Oberaargau
Der Kampf gegen die «relevanten Köpfe»

Gegner und Befürworter der Regionalkonferenz lancieren mit ihren Komitees den Abstimmungskampf. Die grosse Mehrheit der Gemeindepräsidenten steht hinter der Regionalkonferenz. Gleich wie einige Unternehmen und andere Institutionen.

Marco Wölfli
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Hannes Flückiger, Manfred Schürch und Patrick Freudiger (von links) wollen keine Regionalkonferenz.mwo

Hannes Flückiger, Manfred Schürch und Patrick Freudiger (von links) wollen keine Regionalkonferenz.mwo

Seit einigen Monaten kursiert eine grüne Broschüre der Region Oberaargau in Verwaltungen, an Gemeindeversammlungen und an anderen offiziellen Anlässen. Sie wirbt für die Regionalkonferenz Oberaargau, über die am 11. März abgestimmt wird. Mit diesem Flyer haben sich die Befürworter in Stellung gebracht. Von den Gegnern war bis auf einzelne Stimmen nichts zu hören.

Das ändert sich jetzt. Pünktlich zu Beginn des Abstimmungskampfes tritt ein Nein-Komitee an die Öffentlichkeit. An der Spitze stehen Patrick Freudiger, Langenthaler SVP-Stadtrat, Manfred Schürch, Präsident SVP Thörigen und der Auswiler Garagist Hannes Flückiger. Neben diesem Trio sind weitere 34 Namen im Nein-Komitee vertreten. «Wir haben noch viel mehr Sympathisanten», versichert Schürch. «Doch die wollen nicht mit ihrem Namen hinstehen, weil sie niemandem in den Rücken fallen möchten.»

Die grosse Mehrheit der Gemeindepräsidenten steht hinter der Regionalkonferenz. Gleich wie einige Unternehmen und andere Institutionen. Diese Bekenntnisse werten die drei Gegner aber nicht etwa als Zustimmung zur Regionalkonferenz. «Die Befürworter binden seit Jahren relevante Köpfe ein», sagt Schürch. Dies sehe zwar eindrücklich aus, bilde aber die Meinung noch längst nicht ab. Patrick Freudiger will mit einer «verdaubaren Botschaft» die grosse Masse für ein Nein überzeugen. Viele seien nämlich gar nicht über die Regionalkonferenz informiert, ist er überzeugt. Im Komitee der Gegner bekennt sich mit Willy Horisberger aus Auswil nur ein Gemeindepräsident als Gegner der Regionalkonferenz. Dazu kommt noch Fredi Trösch, welcher der Gemeinde Graben bis Ende 2011 vorstand. Für Freudiger kein Zufall: «Den Gemeindepräsidenten wurde versprochen, dass sie durch die Regionalkonferenz einfacher an Geld für Projekte in ihrer Gemeinde kommen. Ist die Regionalkonferenz erst eingeführt, wird sich das als Trugschluss herausstellen.»

Flückiger will kein Politiker sein

Das Nein-Komitee tritt gegen einen Gegner an, der auf den ersten Blick deutlich stärker ist. Diese Ausgangslage ist für Hannes Flückiger nicht neu. Er ergriff im Alleingang das Referendum gegen die neue Motorfahrzeugsteuer. Das anschliessende knappe Abstimmungsergebnis beschäftigt Gerichte und Politik bis heute.

Nun kämpft er wieder gegen eine Übermacht. Einen Wandel zum Politiker will er bei sich aber trotzdem nicht ausmachen: «Ich bleibe Unternehmer. Doch wenn mich etwas stört, wehre ich mich.»

Alle drei betonen, dass die Zusammenarbeit unter den Gemeinden eine gute Sache sei. Ihnen ist der Zwang der Regionalkonferenz ein Dorn im Auge. «In der jetzigen Region Oberaargau können Gemeinden über Ein- und Austritt selber entscheiden. Das ist bei der Regionalkonferenz nicht möglich», so Freudiger. Für die Einführung der Regionalkonferenz ist ein doppeltes Mehr von Stimmberechtigten und Gemeinden nötig.

Obwohl es strategisch geschickter wäre, wollen die Gegner den Abstimmungskampf nicht auf viele kleine Gemeinden konzentrieren. «Wir hoffen auf ein demokratisch legitimiertes doppeltes Nein», erklärt Freudiger.

Am 25. Januar um 20 Uhr findet im Schulhaus Ursenbach ein Podium über die Regionalkonferenz statt. Befürworter Rolf Reber, Gemeindepräsident Bannwil wird mit Patrick Freudiger diskutieren.

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