Solothurner Heimatschutz
Veränderungen sichtbar machen · Solothurner Schanze

Solothurner Heimatschutz
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Mittelalter neben Barock Vom Landhausquai lässt sich sehr gut erkennen, wo die mittelalterliche Mauer der Vorstadt aufhört und die Barocke beginnt.

Mittelalter neben Barock Vom Landhausquai lässt sich sehr gut erkennen, wo die mittelalterliche Mauer der Vorstadt aufhört und die Barocke beginnt.

Über 60 Personen liessen sich durch Samuel Rutishauser durch die Geschichte der Verteidigungsanlagen der Stadt Solothurn führen.

Am vergangen Samstag hat der Solothurner Heimatschutz im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Veränderungen sichtbar machen“ zu einer besonderen Stadtführung geladen.

Bevor sich die Gruppe auf den Stadtspaziergang machte, erläuterte Rutishauser die wichtigsten Meilensteine der Entwicklung der Befestigungsanlagen der Stadt.

Das Gesagte wurde anschliessend anhand offensichtlichen und versteckten Zeugen gezeigt. Während der Übergang zwischen mittelalterlicher und barocker Stadtmauer der Vorstadt zwischen Kreuzackerpark und Unterer Winkel klar erkennbar ist, wussten wohl die wenigsten, dass der Stalden im unteren Bereich dem Verlauf der römischen und mittelalterlichen Stadtmauer entspricht. Erkennen lässt sich dies an Steinen aus dem Kern der römischen Castrumsmauer, welche in Gebäuden integriert wurden.

Über einen Abstecher auf den einzigen von Anfang an als Platz gedachten öffentlichen Raum der Altstadt, dem Friedhofplatz ging es weiter zum Amtshausplatz. Dort hatten die Festungsingenieure der Barockzeit eine besondere Lösung gefunden, um die Stadt zu sichern. Vor dem eigentlichen Bastion stand ein Ravelin. von dem aus die Soldaten zurück Richtung Stadt auf den Gegner hätten schiessen können. Ob die barocke Verteidigungsanlage wirklich funktioniert hätte, bezweifelt Rutishauser. Die Dimensionen waren viel zu Eng und ob sich den Idealvorstellungen entsprechend Truppen hätten verschieben lassen, mussten die Solothurner zum Glück nie erfahren. Trotzdem konnten sie sich mit einer Verteidigungsanlage „à la mode“ mit anderen Städten messen.

Über den Chüngeligraben, wo die mittelalterliche Mauer am deutlichsten mit den halben Wehrtürmen in der Bebauung erkennbar ist, ging es zum Abschluss auf die Riedholzschanze. Von hier aus lässt sich exemplarisch zeigen, dass die Entwicklung der Stadt Solothurn dem europäischen Normalfall, mit einer Besonderheit, entspricht. Mittelalterliche Mauer, barocke Schanze und Ring mit öffentlichen Bauten finden sich auch in anderen europäischen Städten, einfach ein wenig grösser. Besonders ist aber, dass sich um die barocke Stadtbefestigung zahlreiche Klöster befanden, dessen Ländereien lange unbebaut blieben.

Eine Beigabe gab es mit der Schilderung der Situation um Riedholzturm und Thüringenhaus „intra muros“. „Hier treffen so viele Epochen aufeinander, vom Mittelalter bis zur Gegenwart, dass es ein „Chrüsimüsi“ gibt.“, erläuterte Rutishauser. Diesen zu zeigen und nicht so zu tun als nichts wäre, war ihm wichtig.

Der Abbruch der Turnschanze 1905 führte übrigens zum Zusammenschluss verschiedener Widerstandsgruppen und zur Gründung des Schweizer Heimatschutzes.

Die nächste Veranstaltung der Reihe „Veränderungen sichtbar machen“ findet am Samstag 5. Mai in Grenchen statt, Treffpunkt ist 14h00 unter dem Stadtdach auf dem Marktplatz.

Die vom BSA Bern, SIA Solothurn und Solothurner Heimatschutz organisierten Veranstaltungsreihe im Kulturerbejahr 2018 wird im September mit zwei weiteren Anlässen in Olten und Breitenbach fortgesetzt.

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