Smart Home
Science-Fiction in den eigenen vier Wänden

Ein Smart Home macht mittels futuristischer Technologie das Leben zu Hause leichter. Sind auch Sie bereit für die Zukunft?

Markus Kocher
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Unsere Welt gleicht mehr und mehr einem Science-Fiction-Film. Zwar lassen fliegende Autos immer noch auf sich warten, doch ein Grossteil unserer heutigen Technik hätte vor ein paar Jahrzehnten noch richtig futuristisch gewirkt. Besonders fällt auf, wie die neusten Gadgets immer schlauer oder eben smarter werden. Neben dem Smartphone, also dem schlauen Telefon, das aus kaum einer Hosentasche mehr wegzudenken ist, sollte man auch das schlaue Zuhause, das sogenannte Smart Home, nicht vergessen.

Alexa und Siri gehorchen immer

Was macht ein Smart Home denn schlauer als ein normales Zuhause? Vor allem, dass die vielen Elemente eines Haushalts miteinander verknüpft sind und zentral angesteuert werden können. Herz und Hirn des smarten Heims bilden dabei Sprachassistentinnen wie Alexa oder Siri. Über ein passendes Gerät lassen sie sich ansprechen und warten auf Anweisungen. Sie sind wie neue Mitbewohnerinnen – bloss, dass sie immer gehorchen und direkten Zugriff haben auf all die schlauen Elemente deiner Wohnung.

Der Fantasie sind dabei wenige Grenzen gesetzt. Es ist langsam Schlafenszeit? Alexa dimmt für dich die Lichter im Flur. Morgens ist es kalt? Sag Siri, sie soll, kurz bevor du aufstehst, die Fussbodenheizung im Bad anstellen. Der Esszimmer-Boden ist verkrümelt? Ein «Alexa, saug den Boden» genügt, und der Roboter-Staubsauger macht sich ans Werk. Es klingelt an der Tür und man liegt gerade gemütlich auf dem Sofa? Hat man passende Türschlösser eingebaut, entriegeln sie sich auf Befehl von selbst.

miele

Allerdings: Selbst Fachleuten gelingt der Überblick über das riesige Angebot an Smart-Home-Lösungen kaum. Der Grund liegt an der Vielfalt von Geräteherstellern, die für ihre Produkte eigene – sogenannt proprietäre – Standards anbieten. Ohne Basiswissen gelingt keine zukunftsfähige Auswahl. Für Anwender heisst die erste Lektion: Kommunikationsstandards nicht mit Übertragungsmedien und mit Systemen verwechseln. Denn viele Systeme nutzen die gleichen Standards. Beim Standard KNX sind es mehrere hundert Systeme. Zum Einsatz sollte deshalb möglichst ein offener Standard kommen, der eine breite und von Herstellern unabhängige Abdeckung gewährleistet.

Masterplan bringt Orientierung

Sinnvoll ist in jedem Fall ein «Masterplan», in dem die Standards, Übertragungswege und Systeme den gesteuerten Funktionen zugeordnet sind. Denn ein Haus kann weder mitdenken, wie es in einem Werbeslogan heisst, noch intelligent sein. Das Haus reagiert lediglich auf Befehle. Diese kommen als Signal von einer Zentraleinheit an die smarten Geräte. Und Messstellen respektive Fühler melden Daten an die Zentrale. Dieser Austausch muss klappen. Und deshalb ist der Kommunikationsstandard so zentral. Die Wege der Übertragung sind vom Status des Gebäudes abhängig: Im Neubau sind zumeist neue Kommunikationsleitungen verfügbar, in älteren Häusern dürfte Funk erste Wahl sein, wobei Power Line auch eine interessante Option ist.

Die Technologie ist noch jung und wird ständig verbessert. Beinahe im Wochentakt kommen neue Geräte hinzu, die sich in das Smart Home integrieren lassen. In der Zwischenzeit am besten zurücklehnen, Siri ein bisschen Musik spielen lassen und von der nicht mehr allzu fernen Zukunft träumen.

Der Kühlschrank denkt mit

Durch die Digitalisierung hat die Küche in den vergangenen Jahren eine kleine Revolution erfahren. Neue Funktionen und die Vernetzung von Geräten haben das Kochen nachhaltig verändert.

Stellte man früher den Timer, um den Sonntagsbraten rechtzeitig aus dem Ofen zu nehmen, meldet heute eine Push-Nachricht auf das Smartphone, wenn die gewünschte Kerntemperatur erreicht ist. Über eine App bietet beispielsweise Electrolux Hobbyköchen eine Funktion, mit der sie über einen Wifi-Zugang den Kochvorgang auch ausserhalb der Küche im Auge behalten. Ein kurzes Tippen auf dem Smartphone passt die Temperatur im Ofen an, durch Wischen wird mehr Dampf zugeführt. Beinahe zum Standard gehören heutzutage im Backofen oder Combi-Steamer hinterlegte Rezeptdatenbanken, die bei der Menu-Kreation helfen.

Auch die mit «Home Connect» ausgerüsteten Haushaltsgeräte von Bosch und Siemens lassen sich über eine einzige App überwachen und bedienen – egal, ob man sich gerade im Garten oder beim Einkaufen befindet. Gleichzeitig ist der Kühlschrank zum Einkaufsmanager avanciert. iQ500, der erste vernetzungsfähige Siemens-Kühlschrank, verfügt über zwei Hochleistungskameras, die alle Vorräte im Blick behalten. Per Smartphone schaut man von unterwegs, was im Kühlschrank fehlt. Bei jedem Schliessen machen die Kameras nämlich je ein Foto, das in die Home Connect App geladen wird. V-Zug bietet seit vergangenem Jahr die Zusatzoption «Home» an, mit der sich Backofen oder Geschirrspüler über den integrierten LAN-Anschluss ins hausinterne Netzwerk einbinden lassen. Mit zusätzlichen Komponenten wie Powerline-Adapter oder WLAN-Bridge wird die Verbindung zum Heimnetzwerk ohne zusätzliche Leitung hergestellt.

Innovation ist auch bei Miele angesagt: Die neuen Geschirrspüler-Generation G 6000 EcoFlex unterschreitet nicht nur die Grenzwerte der Energieeffizienzklasse A+++, sondern verbindet sich ohne zusätzliche Module über den heimischen WLAN-Router mit dem Internet. Mithilfe der App Miele@mobile lassen sich auch hier die Geräte kontrollieren und steuern. Das beinhaltet neben Statusanzeige, Programmauswahl und Programmstart auch die Funktion ShopConn@ct: Ist diese aktiviert, wird automatisch eine Nachricht aufs Handy oder Tablet geschickt, sobald Tabs, Klarspüler oder Regeneriersalz zur Neige gehen – mit nur wenigen Klicks ist Nachschub bestellt. Wann genau diese Funktion in der Schweiz erhältlich ist, ist derzeit noch offen.

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