Basler Fasnacht
Bikerin Katrin Leumann nimmt ihr Piccolo mit ins Trainingslager

Larve, Waggis, Gosdym - Für die einen ist es die schönste Zeit im Jahr, die anderen interessieren sich wenig dafür. Regionale Sportler erzählen über ihren Bezug zur Basler Fasnacht- und geben dabei Anekdoten preis.

Jonas Burch
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Ein Event, der an keinem Regionalen spurlos vorbeigeht: An der Basler Fasnacht wird man auch in diesem Jahr den einen oder anderen Sportler sehen.

Ein Event, der an keinem Regionalen spurlos vorbeigeht: An der Basler Fasnacht wird man auch in diesem Jahr den einen oder anderen Sportler sehen.

Keystone
Alex Wilson (23), Sprinter, Basel «Ich bewundere die Fasnächtler. Drei Tage durchfeiern ist nicht ohne. Mein persönlicher Bezug zur Fasnacht ist aber eher gering. Leider war ich auch noch nie am Morgestraich - wir Sportler müssen schliesslich rechtzeitig ins Bett. Trotzdem erinnere ich mich an ein Erlebnis: In meinem ersten Jahr in der Schweiz war ich einmal in der Innenstadt und ein lustiger Typ auf einem Wagen hat mir ein kleines Flugzeug geschenkt. Das habe ich bis heute behalten.»

Alex Wilson (23), Sprinter, Basel «Ich bewundere die Fasnächtler. Drei Tage durchfeiern ist nicht ohne. Mein persönlicher Bezug zur Fasnacht ist aber eher gering. Leider war ich auch noch nie am Morgestraich - wir Sportler müssen schliesslich rechtzeitig ins Bett. Trotzdem erinnere ich mich an ein Erlebnis: In meinem ersten Jahr in der Schweiz war ich einmal in der Innenstadt und ein lustiger Typ auf einem Wagen hat mir ein kleines Flugzeug geschenkt. Das habe ich bis heute behalten.»

Keystone
Katrin Leumann (32), Mountainbikerin, Riehen «Ich bin bei den Gässli-Trampern an der Fasnacht aktiv dabei. Auch wenn ich noch in Zypern bin, fliege ich für den Morgestraich verfrüht nach Basel zurück. Auf der Insel habe ich auch mein Piccolo dabei, damit ich angemessen vorbereitet bin - ein paar Stücke kann ich ganz gut, besonders das «Läckerli». Weil ich derzeit als Profi fahre, kann ich die Trainings ideal an die Fasnachts-Tage anpassen. Zu spät ins Bett gehen, kommt aber nicht infrage.»

Katrin Leumann (32), Mountainbikerin, Riehen «Ich bin bei den Gässli-Trampern an der Fasnacht aktiv dabei. Auch wenn ich noch in Zypern bin, fliege ich für den Morgestraich verfrüht nach Basel zurück. Auf der Insel habe ich auch mein Piccolo dabei, damit ich angemessen vorbereitet bin - ein paar Stücke kann ich ganz gut, besonders das «Läckerli». Weil ich derzeit als Profi fahre, kann ich die Trainings ideal an die Fasnachts-Tage anpassen. Zu spät ins Bett gehen, kommt aber nicht infrage.»

Alexander Wagner
Angelo Gallina (rechts, 46), Präsident Boxklub Basel, Basel «Auch wenn ich am Morgestraich eher schlafe, als mittendrin zu sein: Mich begeistert diese Massenbewegung und diese gelebte Begeisterung der Fasnächtler. Während der Fasnachts-Tage haben wir auch viele Cliquen, die bei uns im Boxkeller vorbeischauen und sich über den Sport informieren. Eine unserer Schweizer Meisterinnen hat auch bei Umzügen mitgetrommelt. Man kommt also gar nicht um die ‹scheenschte drey Dääg› herum.»

Angelo Gallina (rechts, 46), Präsident Boxklub Basel, Basel «Auch wenn ich am Morgestraich eher schlafe, als mittendrin zu sein: Mich begeistert diese Massenbewegung und diese gelebte Begeisterung der Fasnächtler. Während der Fasnachts-Tage haben wir auch viele Cliquen, die bei uns im Boxkeller vorbeischauen und sich über den Sport informieren. Eine unserer Schweizer Meisterinnen hat auch bei Umzügen mitgetrommelt. Man kommt also gar nicht um die ‹scheenschte drey Dääg› herum.»

Keystone
Marko Vukelic (27), RTV Basel, Basel «Da ich in Hochdorf im Kanton Luzern geboren wurde, bin ich natürlich mit der Fasnacht bestens vertraut. Im letzten Jahr war ich erstmals in Basel mit dabei. Zusammen mit Pascal Stauber, dem Fasnachts-Crack in unserem Team. Und ich muss ehrlich zugeben, dass mich das Fieber in Basel sofort gepackt hat. Deswegen werde ich wieder mit dabei sein. Im Vorjahr habe ich zwei Tage durchgehalten, diesmal sollen es drei werden.»

Marko Vukelic (27), RTV Basel, Basel «Da ich in Hochdorf im Kanton Luzern geboren wurde, bin ich natürlich mit der Fasnacht bestens vertraut. Im letzten Jahr war ich erstmals in Basel mit dabei. Zusammen mit Pascal Stauber, dem Fasnachts-Crack in unserem Team. Und ich muss ehrlich zugeben, dass mich das Fieber in Basel sofort gepackt hat. Deswegen werde ich wieder mit dabei sein. Im Vorjahr habe ich zwei Tage durchgehalten, diesmal sollen es drei werden.»

Kerley Becker (27), Sm’Aesch Pfeffingen, Basel «Ich bin zwar aus Brasilien, aber in Porto Alegre wird Karneval nicht so gefeiert wie in Rio. Bei uns wird Karneval eher mit Ferien in Verbindung gebracht. Da wir in dieser Saison in den Playouts um den Ligaerhalt spielen, wird die Fasnacht zur Nebensache. Aber mir gefällt diese Tradition sehr. Erinnern kann ich mich an ein Erlebnis vor drei Jahren. Eine unscheinbare Tür führte in einen Keller, der voll mit Fasnächtlern war. Es wurde gesungen und getanzt. Unvergesslich.»

Kerley Becker (27), Sm’Aesch Pfeffingen, Basel «Ich bin zwar aus Brasilien, aber in Porto Alegre wird Karneval nicht so gefeiert wie in Rio. Bei uns wird Karneval eher mit Ferien in Verbindung gebracht. Da wir in dieser Saison in den Playouts um den Ligaerhalt spielen, wird die Fasnacht zur Nebensache. Aber mir gefällt diese Tradition sehr. Erinnern kann ich mich an ein Erlebnis vor drei Jahren. Eine unscheinbare Tür führte in einen Keller, der voll mit Fasnächtlern war. Es wurde gesungen und getanzt. Unvergesslich.»

Zinke
Simon Niepmann (27), Rudern, Grenzach «Bei mir ist die kommende Fasnacht kein grosses Thema. Als Kind war ich zwar oft an den Umzügen in der Region, aber ein richtiger Fasnächtler war und wurde ich nie. Trotzdem ist die Stimmung in der Stadt jeweils unverwechselbar. Ich konzentriere mich aber ohnehin auf den Sport. Da die Universität, an der ich studiere, während den Fasnachts-Tagen geschlossen bleibt, habe ich mehr Zeit fürs Training. Das kommt mir natürlich entgegen.»

Simon Niepmann (27), Rudern, Grenzach «Bei mir ist die kommende Fasnacht kein grosses Thema. Als Kind war ich zwar oft an den Umzügen in der Region, aber ein richtiger Fasnächtler war und wurde ich nie. Trotzdem ist die Stimmung in der Stadt jeweils unverwechselbar. Ich konzentriere mich aber ohnehin auf den Sport. Da die Universität, an der ich studiere, während den Fasnachts-Tagen geschlossen bleibt, habe ich mehr Zeit fürs Training. Das kommt mir natürlich entgegen.»

Christoph Merki
Max Heinzer (26), Fechten, Immensee «An eine Erfahrung vor fünf Jahren während der Fasnacht kann ich mich noch bestens erinnern. Als ich morgens um 8 Uhr ahnungslos zum Training erschien, schlief eine halbe Zunft im Fecht-Saal. Seither weiss ich: So früh musst du in Basel nirgendwo ins Training gehen. Zwei Mal war ich auch schon am Morgestraich - ein spezielles Ambiente. Weil ich nächste Woche in Magglingen bin, werde ich den ganzen Rummel verpassen.»

Max Heinzer (26), Fechten, Immensee «An eine Erfahrung vor fünf Jahren während der Fasnacht kann ich mich noch bestens erinnern. Als ich morgens um 8 Uhr ahnungslos zum Training erschien, schlief eine halbe Zunft im Fecht-Saal. Seither weiss ich: So früh musst du in Basel nirgendwo ins Training gehen. Zwei Mal war ich auch schon am Morgestraich - ein spezielles Ambiente. Weil ich nächste Woche in Magglingen bin, werde ich den ganzen Rummel verpassen.»

Keystone
Ramona Brüderlin (19), Karate, Pratteln «Zur Fasnacht habe ich eine schöne und eine weniger schöne Geschichte zu erzählen. Die Schlechtere zuerst: Vor drei Jahren jagte mich einmal ein Waggis quer durch die Basler Innenstadt. Natürlich habe ich dabei alle meine Kolleginnen verloren. Bis heute weiss ich nicht, wer sich hinter der Verkleidung versteckt hat. Vielleicht ein Bekannter? Immerhin: Einmal habe ich von einem Waggis eine Rose bekommen, das hat mir deutlich mehr geschmeichelt.»

Ramona Brüderlin (19), Karate, Pratteln «Zur Fasnacht habe ich eine schöne und eine weniger schöne Geschichte zu erzählen. Die Schlechtere zuerst: Vor drei Jahren jagte mich einmal ein Waggis quer durch die Basler Innenstadt. Natürlich habe ich dabei alle meine Kolleginnen verloren. Bis heute weiss ich nicht, wer sich hinter der Verkleidung versteckt hat. Vielleicht ein Bekannter? Immerhin: Einmal habe ich von einem Waggis eine Rose bekommen, das hat mir deutlich mehr geschmeichelt.»

PFE
Jeffrey Schmidt (19), Motorsport, Liestal «In meiner alten Sportklasse waren einige angefressene Fasnächtler dabei. Für mich war der Anlass nie eine besonders grosse Sache. Vor allem deshalb, weil in dieser Zeit die Testerei mit den neuen Fahrzeugen in die heisse Phase geht. Sowieso bleibt mir keine Zeit für ein Hobby neben dem aufwendigen Motorsport. Aber als Kind war ich ab und zu an den Umzügen in der Region mit dabei. Danach nahm die Begeisterung aber immer mehr ab.»

Jeffrey Schmidt (19), Motorsport, Liestal «In meiner alten Sportklasse waren einige angefressene Fasnächtler dabei. Für mich war der Anlass nie eine besonders grosse Sache. Vor allem deshalb, weil in dieser Zeit die Testerei mit den neuen Fahrzeugen in die heisse Phase geht. Sowieso bleibt mir keine Zeit für ein Hobby neben dem aufwendigen Motorsport. Aber als Kind war ich ab und zu an den Umzügen in der Region mit dabei. Danach nahm die Begeisterung aber immer mehr ab.»

Dino Stecher (49), Trainer Basel Sharks, Basel «Ich bin im Engadin aufgewachsen, dort war die Fasnacht nie wirklich ein Thema. Danach zog ich in die Innerschweiz und wurde mit dem Brauch vertraut. Ein Erlebnis hat mir aber ein wenig die Freude am Anlass genommen. Als ich noch ein Kind war, leerte mir ein anderes Kind eine halbe Tüte Konfetti ins Risotto. Dann fragte ich mich nur: ‹Wieso muss man an der Fasnacht immer so übertreiben?› Aber in Basel will ich unbedingt einmal beim Morgestraich dabei sein.»

Dino Stecher (49), Trainer Basel Sharks, Basel «Ich bin im Engadin aufgewachsen, dort war die Fasnacht nie wirklich ein Thema. Danach zog ich in die Innerschweiz und wurde mit dem Brauch vertraut. Ein Erlebnis hat mir aber ein wenig die Freude am Anlass genommen. Als ich noch ein Kind war, leerte mir ein anderes Kind eine halbe Tüte Konfetti ins Risotto. Dann fragte ich mich nur: ‹Wieso muss man an der Fasnacht immer so übertreiben?› Aber in Basel will ich unbedingt einmal beim Morgestraich dabei sein.»

Aeschbacher