Favoriten setzen sich durch
Orientierungslauf: Gemperle und Ruch waren die Schnellsten im Zauberwald

Einige Zentimeter Schnee machten den 1. Nationalen Orientierungslauf der Saison in Ermensee zum Erlebnis. Durchgesetzt haben sich dennoch die Favoriten: Natalia Gemperle bei den Frauen und Remo Ruch bei den Männern.

Jörg Greb
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Erlosen18

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Schnee und Minustemperaturen Mitte März im Mittelland – das ist ungewöhnlich. Wann hat’s Vergleichbares gegeben? fragte sich eine Grosszahl der über knapp 1500 Orientierungsläufer, die zum ersten grossen Kräftevergleich ins Seetal nach Ermensee (LU) fuhren.

Eine konnte eine genaue Antwort liefern: Brigitte Grüniger Huber. Die frühere Nationalkaderathletin wusste: «2008 fuhr ich an diesem Tag zur Geburt unserer Zwillinge ins KSA, und damals lag ebenfalls Schnee.» Nun liefen sie und ihre Tochter im Schnee (Brigitte Rang 5 bei den D40, Mirja Rang 3 offen Scool).

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Spuren dank Schnee

Ein besonderes sich Bewegen und Orientieren im frischverschneiden Erlosen-Wald war verlangt. «Anspruchsvoll, da rutschig, uneben und schwer abwägbar, was sich unter der dünnen weissen Schicht befindet», befanden die einen. Andere gewichteten einen anderen Blickwinkel: «Vom weissbedeckten Waldboden hoben sich die orange-weissen Kontrollposten wunderbar ab.» Zwar gab es feine Spuren, denen sich folgen liess.

Aber im Gegensatz zu einer beträchtlichen Schneeschicht, hatten die früh Gestarteten dadurch kaum einen Nachteil. «Ein geiler Wald, ein cooler Lauf», waren denn im Ziel öfter gehörte Kommentare. Ausgezeichnet haben sich die Bahnen des Bahnleger Roman Klauser durch viele Hangposten, interessante und abwechslungsreiche Routenwahlen sowie Tempovariationen beim Auf und Ab, beim Laufen auf Wegen wie beim Querlaufen zwischen den Bäumen.

Ermensee statt Sotschi

Unterschiedlich präsentierten sich die Ausmarchungen in den beiden Elitekategorien. Bei den Männern setzte sich der Berner Remo Ruch knapp durch. Der Trainingsleiter des Nationalen Stützpunktes in Bern und letztjährige Teilnehmer an der CISM-WM nahm Luca Zingg bei einer Siegerzeit von 1:16:52 Stunden 59 Sekunden ab.

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Deutlich klarer präsentierten sich die Verhältnisse bei den Frauen. Natala Gemperle, die mit dem ehemaligen Schweizer Nationaltrainer Rolf Gemperle verheiratete Russin aus Hallwil, nahm der zweitplatzierten Silje Ekroll Jahren (No) mit ihren 54:44 Minuten 5:19 Minuten ab und der drittplatzierten Einheimischen Katrin Müller 8:11.

Kritik am eigenen Lauf

Trotz ihres Vorsprungs fand Natalja Gemperle aber sofort Kritikpunkte zu ihrem Lauf: «Ich kam nicht ohne Konzentrationslücken durch.» Von den insgesamt 20 Abschnittsbestzeiten realisierte sie «nur» deren 16. Dennoch genoss sie den Wettkampf.

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Als «Auflockern des Trainingsalltages», sah sie das Rennen, verbunden «mit dem Wettkampfkribbeln und dem schönen Gefühl, wenn du andere OL-Läufer kreuzest oder siehst.» Dank ihrer Klasse konnte Natalia Gemperle in ihrer neuen Heimat starten und musste nicht an die russischen EM-Ausscheidungsrennen von diesem Wochenende in Sotschi reisen.

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