hinspiel im Champions-League-Achtelfinal gegen Julian Nagelsmanns Leipzig.

2019 waren die Liverpooler die Könige Europas. 2020 folgte der Titel in England. Doch nun muss die Bestätigung dieser ­Erfolge kommen. Nicht nur Xherdan Shaqiri ist gefordert.