Lengnau

Sie will vom Hausflur auf den Laufsteg – und ist auf dem besten Weg

Die 14-jährige Nele Tams ist die Jüngste von 18 Finalisten.

Die 14-jährige Nele Tams ist die Jüngste von 18 Finalisten.

Nele Tams steht im Finale von Elite Model Look Schweiz – wird sie in die Fussstapfen von Cindy Crawford und Co. treten? Ein Besuch beim jungen Model.

Alessandra Ambrosio, Cindy Crawford, Gisele Bündchen – international erfolgreiche Supermodels, die auf den Laufstegen der Welt zu Hause sind. Entdeckt wurden sie alle beim Wettbewerb «Elite Model Look». Heute Donnerstagabend werden in der Halle 622 in Zürich Oerlikon 2 von 18 Finalisten zu Siegern des Elite Model Look Schweiz auserkoren. Ist diese Hürde geschafft, ruft das Weltfinale.

Eine der zehn weiblichen Finalistinnen ist Nele Tams aus Lengnau. Mit 14 ist sie gerade genug alt, um am Contest teilnehmen zu können und das Küken unter den Finalisten. «Obwohl ich die Jüngste bin und noch wenig Erfahrung im Modeln habe, werde ich gleich wie meine Mitbewerber behandelt», sagt Nele Tams. Wie Manuela Frey aus Brugg, die den Contest 2012 gewonnen hat und seitdem Stammgast auf den internationalen Laufstegen von grossen Modemarken wie Chanel oder Armani ist, kann auch Nele eine solche Zukunft bevorstehen.

Hürden erfolgreich gemeistert

Für die Bühne und das Rampenlicht scheint sie wie geschaffen. Das Posieren vor der Kamera und das Laufen auf hohen Schuhen habe ihr schon als kleines Mädchen Spass gemacht. «Ich habe die Schuhe von Mama getragen und bin darin im Hausflur auf und ab gelaufen, obwohl sie mir viel zu gross waren», sagt sie. Für Aufführungen von Ballett und Theater stand sie schon dutzende Male auf der Bühne. Bei sich zu Hause begrüsst uns die 1,77 Meter grosse Schweizerin mit ihrem sympathischen Lächeln. Ihr Gesicht ist übersät mit Sommersprossen, die sie an sich selbst am meisten mag, wie sie sagt. Selbstbewusst erzählt sie uns von ihrer Geschichte und weiss auf kritische Fragen immer eine Antwort.

Nele Tams begann, sich für die Castingshow Germanys Next Topmodel zu interessieren und fand den Lebensstil der Models spannend. «Als Model reist man viel, trifft immer neue Leute und kann einiges daraus lernen», sagt sie. Ihre Mutter Andrea Tams kennt die Wünsche ihrer Tochter und machte sie auf das Casting von Elite Model Look aufmerksam, das im Februar in Bern stattfand. Nele nahm ohne grosse Erwartungen daran teil und wurde prompt zum «Recall» eingeladen. «Ich habe mein Glück erst realisiert, als meine Schwester voller Freude über die Einladung jubelte», sagt sie. Im März folgte das erste Shooting in der Agentur, was ihr zuerst nicht geheuer war. «Zu Hause lache ich immer auf Fotos. Für das Foto musste ich jedoch ernst blicken, was am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig war», sagt sie. Aber auch diese Hürde hat Nele mit vollem Erfolg gemeistert: Im Mai hat sie die Nachricht erhalten, dass sie eine der Finalistinnen ist. Um sich auf das grosse Finale vorzubereiten, habe sie Videos mit Tipps zum Gehen auf Highheels angesehen. «Inzwischen klappt das Gehen auf hohen Schuhen besser», sagt sie und zeigt stolz ihre Stilettos mit zwölf Zentimeter hohen Absätzen.

Die Schattenseiten

Magersucht, Oberflächlichkeit, Konkurrenzkampf: Die Modelwelt scheint auf den ersten Blick bezaubernd zu sein, doch hinter der Fassade sieht es anders aus. Negative Schlagzeilen sind allzeit präsent. «Magersucht ist eine schlimme Krankheit. Ich hoffe, dass ich nie daran leiden muss. Dafür liebe ich Essen zu sehr», sagt Nele.

Models gibt es wie Sand am Meer, wie soll man sich da durchsetzen? «Ich mag mich so, wie ich bin. Wenn ich nicht gebucht werde, wird es wohl daran liegen, dass die Agenturen etwas anderes gesucht haben. Ich hoffe, dass ich mich von Absagen nicht einschüchtern lasse und sie nicht allzu persönlich nehme», sagt sie.

Mit ihren jungen Jahren scheint sie zu wissen, was sie will. Ein bestimmtes Vorbild, dem sie nacheifere, habe sie nicht. «Emma Watson finde ich toll. Sie steht für das ein, woran sie glaubt, und kann mit ihrer Berühmtheit einiges bewirken», sagt Nele Tams. Wie sich die Schauspielerin für Frauenrechte einsetze, wolle auch sie für das einstehen, was ihr am Herzen liege. Die 14-Jährige powert sich beim Volleyballspielen aus, übt regelmässig Klavier und bringt sich das Gitarrespielen selbst bei. Nebst der Schule und ihren Hobbys hat sie diese Woche einen vollen Terminplan – fast wie bei einem begehrten Model. Sie pendelt von Lengnau nach Zürich für die Proben der Finalshow. Nervös sei sie momentan noch nicht. «Aber das kommt bestimmt noch vor dem Auftritt», sagt Nele.

Und was, wenn sie das Final nicht gewinnt? «Ich gönne den Sieg jedem. Wir sind eine sehr tolle Gruppe und verstehen uns ausgezeichnet», sagt sie. Wenn es nicht klappen sollte, möchte sie nach der Bezirksschule die Kantonsschule besuchen, später dann studieren – und hoffentlich nebenbei modeln können.

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