Kath. Kirchenchor
Der Zigerschlitz war eine Reise wert

Der kath. Kirchenchor Windisch unterwegs im Glarnerland

Marcel Siegrist
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Der Tag begann erst langsam zu grauen, als sich der Kirchenchor
Windisch Ende September aufmachte, das Glarnerland näher kennen zu
lernen. Trotz Nebelschwaden steuerte Eurobus-Chauffeur Willi
Schaffner zielsicher die Habinsel Au am Zürichsee an wo der duftende
Kaffee alle Restmüdigkeit vertrieb. Die Konturen der Landschaft am
obern Zürichsee liessen sich erst erahnen, und so waren Informationen
über Geschichte, Kultur und Natur des Glarnerlandes willkommen.
Eingangs des Dorfes Elm brachen die ersten Sonnenstrahlen durch und
sie blieben uns bis am Abend treu. Der Sernftalbus „kletterte" die
steile Strase hinauf und entliess uns am Beginn des Höhenweges zum
Ämpächli. Die ganze majestätische Pracht der Glarner Alpen, samt
Tschingelhörnern und Martinsloch, breitete sich vor uns aus,
unterstützt vom Glanz der milden Herbstsonne. Beim Überraschungsapéro
auf halber Strecke stimmten wir deshalb spontan den Kanon: Ein heller
Morgen ohne Sorgen..." an und beflügelt und in bester Stimmung
erreichten wir nach zwei Stunden das Bergrestaurant. Das echte
Landsgemeindemenü (Chalberwurst mit Kartoffelstock und Zwetschen)
schmeckte allen und machte einige so übermütig, dass sie die sichere
Fahrt mit der Gondelbahn verschmähten und stattdessen auf holperiger
und steiler Piste mit dem Monster-Trottinett oder dem vierrädrigen
Mountaincart ins Tal rollten. Ein geführter Rundgang im Freuler-Palst
in Näfels ist ein Muss für alle Besucher des Glarnerlandes. In den
herrschaftlichen Räumen konnten viele historische Gegenstände sowie
Zeugnisse aus der Blütezeit der Textildruckerei bewundert werden.
Im Kloster Wurmsbach am Obersee hiess uns die Schwesterngemeinschaft
der Zistzerzienserinnen willkommen und liess uns teilhaben an ihrer
Vesper. In der hellen und modernen Kirche lauschten wir ihren
Gesängen und Gebeten und revanchierten uns mit einem kleinen
Chorkonzert. Der magischen Anziehungskraft des Klosterladens konnte
nieman widerstehen und nach einem Zvieri im schönen Klosterpark hiess
es leider Abschied nehmen von dieser wenig bekannten Oase der Stille.
Wie gewohnt und geschätzt, fuhr Chauffeur Schaffner auf „Umwegen" in
den Aargau, was uns erlaubte, Täler, schmucke Dörfer und Weiler fern
der Autobahn kennen zu lernen. Selbst der obligate Farbenrausch des
Sonnenuntergangs fehlte nicht als Schlusspunkt dieser bestens
gelungenen Chorreise. (ms)

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