Weiningen
Kindergarten-Bau ist teurer als erwartet: Kosten steigen um eine halbe Million

Der Kindergarten Föhrewäldli soll in die Höhe wachsen. Zur Finanzierung sind Mietwohnungen geplant.

David Egger
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Im Oktober könnten die Bauarbeiten starten: Das Weininger Volk will, dass der Föhrenwäldli-Kindergarten in der Fahrweid grösser, höher und moderner wird. DEG

Im Oktober könnten die Bauarbeiten starten: Das Weininger Volk will, dass der Föhrenwäldli-Kindergarten in der Fahrweid grösser, höher und moderner wird. DEG

David Egger

Die Zeit der provisorischen Container beim Kindergarten in der Fahrweid könnte bald vorbei sein. An der Urnenabstimmung vom 5. Juni stimmt das Weininger Volk darüber ab, ob es 5,3 Millionen Franken ausgeben will, damit der Kindergarten Föhrewäldli erweitert werden kann. Dass es Platz braucht, ist unbestritten. Zu reden geben vielmehr die Finanzen.

Denn als die Stimmbürger im Dezember 2014 einen Kredit über 125 000 Franken sprachen, um die Erweiterung genauer projektieren zu lassen, ging die Gemeinde noch davon aus, dass der Erweiterungsbau bis zu 4,8 Millionen Franken kosten wird. Diese Zahlen basierten auf einer zuvor gemachten Machbarkeitsstudie. Im Nachhinein lässt sich sagen: Die Studie lag daneben, die Kosten sind eine halbe Million Franken höher. Denn der Gemeinderat will vorausschauen und mehr bauen als nur das absolute Minimum.

Konkret soll im Erdgeschoss ein dritter Klassentrakt entstehen. Weil dieser zurzeit fehlt, war das Provisorium auf der Föhrewäldli-Wiese überhaupt nötig. «Wenn die Container weg sind, haben die Kinder endlich wieder eine grössere Spielwiese. Langfristig können wir nicht mit Provisorien arbeiten», sagt Schulpräsident Mario Okle. Das erste Obergeschoss könnte dereinst als vierter Kindergartentrakt genutzt werden, wenn die Kinderzahlen weiter steigen. Zurzeit sieht es danach aus. Laut Okle gehen in der Fahrweid aktuell 56 Kinder in den Kindergarten. Schon mit 67 Kindern wäre ein vierter Trakt nötig. Solange das erste Obergeschoss nicht für den Unterricht genutzt wird, könnte es zwischengenutzt werden – zum Beispiel für einen Mittagstisch oder eine Spielgruppe.

Darüber sollen zwei weitere Geschosse entstehen mit total vier Wohnungen. Die beiden Viereinhalbzimmerwohnungen werden je rund 2500 Franken monatlich in die Gemeindekasse fliessen lassen, die Dreieinhalbzimmerwohnungen rund 2000 Franken.

Wohnung kostet 500 000 Fr.

Doch damit wird sich die Gemeinde vorerst nichts kaufen können: Vielmehr sollen so die hohen Abschreibungskosten des Erweiterungsbaus getragen werden. Diese werden die Gemeinderechnung stark belasten, mit etwas mehr als einer halben Million Franken pro Jahr. Dank der Mieteinnahmen verringert sich dieser Betrag. Der Gemeinderat nimmt ohnehin an, dass die finanzielle Belastung durch den Erweiterungsbau auf jährlich 135 000 Franken sinken wird, da ab 2019 das neue Zürcher Gemeindegesetz zum Tragen kommt. Dieses entbindet die Gemeinden von der Pflicht, Neubauten innert zehn Jahren abzuschreiben.

Auf jeden Fall geringer wären die Baukosten und die Abschreibungen, wenn das neue Gebäude zwei Geschosse weniger und keine Mietwohnungen enthalten würde, argumentierte ein Stimmbürger am Infoabend vom Mittwoch. Der Gemeinderat führt die zusätzlichen Geschosse nicht nur wegen der Finanzierung ins Feld: «Die Gemeinde verfügt nur noch über wenige Flächen. Diese sollten wir möglichst gut nutzen», sagt Gemeindepräsident Hanspeter Haug (SVP). Vier Geschosse sind das absolute Maximum in dieser Bauzone. Die durchschnittlichen Erstellungskosten pro Wohnung betragen rund eine halbe Million Franken.

Auch im Untergrund werden die Bauarbeiter zu tun haben, wenn das Volk Ja sagt zum 5,3-Millionen-Franken-Kredit. Denn mit der Erweiterung verändern sich die statischen Verhältnisse im Gebäude, weshalb der im Keller enthaltene Schutzraum neu erstellt werden muss. Die Schutzräume werden vielleicht nie richtig nötig sein. Doch dank ihnen können sich Private, die in der Fahrweid neue Gebäude erstellen, von der Pflicht zur Erstellung von Schutzräumen befreien lassen und stattdessen eine Abgabe an die Gemeinde zahlen.

Klappt alles, wie es sich der Gemeinderat erhofft, könnten die letzten Kinder im Herbst 2017 die Container verlassen und in den Erweiterungsbau einziehen. Sagt das Volk hingegen Nein, müsste die Gemeinde das derzeitige Provisorium für den längerfristigen Betrieb aufrüsten, da es die Standards dafür nicht erfüllt. Den Auftrag für den Erweiterungsbau möchte die Gemeinde an ein Generalplanungsunternehmen vergeben.

Der zweite Infoabend zur Erweiterung des Kindergartens Föhrewäldli findet heute Abend, um 20 Uhr, im Föhrewäldli-Saal in der Fahrweid statt.

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