SC Langenthal
«Die Wahl von Basel war letztlich ein Bauchentscheid»

Der SC Langenthal wählt die Basel Sharks als Gegner in den Playoff-Viertelfinals. Die Klubleitung hatte für den Entscheid keinen eindeutigen Grund. Sie hat sich nach Analysen und Diskussionen ganz auf ihr Bauchgefühlt verlassen.

Daniel Weissenbrunner
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Kanadische Angelegenheit: Ligatopskorer Jeff Campbell (links) und Basels Top-Punktesammler Jonathan Roy freuen sich auf spannende Duelle in den Viertelfinals.

Kanadische Angelegenheit: Ligatopskorer Jeff Campbell (links) und Basels Top-Punktesammler Jonathan Roy freuen sich auf spannende Duelle in den Viertelfinals.

Keystone/Bieri

Die versammelte Medienschar staunte im Hotel Holiday im Berner Westside-Quartier nicht schlecht. Nicht Olten, wie am ehesten vermutet, nicht Ajoie und auch nicht die GCK Lions, heisst der Gegner des SC Langenthal in den am Sonntag beginnenden Playoff-Viertelfinals.

Mit Basel, dem Fünften aus der Qualifikation, überraschte SCL-Geschäftsführer Gian Kämpf nicht nur die Experten, sondern auch den Vereinsvertreter der Sharks. «Damit haben wir nicht gerechnet», gesteht Pascal Suter, der Geschäftsführer der Basler. «Aber unter dem Strich spielt es keine Rolle. Wir wussten, dass wir auf ein starkes Team treffen werden, jetzt sind es die Langenthaler.»

«Ziel ist das Erreichen der Halbfinals»

Erklärungsbedarf war aus Langenthaler Sicht in der Tat vorhanden. Wirtschaftliche Überlegungen konnten nicht das ausschlaggebende Argument für das Los Basel gewesen sein. Das Team vom Rheinknie wird nicht den Publikumsaufmarsch auslösen, wie Olten oder Ajoie. «Es gibt keinen eindeutigen Grund, und schon gar keinen ökonomischen, warum wir uns für die Sharks entschieden haben», erklärt Gian Kämpf. Die Klubleitung hätte in den vergangenen Tagen immer wieder diskutiert und analysiert. «Irgendwann mussten wir uns festlegen. Es war letztlich ein Bauchentscheid .»

Kämpf stellt klar, dass die Wahl einstimmig und in Absprache mit Trainer Heinz Ehlers und der Mannschaft, Sportchef Reto Klay, sowie Verwaltungsratspräsident Stephan Anliker erfolgte. «Ziel ist und bleibt das Erreichen der Halbfinals», sagt Kämpf. Demgegenüber muten die Ambitionen der Basler schon fast bescheiden an. «Wir wollen endlich unser erstes Playoff-Spiel in der Nationalliga B gewinnen», hofft Pascal Suter.

Unbequemen Gegner gewählt

Dennoch: Mit Basel treffen die Oberaargauer auf einen unbequemen Gegner, der sich zuletzt stark im Aufwind befand. Von den letzten 10 Begegnungen verlor das Team von Headcoach Dany Gelinas nur deren zwei. Davon eines gegen Langenthal. Die Bilanz in der laufenden Meisterschaft lässt erahnen, dass die Serie für den SCL kein Spaziergang werden wird. Drei Siegen stehen zwei Niederlagen gegenüber. «In den Playoffs gibt es keine einfachen Gegner mehr», stellt Gian Kämpf klar.

Dem pflichtet auch Jeff Campbell bei. Der Stürmer des SC Langenthal wurde gestern als Topskorer der Nationalliga B geehrt. Dank seinen 68 erzielten Punkte (30 Tore/38 Assists) fliessen 6800 Franken in die Nachwuchsabteilung der Langenthaler, ermöglicht durch den Hauptsponsor des Eishockeyverbandes. «Auch wenn die letzten Resultate nicht sehr erfreulich ausfielen. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir ab Sonntag den besten SC Langenthal in dieser Saison sehen werden», glaubt Campbell.

Die Auftaktpartie des SC Langenthals in den Playoffs findet am Sonntag um 17.30 statt.

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