Urdorf
Daniel Löhr verrät seine Herzensorte in der Serie «Mini Schwiiz, dini Schwiiz»

Daniel Löhr führt die SRF-1-Sendung «Mini Schwiiz, dini Schwiiz» durch seine Heimat. Er tritt gegen vier Konkurrenten aus anderen Zürcher Ortschaften an.

Lydia Lippuner
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Daniel Löhr zeigte in der Serie «Mini Schwiiz, dini Schwiiz» besonders «faszinierende und absurde» Orte Urdorfs.

Daniel Löhr zeigte in der Serie «Mini Schwiiz, dini Schwiiz» besonders «faszinierende und absurde» Orte Urdorfs.

Limmattaler Zeitung

Daniel Löhr scheint zu jeder Ecke in Urdorf etwas zu wissen. «Das Restaurant Sonne war früher eine Badeanstalt», sagt er und fährt mit seinem Auto in Richtung Post. «Urdorf hat kein historisches Zentrum. Das Dorf war früher in Ober- und Niederurdorf geteilt. Die Jugendlichen der beiden Dörfer waren verfeindet.» Das fehlende Dorfzentrum stellte Löhr vor eine besondere Herausforderung.

Als Teilnehmer der Vorabendserie «Mini Schwiiz, dini Schwiiz» im Schweizer Fernsehen SRF 1 sollte er dem Kamerateam und vier Konkurrenten aus anderen Zürcher Orten seine «Herzensorte» im Dorf zeigen. Das Ziel der Serie ist, dass alle fünf Teilnehmer ihren Heimatort von einer persönlichen Seite präsentieren und die Gäste am Tagesende ihre Erlebnisse bewerten. Am Schluss steht ein Sieger fest.

Da Urdorf kein Dorfzentrum hat, startete Löhr nicht so klassisch wie andere Show-Teilnehmer. Stattdessen wollte er mit einem Apéro im Salon der Ferrari-Garage an der Grossmattstrasse beginnen. Doch aus wettbewerbstechnischen Gründen war das nicht möglich. Deshalb fand der Zmorge am Drehtag schliesslich neben dem Urdorfer Gemeindehaus statt. «Die Gemeinde sponserte den Zopf und wir boten den Gästen Marmelade aus den ortsansässigen Höfen», sagt Löhr. Patrick Müller von der Gemeindeverwaltung habe ihm viel geholfen bei der Organisation des Tages, deshalb sei der Startort doch passend gewesen. Bei den Findlingen neben dem Gemeindehaus begann Löhr, die Geschichte Urdorfs zu erzählen.

«Vèneto ist mein absoluter Herzensort»

Löhr selber wuchs in Zürich auf und zog der Liebe wegen nach Urdorf. Seine Frau, gebürtige Italienerin, wuchs in Urdorf auf. Von ihr übernahm Löhr sowohl die Heimat Urdorf als auch seine zweite Nationalität.
Wäre es möglich gewesen, hätte er dem Team des Schweizer Fernsehens am liebsten einen Ort in Italien gezeigt. «Vèneto ist mein absoluter Herzensort», sagt er.

Als sich Löhr beim SRF für die Serie anmeldete, entschied er sich, die «faszinierenden und irrsinnigen» Orte im Dorf zu zeigen. «Durch die Vorbereitung auf den Dreh lernte ich noch mehr über das Dorf. Ich merkte, dass es für jeden etwas hat und wir ein riesiges Angebot an Freizeitmöglichkeiten haben», sagt Löhr. Da gebe es beispielsweise die weit über Urdorf hinaus bekannte Fasnacht und eine Vielzahl von verschiedenen Vereinen.

Am Set zeigte der gelernte Bauingenieur den Besuchern als erstes die Panzersperren, Schützengräben und Bunker im Wald. Zu diesem Ort hat Löhr einen dreifachen Bezug. Er gehe hier immer mit dem Hund laufen, zudem fahre er oft mit seinem Mountainbike durch den Wald auf den Üetliberg und schlieslicht interessiert er sich auch für die historischen Hintergründe der Architektur und der Natur. «Viele haben keine Ahnung, was hinter diesen Hügeln steckt», sagt er und meint damit die versteckten Bunker in der Wiese.

Es sei wichtig, dass solche Zeitzeugen stehenbleiben. Ansonsten gehe vieles aus der Geschichte verloren. Löhr würde es begrüssen, wenn Tafeln aufgestellt würden, auf denen die Passanten sich über die Geschichte informieren könnten. Er zeigt auf einen besprayten Bunker im Wald. «Im Sommer, als wir die Serie drehten, sah man überhaupt nichts von diesem Bunker.» Nun steht er wie ein vergessenes Relikt da.

«Gratis Medientraining» dank dem Seriendreh

Während dem Dreh sei es 35 Grad warm gewesen und die Filmcrew sowie die fünf konkurrierenden Teilnehmer der Vorabendserie seien durch den Wald gestapft und hätten dem Historiker zugehört. Er habe die naturhistorischen Hintergründe der Wälle und Bunker erklärt. «Die Woche mit den fünf Drehtagen war wie ein gratis Medientraining für mich», sagt Löhr. Jede Szene sei dreimal aus verschiedenen Perspektiven gedreht worden. Dabei konnte Löhr seine Kamerapräsenz und seine Aussagen laufend verbessern. Der Posten bei den Bunkern im Wald gehörte zur Unterkategorie Herzensorte in der Natur. Auch in den Kategorien «Freizeit» und «Tradition» zeigte Löhr einen Herzensort im Dorf. Einer davon hat sogar mit Italien zu tun. Das habe sein müssen, denn Italien sei schliesslich ein Teil von ihm.

Die Serie mit den Herzensorten aus Urdorf wird am Mittwoch, 9. Dezember, auf SRF 1 ausgestrahlt. Am Freitagabend werden die Zuschauer sehen, ob sich die Urdorfer Herzensorte gegen die konkurrierenden Ortschaften durchsetzen konnten und Löhr das Preisgeld von 1000 Franken gewinnen wird. «Die Entscheidung ist fair ausgefallen, mehr kann ich dazu noch nicht sagen», sagt Löhr.
Klar sei allerdings bereits heute, wenn es ums Feiern gehe, dann halten die Urdorfer zusammen. Das habe er besonders am Herzensort der Unterkategorie Freizeit gemerkt. Dort konnte er dank der Mithilfe der Vereinsmitglieder einen spektakulären Event gestalten.

«Mini Schwiiz, dini Schwiiiz»

SRF 1 strahlt die Vorabendserie «Mini Schwiiz, dini Schwiiz» mit Daniel Löhrs Herzensorten in Urdorf am Mittwoch, 9. Dezember, um 18.15 Uhr aus. Am Freitag, 11. Dezember, kommt heraus, ob sich Urdorf gegen die anderen Zürcher Orte durchsetzt.