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Punkt- und torlos – Dietikons Seuche hält im zweiten Spiel an

Nach der 0:7-Pleite zum Saisonstart in Mendrisio muss das Team von Trainer Goran Ivelj auch im ersten Heimspiel gegen die Liechtensteiner von Eschen/Mauren als Verlierer vom Platz. Mehr noch: Beim 0:3 bleiben die Dietiker wieder ohne Torerfolg.

Raphael Biermayr
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FC Dietikon - Eschen/Mauren
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Herlea (22) fälscht den Schuss von Kieber (8) ab und überrascht Torhüter Baumgartner.jpg
Was kann Trainer Ivelj (r) den Dietikern noch auf den Weg geben.jpg
Hier kann Baumgartner gegen Coppola parieren.jpg
Dietikon (in Rot) ist im Angriff durchaus bemüht, aber nicht zwingend.jpg
Und wieder liegt der FC Dietikon im Rückstand.jpg

FC Dietikon - Eschen/Mauren

Raphael Biermayr

Wer in der 86. Minute eines verlorenen Matches noch sprintet, um hinten auszuhelfen, kann kein Charakterlump sein. Hätte Dietikons Raphael Meyer am Samstag diesen Sondereffort nicht mehr auf sich genommen, hätte man sogar Verständnis aufbringen können.

Denn die Partie war besonders für Meyer nur eines: bitter. Der mit viel Tamtam in der Winterpause der vergangenen Saison von Thalwil verpflichtete Offensivspieler versiebte gegen Eschen/Mauren eine Handvoll bester Chancen, was ein grosser Grund war für die Niederlage und für die Tatsache, dass die Limmattaler auch nach 180 Saisonminuten keinen Treffer erzielt haben.

Meyer, der in Abwesenheit von Luca Dimita Captain ist, zeigte sich nach der Partie selbstkritisch: «Ich muss vier Tore machen heute.» Als Grund für die Misere machte er die 0:7-Pleite in der Vorwoche in Mendrisio aus: «Das hat uns schon auf das Selbstvertrauen geschlagen. Aber diese Truppe hat das Potenzial, gut zu werden», schloss er mit einem positiven Ansatz, bevor Trainer Goran Ivelj ihn wie die anderen Akteure zur Besprechung in die Kabine bat.

Iveljs Schockstarre

Das ist selten in Dietikon. Normalerweise finden die Besprechungen im Anschluss an die Begegnungen noch auf dem Platz statt. Der Rückzug in nichtöffentliche Gefilde verdeutlicht den Ernst der Lage.

Dazu passt, dass Ivelj fast eine Minute lang reglos ins Nichts starrte, nachdem die Partie vorüber gewesen war. Er musste sich fühlen wie nach einem vorbeigezogenen Sturm, der einem die eigene Machtlosigkeit aufgezeigt hatte.

Wie schon im Tessin waren die auf Angriff ausgerichteten Limmattaler in der Offensive die aktivere Mannschaft, wurden aber trocken ausgekontert. Eschen/Mauren hat in Marco Colocci einen Stürmer, der den Dietikern fehlt: Er ist voller Überzeugung und eiskalt im Abschluss.

Beim 0:1 lenkte der ehemalige Challenge-League-Stürmer (Vaduz) eine scharfe halbhohe Flanke wundervoll mit der Hacke in die lange Ecke (14.). Beim 0:2 überwand er den neuen Dietiker Torhüter Christian Baumgartner aus spitzem Winkel (28.).

Pech und Pannen

Die Tragik nahm fortan ihren Lauf: Zunächst vergab Luca Senicanin seine zweite Riesenmöglichkeit kläglich. Und in der 38. Minute fiel die Vorentscheidung durch einen von FCD-Verteidiger Herlea abgefälschten Schuss, der Baumgartner auf dem falschen Fuss erwischte.

Als noch vor der Pause mit Davide Di Lionardo ein Dietiker mit gelb-rot vom Platz flog, musste einem angst und bange sein. Wie hoch würde die Klatsche diesmal ausfallen?

Dass es auch am Ende 0:3 hiess, war nach der zweiten Halbzeit jedoch eine Niederlage aus Sicht der Gastgeber. Trainer Ivelj blieb seinem Offensivkurs treu und ersetzte Aufbauer Tasic durch Dimita.

Der Goalgetter ist nach einer Leistenoperation noch weit weg von einem Einsatz über die Volldistanz und konnte verständlicherweise noch keine grossen Akzente setzen. Seine Teamkollegen setzten aber die grosse Zahnlosigkeit vor dem gegnerischen Gehäuse fort.

Es schien ganz so, als ob die Liechtensteiner wissen würden, dass Dietikon in diesem Match nie ein Tor gelingt. Sie taten nämlich gar nichts mehr für das Spiel, wurden dafür aber nicht einmal im Entferntesten taxiert.

Zweiter Platzverweis

Für Dietikon blieb es indes bis ganz zum Schluss bitter: In der Nachspielzeit sah Dejan Miljkovic nach einem Rencontre mit Giuseppe Coppola die rote Karte (wie auch sein Gegner). Das schmerzt die Limmattaler, war doch Miljkovic der Ausgangspunkt zahlreicher Offensivaktionen gewesen.

Null Punkte, null Tore, zehn Gegentore, zwei gesperrte Spieler: Die Bilanz nach zwei Matches ist vernichtend. Allerdings: Nach den vielen Umstellungen im Team waren zu Beginn keine Wunderdinge zu erwarten. «Wir müssen noch zwei-, dreimal seuchen, dann haben wir es überstanden», ist Sportchef Pietro Iellamo sicher.

Die weiteren Resultate und die Tabelle finden Sie hier.

Die Partie im Liveticker zum Nachlesen:

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