Bundesratswahl
Die SVP schickt Thomas Aeschi und Heinz Brand ins Bundesratsrennen

Der Zuger SVP-Nationalrat Thomas Aeschi will Bundesrat werden. Der erst 36-jährige Unternehmensberater ist Präsident der kantonalen SVP, gibt sich bewusst dynamisch und weltoffen. Und auch der Bündner SVP-Mann Heinz Brand steigt ins Rennen.

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Die SVP-Nationalraete Toni Brunner, vorne, Heinz Brand, rechts, und Thomas Aeschi, links,...

Die SVP-Nationalraete Toni Brunner, vorne, Heinz Brand, rechts, und Thomas Aeschi, links,...

Keystone

Bei den Wahlen im Oktober holte Aeschi von allen Zuger Kandidierenden mit Abstand die meisten Stimmen. Die Parteileitung sieht ihn als ideale Ergänzung zum amtierenden SVP-Bundesrat Ueli Maurer. So sei auch die jüngere Generation gut im Bundesrat vertreten, schreibt die Parteileitung in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Aeschi sitzt seit 2011 für die SVP im Nationalrat. Er ist Mitglied der Kommission für Wirtschaft und Abgaben und Mitglied der EFTA/EU-Delegation. Beruflich arbeitet er als Berater für eine internationale Beratungsfirma. Er studierte Wirtschaft an der Hochschule St. Gallen. Aeschi ist ledig.

Präsident der Zuger SVP ist er seit der Zuger Sex-Affäre um Markus Hürlimann und Jolanda Spiess-Hegglin. Aeschi hatte seit März 2015 nicht zuletzt die Aufgabe, die Wogen innerhalb seiner Partei zu glätten.

Sehen Sie hier noch einmal seine Stellungnahme zum Fall:

Und dann sind da noch die Bündner

Heinz Brand, der Bündner SVP-Nationalrat und Parteipräsident der SVP Graubünden, will Bundesrat werden. Der kantonale Parteivorstand hat den 60-Jährigen am Donnerstag offiziell zuhanden der SVP-Findungskommission als Kandidaten nominiert.

Der Migrationsexperte politisiert auf Parteilinie und gilt wegen seiner umgänglichen Art als einer der Kronfavoriten für den zweiten SVP-Sitz in der Landesregierung. Brand sei ein äusserst kompetenter Kandidat mit grossen Sachkenntnissen in vielen Politbereichen, teilte die SVP Graubünden am Donnerstag mit. Im Nationalrat gelte er als Spezialist für den Ausländer-, Asyl- und Migrationsbereich.

In diesem Video vom September 2015 äussert sich Heinz Brand zum SVP-Asylgesetz:

Der Prättigauer sei "auch ein ausgesprochen valabler Vertreter für die italienischsprachige Schweiz", zumal seine Frau aus dem italienischsprachigen Bündner Südtal Misox stamme und vertiefte familiäre Bindungen in die italienische Schweiz bestünden. Der Vater einer erwachsenen Tochter spreche alle drei grossen Landessprachen.

24 Jahre lang Chef der Bündner Fremdenpolizei

Brand leitete bis zu seiner Wahl in den Nationalrat im Jahr 2011 die Bündner Fremdenpolizei 24 Jahre lang. Vergangenen Oktober wurde er mit einem Spitzenresultat wiedergewählt. Seit 2012 führt er zudem die SVP Graubünden.

Nach der Wahl in die grosse Kammer profilierte Brand sich rasch als Migrationsexperte in einem Kernthema der SVP und erreichte nationale Beachtung. Wegen seiner "inhaltlichen Kompetenz" und der lösungsorientierten Politarbeit in Bern gilt er als mehrheitsfähig, was das Bundesratsamt anbelangt. Just in jüngerer Zeit fiel er aber mit extremen Positionen auf.

Experte im Gesundheitswesen

Neben der Migration ist das Gesundheitswesen Brands zweites Schwerpunktgebiet. Bis 2014 präsidierte er zehn Jahre lang die Flury Stiftung, welche im Prättigau unter anderem ein Spital, Altersheime und die Spitex betreibt. Seit Anfang Jahr ist er Präsident von Santésuisse, dem Branchenverband der Krankenversicherer.

Brand ist zwar im bernischen Huttwil geboren, zog aber schon als Kleinkind in den Prättigauer Ferienort Klosters um und wuchs dort auf.

Auch Nidwaldner SVP mit Bundesratskandidatur

Am Donnerstagvormittag kündigte bereits ein anderer Zentralschweizer Kanton eine Kandidatur an: Ein Ausschuss der Nidwaldner SVP beschloss, den 57-jährigen Res Schmid zuhanden der Findungskommission vorzuschlagen, wie die Partei mitteilte.

Schmid politisiert auf der Parteilinie. Im Ton ist der gebürtige Berner aber konziliant. National ist der frühere Militärtestpilot wenig bekannt. Schmid wäre der erste Bundesrat aus Nidwalden. Bereits vor vier Jahren war er als Kandidat im Gespräch.

Schmid ist seit 2010 Nidwaldner Regierungsrat und steht der Bildungsdirektion vor. National ins Rampenlicht trat er im Sprachenstreit. Er plädierte dafür, den Französischunterricht von der Primar- auf die Sekundarstufe zu verschieben und dort zu intensivieren.

Vor seiner Zeit als Regierungsrat war Schmid acht Jahre im Kantonsparlament. Schmid ist im Berner Oberland aufgewachsen und spricht fliessend Französisch. Der Vater zweier erwachsener Kinder wohnt mit seiner Frau in Emmetten.

Die Bundesratswahlen finden am 9. Dezember statt. Die SVP-Bundeshausfraktion nominiert ihre Kandidaten am 20. November.

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