Aesch
Sie schwingt den Kochlöffel für Senioren

Alice Schoch steht mit viel Herzblut in der Küche. Ihre Gäste sind aufgestellte Seniorinnen und Senioren, die sich regelmässig am Mittagstisch treffen.

Margret Stöcklin
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Alice Schoch

Alice Schoch

Margret Stöcklin

Alice Schoch wurde am 21. Juli 1943 geboren und wuchs in Aesch auf. Mit 16 Jahren begann sie eine Lehre als Schuhverkäuferin bei Bally an der Bahnhofstrasse in Zürich, weil sie ihre Liebe zu schönen Schuhen entdeckt hatte. Vor allem für Modelle mit hohen Absätzen, da sie nur 1,58 Zentimeter gross ist. Nach der Ausbildung war sie noch eineinhalb Jahre in ihrem Lehrbetrieb tätig und ging danach nach London, um ihr Englisch aufzupolieren.

«Eigentlich wollte ich noch nach Amerika. Aber der Liebe wegen habe ich diese Idee aufgegeben und stattdessen meinen Hans-Jakob in Urdorf geheiratet und dort Wohnsitz genommen», sagt Schoch.

Nach 13 Jahren Urdorf zog das Ehepaar mit seinen beiden Söhnen nach Aesch. Solange die Knaben noch klein waren, betätigte sich Alice Schoch ausschliesslich als Hausfrau und Mutter.

«Als unsere Söhne gut ohne mich zurechtkamen, nutzte ich die Chance, an verkaufsoffenen Donnerstagabenden, wieder bei Bally einzusteigen, was mir grossen Spass machte», so Schoch.

Die Viergänger kommen an

Von 2000 bis 2013 engagierte sich die umtriebige Frau als Ortsleiterin Pro Senectute, wobei ihr die vielen Kontakte zur älteren Bevölkerung zu Gute kamen.

«Wenn mein Telefon klingelte, wusste ich sofort, dass jetzt wieder jemand zum Coiffeur oder zum Einkaufen muss oder einen Ausflug mit mir unternehmen will.

Bei grösseren Reisewünschen, beispielsweise ins Tessin, bin ich nicht selbst gefahren. Da haben wir den Zug genommen», erinnert sie sich.

Vor 16 Jahren reifte in Alice Schoch die Idee, im Brunnenhofsäli einen Mittagstisch für Senioren abzuhalten.

«Damals war unser zweites Restaurant, das ‹Rössli› gerade geschlossen worden und uns nur noch das Restaurant ‹Landhaus› als Ort für diesen Anlass geblieben», sagt Schoch.

Das Brunnenhofsäli sei ihr äusserst geeignet erschienen. Seither bekocht sie dort, am ersten Donnerstagmittag jeden dritten Monat, zirka 40 aufgestellte Seniorinnen und Senioren.

Die Publikation dieses Anlasses, auch für jene Mittagstische im Restaurant «Landhaus», erfolgt in den Gemeinde-Mitteilungen.

Meist würden gourmetverdächtige Vier-Gang-Menüs auf den Tisch kommen. Im Januar habe es allerdings ein durch und durch bürgerliches Menü gegeben, mit Schinken und Gratin als Hauptgericht, weil zur Begrüssung ein umfangreicher Apéro offeriert worden sei.

«Um alle sattzukriegen, habe ich vorsichtshalber sechs Kilo Fleisch und sechseinhalb Kilo Kartoffeln einkalkuliert», so Schoch.

Die Vorbereitungen wie Einkaufen und Rüsten halten die Aescherin im Vorfeld drei Tage lang auf Trab. Donnerstags ist dann der Endspurt mit Tische saisongerecht dekorieren und Kochen an Ort. Fürs Servieren sind Rita Zberg und Annemarie Steiner zuständig.

Isabell Letsch hilft sporadisch. Die meisten Gäste gehen erst gegen 16 Uhr nach Hause. Im Sommer, bei schönem Wetter, findet der Anlass im Garten von Hans-Jakob und Alice Schoch statt.

«Tische und Stühle sowie Geschirr lagern in den Kellerräumen. Und bisher klappte auch das Kochen in unserer Privatküche.

Ich mache das einfach gerne und mit jeder Menge Herzblut», so die 72-Jährige. Neben dem Mittagstisch organisiert Schoch seit 10 Jahren auch die Tombola des Theatervereins. Die Lose dazu werden an zwei Spielabenden im Januar feilgeboten.

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