Dietikon
Ausgezeichnet: Der IHV belohnt die herausragendsten Diplomarbeiten mit einem Preis

Die drei Top-Absolventen des Bildungszentrums «sfb» in Dietikon nahmen für ihre Arbeit je 500 Franken entgegen – damit würdigte der Industrie- und Handelsverein Dietikon ihre Arbeit.

Lydia Lippuner
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Die drei besten Absolventen erhielten einen Preis: IHV-Präsident Josef Wiederkehr mit den Absolventen Fabio Giddey, Cyril Maurer und Christian Bühler sowie der Direktorin des Bildungszentrums «sfb», Dorothea Tiefenauer.

Die drei besten Absolventen erhielten einen Preis: IHV-Präsident Josef Wiederkehr mit den Absolventen Fabio Giddey, Cyril Maurer und Christian Bühler sowie der Direktorin des Bildungszentrums «sfb», Dorothea Tiefenauer.

Limmattaler Zeitung

Die Stühle standen weit auseinander, und als Geschenk zum Mitnehmen gab es für alle ein Käppi und eine Maske. Statt rund 200 Diplomanden waren am Montagabend aber nur die drei besten Abgänger eingeladen. Die Absolventen der Höheren Fachschule für Technologie und Management («sfb») in Dietikon reisten an, um einen Preis des Industrie- und Handelsvereins Dietikon (IHV) entgegenzunehmen.

Der Anlass war für die Schuldirektorin Dorothea Tiefenauer ein Höhepunkt, da sie zum ersten Mal seit Oktober wieder eine Veranstaltung vor Ort durchführen konnte. Nachdem die Direktorin an die Abgänger einige persönliche Worte richtete, trat Josef Wiederkehr, der Präsident des IHV, vor die Versammelten. Er übergab den drei Diplomanden je 500 Franken in einem Couvert. «Das Preisgeld haben wir im kontaktlosen Zeitalter nicht in Form von Noten ins Couvert gelegt», sagte Wiederkehr und lächelte. Es sei ihm aber trotz der momentanen Lage wichtig gewesen, seine Wertschätzung persönlich auszudrücken. Denn es sei nach wie vor essenziell, gut ausgebildetes Personal zu haben. «Ermutigt auch eure Kollegen dazu, Ausbildungen zu machen», sagte er.

Wiederkehr startete als Maurer und studierte später an der Uni Zürich

Wiederkehr selbst ist ein gutes Beispiel für die Durchlässigkeit des Schweizer Bildungssystems. Er begann seine Laufbahn als Maurer und promovierte später in Wirtschaftswissenschaften an der Universität Zürich. Die Region biete den jungen berufstätigen Leuten auch viele Chancen vor Ort, fuhr er fort. «Das Limmattal ist eine spannende Region», sagte er. Sie habe sich besonders in den letzten Jahren entwickelt. Es sei wichtig, dass weiter in die Gegend investiert werde.

Die drei Absolventen kamen aus unterschiedlichen Regionen in Dietikon zusammen: Fabio Giddey reiste aus Cham an, Christian Bühler aus Zürich und Cyril Maurer aus Mägenwil. Maurer arbeitet bei der Soudronic AG in Bergdietikon. Er absolvierte schon seine Lehre bei der Maschinenbaugruppe. Nach einigen Jahren Berufserfahrung übernahm er dann eine Leitungsfunktion. Heute hat er 32 Direktunterstellte. Seine Abschlussarbeit im Studiengang Unternehmensprozesse schrieb Maurer zum Thema «Prozessverbesserung Prüfvorschriften». Die Arbeit habe ihm auch für die Praxis viel geholfen. «Doch am Schluss kam ich in Zeitdruck, da das Ausdrucken der Diplomarbeit in der Lockdownzeit nicht ganz einfach war», sagte er.

Die 400 Lehrer mussten rasch auf Online-Unterricht umstellen

Denken die Studenten darüber nach, was ihnen in der Ausbildung besonders geholfen hat, dann fällt bald einmal das Wort «Austausch». Das Gespräch mit den anderen Mitstudenten sei sehr hilfreich gewesen. Da der Unterricht an der «sfb» momentan nur noch online abgehalten wird, findet der Austausch nun vor allem vor dem Bildschirm statt. Das fordert die Lehrer, die alle auch noch in der Praxis arbeiten, immer wieder heraus. «Unsere 400 Lehrer wechselten alle über Nacht auf Online-Unterricht», sagte Tiefenauer. Im Frühjahr sei dies sehr schwierig gewesen, doch beim zweiten Mal im Herbst seien die meisten bereits gut eingearbeitet gewesen.

Nach der Preisübergabe und den kurzen Ansprachen erhoben sich die Anwesenden und gingen zum Apéro. Dieser fand auf etwas unkonventionelle Weise statt: Die acht Leute setzten sich an Vierertische und jeder erhielt eine eigene abgedeckte Apéroplatte. Als die Gläser zum Anstossen auf die abgeschlossene Ausbildung klirrten, kehrte beinahe wieder ein Stück Normalität an die Mini-Feier zurück.

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