AZ-Weihnachtsaktion
Das bewirkt Ihre Spende: 500 Kinder in Ruanda erhalten ein Schulhaus – 50 in einer Klasse

500 Kinder in Nyakabanda müssen schon bald nicht mehr stundenlang laufen, um eine Schule besuchen zu können.

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Nur drei Monate dauert es vom Baubeginn bis zum Bezug des Schulhauses in Nyakabanda.

Nur drei Monate dauert es vom Baubeginn bis zum Bezug des Schulhauses in Nyakabanda.

Barbara Willi

Es herrscht emsiges Treiben auf der Baustelle in Nyakabanda. Überall sind Frauen und Männer damit beschäftigt Mauern hochzuziehen, Gruben auszuheben, Steine aus dem Weg zu räumen oder Fensterrahmen vor Ort zusammenzuschweissen. Kein Wunder sind die Menschen so engagiert bei der Sache: Das Schulhaus muss spätestens in zwei Monaten bezugsbereit sein, denn dann fängt das neue Schuljahr an und rund 500 Kinder aus der Umgebung werden nicht mehr einen manchmal stundenlangen Schulweg auf sich nehmen müssen, sondern direkt vor Ort zur Schule gehen können.

In für Schweizer Verhältnisse unvorstellbar kurzer Zeit, nämlich in gut drei Monaten, wird in Ruanda ein Schulhaus mit sechs Klassenzimmern, einem Lehrerzimmer sowie sanitären Anlagen erstellt. In den meisten Fällen stellt die Gemeinde das Land zur Verfügung und die lokale Bevölkerung übernimmt in Gemeinschaftsarbeit die Rodung und Planierung des Bauplatzes.

Danach tritt der Baumeister des zum Hilfswerk Margrit Fuchs gehörenden Bureau Social, Théogène, in Aktion. Mit seiner kleinen Truppe heuert er vor Ort 30-40 Personen an, die unter seiner Regie das Schulhaus bauen. Die Jobs sind sehr begehrt, bedeuten sie doch während der Bauzeit ein gesichertes Einkommen, was in Ruanda nur die wenigsten Menschen haben. Vorzugsweise stellt Théogène für die Maurerarbeiten Frauen ein. Die würden, so erklärt er uns, sehr viel exakter und zuverlässiger arbeiten als die Männer, und werden deshalb auch leicht höher entlöhnt.

Grosse Dankbarkeit für die Hilfe

Die Schulhäuser sind einfache, aber solid gebaute Zweckbauten. Das Gleiche gilt für die Einrichtung: eine grosse Wandtafel sowie Bänke und Pulte für Lehrer und Schüler, die in unserer eigenen Schreinerei mit Hilfe von Lehrlingen gefertigt werden. Die Schulklassen umfassen bis zu fünfzig Kinder, und da es allgemein zu wenig Schulhäuser hat, wird sowohl am Morgen als auch am Nachmittag zweischichtig unterrichtet.

Die Stiftung Hilfswerk Margrit Fuchs baute bis heute mehr als zehn Schulhäuser in Ruanda, welche insbesondere aus Legaten finanziert und in abgelegenen Gebieten realisiert wurden. Da der Staat zwar die Lehrer bezahlt, nicht aber den Bau von Schulhäusern finanziert, ist die jeweilige Bevölkerung immer äusserst dankbar für die Hilfe aus der Schweiz. Ein Schulhaus vor Ort ermöglicht in vielen Fällen erst, dass die Kinder die Schule überhaupt besuchen können, da insbesondere kleinere und häufig auch noch mangelernährte Kinder die langen Schulwege rein körperlich nicht schaffen und somit entmutigt zu Hause bleiben.

Eine Schulbildung garantiert zwar noch keine Basis für ein selbstständiges Leben. Aber keine Schulbildung bedeutet fast in allen Fällen das Verharren in Armut und Abhängigkeit von äusserer Hilfe. Deshalb sind wir davon überzeugt, dass der Bau von Schulhäusern eine nachhaltige Hilfe ist, die Tausenden von Kindern den Weg zu Bildung erst ermöglicht und somit echte Hilfe zur Selbsthilfe ist. Und dank den im Rahmen der Weihnachts-Sammelaktion eingehenden Schulgeldspenden können wir auch den Mädchen und Buben aus mittellosen Familien den Besuch des neuerbauten oder von bestehenden Schulhäusern ermöglichen - inzwischen profitieren über 1500 Kinder davon.