Eriswil
Stiftungshaus Eggenschwiler lud zum Künstlergespräch ein

Drei der sechs Künstler, die derzeit in der Franz und Rosemarie Eggenschwiler - Wiggli - Stiftung in Ersiwil ausstellen, trafen sich am Sonntag zu einem Künstlergespräch.

Renate Reist
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Eugen Meier, Fredi Hess und Fritz Steffen am vergangenen Sonntag beim Künstlergespräch in der Franz und Rosemarie Eggenschwiler – Wiggli – Stiftung in Eriswil

Eugen Meier, Fredi Hess und Fritz Steffen am vergangenen Sonntag beim Künstlergespräch in der Franz und Rosemarie Eggenschwiler – Wiggli – Stiftung in Eriswil

Zur Verfügung gestellt

Gespannt lauschten die Zuhörer den interessanten Schilderungen von Fritz Steffen aus Grünenmatt, Eugen Meier aus Feldbrunnen und Fredi Hess aus Hofen bei Ursenbach.

Wir sind keine Künstler, wir sind Handwerker

Keiner der Dreien will sich Künstler nennen. Fritz Steffen bezeichnet sich selber als Handwerker, ein Farbauftragender Maler. Der gelernte Feinmechaniker begann schon bald nach der Ausbildung sich voll und ganz dem Malen zu widmen. „Ich bin ein sehr ernster und kritischer Mensch. In vielen verschiedenen Prozessen versuchte ich die richtige Richtung des Malens für mich zu finden. Ein spezielles Vorbild hatte ich nie. Ich wollte nie Künstler werden, sondern Fritz Steffen."

Eine grosse Herausforderung für ihn ist und war, wenn er einen bestimmten Auftrag bekam. Zum Beispiel als die Gemeinde Hasle in ihrem neuen Sitzungszimmer ein Werk von ihm kaufen wollten. Ehrgeizig wie er ist verkaufte er nicht irgendein Bild. Er fertigte extra für dieses Zimmer ein neues Gemälde an, eines welches sich mit dem Sitzungszimmer identifizierte und in diesen Raum zu diesen Menschen die dort verkehren passte.

«Schubweise» entstehen die Werke von Eugen Meier

Im Gegensatz zu Fritz Steffen, hat der in Feldbrunnen wohnhaft Eugen Meier zu vor noch nie seien Gemälde ausgestellt. Seit 1969 arbeitet er als selbständiger Architekt. Rosemarie Eggenschwiler musste ihn richtig überreden, seien Werke im Stiftungshaus auszustellen. „Meine Bilder entstanden alle in «Schüben». Die, die ich jetzt hier ausstelle, entstanden zwischen 1968 und 1975. Wenn ich das Bedürfnis habe, nehme ich mir einen Tag frei im Büro und widme mich voll und ganz der Kunst."

Auch er möchte sich aber nicht einen Künstler nennen. Er sei mit voller Seele Architekt und male zur Freude und für sich selbst. In der Vergangenheit hatte er nie daran gedacht, sich an einer Ausstellung zu beteiligen. Aber vielleicht ist er jetzt auf den Geschmack gekommen und die Öffentlichkeit kriegt in Zukunft mehr von ihm zu sehen.

„Meine Welt ist das Holz"

Als dritter war der bodenständige Fredi Hess am Künstlergespräch anwesend. Der gelernte Schreiner bildete sich nach der Lehre noch während vier Jahren zum Holzbildhauer in Brienz aus. Seine Selbstständigkeit ermöglicht es ihm sein Hobby zum Beruf zu machen. „Wenn ich am Arbeiten bin, geht es meistens sehr laut und staubig zu und her. Eines meiner sehr oft gebrauchten Werkzeuge ist die Motorsäge. Meine Welt ist das Holz, mit diesem Material bin ich zu tiefst verbunden." Als die Anfrage kam sich an der Ausstellung zu beteiligen, wusste er zuerst nicht, was er präsentieren sollte. Aber mit seien «Spuren vom Schaffen» traf er die richtige Entscheidung sich im Stiftungshaus so zu präsentieren, dass man erkennt, dass das Ausgestellte von Fredi Hess ist.

Auch wenn die verschiedenen Werke der drei Künstler in der Ausstellung grösstenteils nichts miteinander zu tun haben sind sich die drei Menschen näher als man glaubt. Während dem Gespräch wurde das den Anwesenden immer klarer und bewusster. Sie äusserten sich oft auch identisch zu den ihnen gestellten Fragen. An diesem Sonntag lernten die Stiftungsbesucher drei interessante Menschen näher Kennen mit einer Begabung jeder auf seine Weise Kunstwerke herzustellen, ohne dass sie sich Künstler nennen möchten.

Infos: Herbstausstellung noch bis am Sonntag, 6. November 2011. Öffnungszeiten jeweils Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr oder auf Voranmeldung, Tel: 062 966 19 02.
Weitere Veranstaltungen: Lesung: Sonntag, 23. Oktober, 15 Uhr, mit Ernst Burren; Musik Ruedi Stuber, -«Verre d`amitié / Finissage:Sonntag 6. November 2011 13 Uhr Musik, Film «Mongolei» von Seraphin Müller - Stiftungshaus Eggenschwiler, Ahornstrasse 19, 4952 Eriswil, www.franz-rosemarie-eggenschwiler-stiftung.com

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