Eurokrise
Mehr arbeiten ist in Langenthal die Antwort auf die Währungskrise

Die Währungskrise fordert in Langenthal ihre Opfer. Die Firma Güdel AG will die Arbeitszeiten der Angestellten an den Eurokurs binden. Dies betrifft 380 Güdel-Angestellte in Langenthal. Bereits ab September gelte die neue Regel.

Urs Byland
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Keystone

Laut Firmeninhaber Rudolf Güdel soll die Mehrarbeit an den gemittelten Eurokurs aus dem jeweils vorhergehenden Monat gebunden sei. Das bedeutet: Ist der Kurs tiefer als Fr. 1.05, bedeutet dies drei Stunden Mehrarbeit pro Woche. Bewegt sich der Kurs zwischen Fr. 1.05 und Fr. 1.14, arbeiten die Angestellten zwei Stunden mehr. Bei einem Kurs zwischen Fr. 1.15 und Fr. 1.24 wird eine Stunde mehr gearbeitet. Steigt der Eurokurs über Fr. 1.25, stehen keine weiteren Stunden an. Dies schreibt die «Berner Zeitung».

Ammann denkt nicht an Erhöhung

In anderen regionalen Grossbetrieben ist die Not noch nicht so gross. «Ammann» habe sich als exportorientierte Firma in einem instabilen Geschäftsumfeld zu behaupten. Dabei seien der starke Schweizer Franken und die unsichere Wirtschaftslage im verschuldeten Europa und Amerika Faktoren, die den Geschäftsgang wesentlich beeinflussten, schreibt die Firma in einer Stellungnahme. Zudem drückten überschuldete Staatshaushalte auf das Investitionsvolumen für Infrastrukturprojekte wie den Bereich des Strassenbaus, in welchem «Ammann» seine Anlagen und Maschinen absetzt.

Da die Unternehmungen von «Ammann» global ausgerichtet und international aufgestellt sind, würden sich die erwähnten Faktoren zwar hemmend, aber nicht in voller Härte auswirken. Optionen wie die Erhöhung der Arbeitszeit bei gleichem Lohn, Salärkürzungen oder Personalanpassungen würden laufend geprüft. «In unmittelbarer Zukunft sind am Standort Langenthal aber keine dieser ausserordentlichen Massnahmen vorgesehen», so die Stellungnahme der Firma Ammann.

Glas Trösch sucht Alternativen

Juerg Hostettler, zuständig für die Kommunikation bei Glas Trösch mit Sitz in Bützberg, weiss, dass im Betrieb «im Moment noch nichts unternommen wird». «Aber wir leiden unter der Krise wegen des Exportgeschäfts und wegen des Importdrucks.» Deshalb sei die Geschäftsleitung am Prüfen von diversen Möglichkeiten, wie die Krise, sollte sie das Geschäft länger beeinträchtigen, intern bewältigt werden könne.

Kein Problem stelle die Krise für die Bystronic in Niederönz dar, die in der Schweiz 490 Personen beschäftigt. Martin Engel, Kommunikation Bystronic, sagt: «Massnahmen wie längere Arbeitszeiten oder Vergütung von Löhnen in Euro sind weder vorgesehen noch geplant.» Wegen der Krise habe die Bystronic frühzeitig Massnahmen ergriffen. So wird im Euroraum in Euro eingekauft. Und Schweizer Lieferanten werden in Euro abgerechnet.

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