Langenthal
51 Länder, 1000 Kandidaten und 200000 Besucher

Die Berufsfachschule Langenthal ehrt das erfolgreiche Team bestehend aus Adrian Kamer und Reto Meier, das an den Berufs-Weltmeisterschaften in London Platz 5 geholt hat.

Hans Mathys (Text und Bild)
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Adrian Kamer (links) und Reto Meier stellten am Freitag in Langenthal ihre Mechatronic-WM-Anlage vor.

Adrian Kamer (links) und Reto Meier stellten am Freitag in Langenthal ihre Mechatronic-WM-Anlage vor.

Eine aufgeräumte Stimmung herrschte am Freitagabend in der Aula der Berufsfachschule Langenthal (bfsl). Hier ehrten Rektor Thomas Zaugg sowie die Fachlehrpersonen Gody Berger und Stefan Wiedmer die Automatiker Adrian Kamer (Hilterfingen) und Reto Meier (Wiesendangen), die an der Berufs-Weltmeisterschaft in London (World Skills 2011) als Schweizer Team den glänzenden fünften Rang erreichten.

Der Berner und der Zürcher hatten sich zu einem grossen Teil in Räumen der bfsl auf den von 200000 Interessierten besuchten Grossanlass in London vorbereitet. Filmsequenzen und Fotos der WM vermittelten die tolle Atmosphäre, an der auch Schweizer Fans mit Fahnen und Kuhglocken für Stimmung sorgten.

Hürden auf dem Weg nach London waren für die beiden Automatiker – aber auch für Konstrukteure und Elektroniker – Vorausscheidung, Schweizer Berufsmeisterschaft, Endausscheidung, Vorbereitung auf World Skills.

Der am 1. Oktober 1989 geborene Adrian Kamer und Reto Meier (24. November 1990) mussten sich in den Bereichen Montage, Programmierung, Inbetriebnahme und Fehlersuche beweisen. Kamer besuchte das Gymnasium und schloss mit der Matura ab. Dann absolvierte er eine Lehre als Automatiker bei der Wifag in Bern. Zurzeit besucht er berufsbegleitend die Fachhochschule in Burgdorf.

Meier absolvierte die Automatiker-Lehre in Winterthur. Er will die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften besuchen.

Intensives Training

Auch dank des Intensiv-Trainings in Langenthal hätten sie sich eine gewisse «Stress-Resistenz» angeeignet. An der WM in London seien beim Bau ihrer Mechatronic-Anlage mit integriertem Roboter die Farberkennung (Lichttaster der Sensoren) und die Rutsche (weil sie vorerst zu steil war, überschlug sich das Teilchen zuunterst) zentrale Themen gewesen.

«Auch der Zeitfaktor spielte mit», so Kamer und Meier unisono. «Wir werden eine solche Anlage nie so schnell bauen können, wie die Japaner.

Aber wir trainieren dies auch nicht vier Jahre lang wie sie. Dank dieses Zeitvorsprungs können sie die Anlage länger austesten.» Tatsächlich holten die Japaner (ex aequo mit Brasilien) Gold. Bronze ging an Korea und Schweden.

Das «Langenthaler» Team wurde Fünfte, gefolgt von Holland, Deutschland, Norwegen, China, Finnland, Kanada, Malaysia, England, Frankreich, Österreich und so weiter. Eine erste Ehre erfuhren Kamer und Meier bereits bei ihrem Rückflug von London: Ab Basel wurden sie von zwei F/A 18 der Patrouille Suisse eskortiert.

Kamer und Meier stellten nun ihre WM-Anlage vor, ehe sie von Peter Hänni (Abteilungsleiter Grund- und Weiterbildung) sowie Stefan Pulfer (Fachperson Automatiker) interviewt wurden.

Gody Berger stellte zuletzt die Kandidaten der bfsl vor, die sich fürs Selektionsverfahren zu den World Skills 2013 in Leipzig angemeldet haben und sich gestern Samstag am bfsl erstmals vorbereiteten: Stefan Aeschimann, Schwarzenbach (Ammann Langenthal), Fabian Grossenbacher, Thörigen (Bystronic Niederönz), Dominic Loosli, Eriswil (Ammann, Langenthal), Pascal Solothurnmann, Wangen a/A. (Festo Pieterlen) und Thomas Sommer, Affoltern i.E. (Daetwyler Bleienbach).

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