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Die moderne Hexe Wicca Meier-Spring: «Hexen führen ein ganz gewöhnliches Leben»

Wicca Meier-Spring zieht als Leiterin des Hexenmuseum in Gränichen viele skeptische Blicke auf sich. Im "TalkTäglich" erzählt sie mehr über ihren Beruf und über ihr Dasein als moderne Hexe.

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Sie ist wohl die bekannteste Hexe der Schweiz: Wicca Meier-Spring ist Leiterin des Hexenmuseum auf Schloss Liebegg, gegen dessen Eröffnung sich religiöse Fundamentalisten vehement gewehrt hatten. Sie selbst bezeichnet sich als Hexe – ein Begriff, der, wie sie sagt, auch noch heute sehr negativ behaftet ist.

Besonders geprägt wurde dieser durch das Mittelalter. «Für die Dinge, die man damals nicht erklären konnte, hat man einen Sündenbock gesucht», erklärt Wicca Meier-Spring beim Talk-Täglich. Hexen seien Personen gewesen, die für Hungersnöte, Unwetter oder auch die Pest schuldig gemacht wurden und deswegen ihr Leben lassen mussten.

Bilder von der Eröffnung des Hexenmuseums:

Eröffnung des Hexenmuseums auf dem Schloss Liebegg 23. März 2018
22 Bilder
Eine furchteinflössendes Exponat, das das Schicksal der Hexen thematisiert.
Menschlicher Schädel mit auf der Kalotte geritzter als Palindrom zu lesende Sator-Formel.
Eröffnung des Hexenmuseums auf dem Schloss Liebegg.
Eröffnung des Hexenmuseums auf dem Schloss Liebegg.
Eröffnung des Hexenmuseums auf dem Schloss Liebegg.
Wicca Meier-Spring an der Eröffnung des Hexenmuseums auf dem Schlosss Liebegg in Gränichen.
Eröffnung des Hexenmuseums auf dem Schloss Liebegg.
Eröffnung des Hexenmuseums auf dem Schloss Liebegg.
Eröffnung des Hexenmuseums auf dem Schloss Liebegg.
Eröffnung des Hexenmuseums auf dem Schloss Liebegg.
Hier können sich die Besucher Tarotkarten legen lassen.
Eröffnung des Hexenmuseums auf dem Schloss Liebegg.
Eröffnung des Hexenmuseums auf dem Schloss Liebegg.
Eröffnung des Hexenmuseums auf dem Schloss Liebegg
Wicca Meier-Spring an der Eröffnung des Hexenmuseums
Ein Dudelsackspieler der Dreadpiper von Rosengarten spielt an der Eröffnung des Hexenmuseums.
Die Autorin Monika Mansour spricht an der Eröffnung des Hexenmuseums.
Eröffnung des Hexenmuseums auf dem Schloss Liebegg.
Mit diesen Richtschwertern (ca. um 1700) wurden früher Menschen hingerichtet, was durch DNA-Blutrückstände bewiesen wurde.
Eröffnung des Hexenmuseums auf dem Schloss Liebegg.
Eröffnung des Hexenmuseums auf dem Schloss Liebegg.

Eröffnung des Hexenmuseums auf dem Schloss Liebegg 23. März 2018

SEVERIN BIGLER

Nach 350 Jahren Hexenverfolgung in der Schweiz werde das Wort dadurch immer noch oft als Beschimpfung aufgefasst. Doch laut der Hexen-Forscherin gibt es auch eine andere Seite. Naturheilkunde, Heilzauber und viele Aberglauben, die auch noch heute gebraucht werden, seien ebenfalls Teil der Hexengeschichte.

Bei ihrer Arbeit ist Wicca Meier-Spring dabei besonders die Aufarbeitung der Namen von den Menschen wichtig, die in der Schweiz unschuldig als Hexen denunziert und hingerichtet wurden.

Dazu sagt sie: «Man hört immer nur die Zahl. Das ist unpersönlich. In der Schweiz waren es 10'000 Personen – darunter Frauen, Männer, aber auch Kinder.»

Diesen Opfern will sie mit den Namen wieder ein Gesicht geben. Gerade wenn Gäste des Museums auf den eigenen Familiennamen stossen würden, enstehe so ein ganz anderer Berührungspunkt.

Wie wird man Hexe?

Doch nun ist Wicca Meier-Spring nicht nur Forscherin, sondern nennt sich auch eine moderne Hexe. Was ist heutzutage darunter zu verstehen?

Für sie sei es eine Lebenseinstellung und das Resultat bestimmter Lebenserfahrungen. «Es hat verschiedene Erlebnisse gegeben, wo ich gemerkt habe, dass ich ein bisschen mehr spüre oder auch einfach mehr zulasse als andere», erzählt sie aus der Vergangenheit.

Ihre Eltern seien in dieser Findungsphase zudem eine grosse Unterstützung gewesen und hätten sie ermutigt, Dinge aufzuschreiben, um so den Zusammenhang zwischen Fantasie und Realität finden zu können.

Später dann habe sie sich ausbilden lassen, wurde sogar in einen hohen Zirkel aufgenommen. Laut Wicca Meier Spring gibt es dazu zahlreiche Möglichkeiten in den USA und England: «Dort gibt es offizielle Colleges, wo man gewisse Sachen lernen kann und auch lernt mit diesem Zustand umzugehen». Denn niemand wolle immer nur auf Empfang stehen.

Hexe ist sie trotz ihrer Ausbildung, wie sie selbst sagt, aber eher im Privaten – zum Beispiel in ihrem Kräutergarten. Nur Kurse im Museum zur Naturheilkunde oder dem Hand- und Kartenlesen seien Ausnahmen. (cki)

Sehen Sie hier den Talk in voller Länge:

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