Langenthal
Tennisclub zieht weg – das gefällt nicht allen

Der Tennisclub Langenthal hätte seine Anlage mit Tennishalle am liebsten auf Gelände beim Stadion Hard in hingebaut. Das Bauprojekt scheiterte, der Club will nun in Lotzwil bauen. Der Gemeinderat gibt nun Antworten auf die Interpellation.

Urs Byland
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Am liebsten hätte der Tennisclub auf dem Gelände beim Stadion Hard seine Anlage mit Tennishalle hingebaut. tobias granwehr

Am liebsten hätte der Tennisclub auf dem Gelände beim Stadion Hard seine Anlage mit Tennishalle hingebaut. tobias granwehr

Solothurner Zeitung

«Tiebreak ohne Matchwinner» nennt Stadtrat Urs Zurlinden (FDP) seine Interpellation im Nachgang zur Tennisclub-Geschichte (siehe Kasten). Mit seinem Vorstoss versucht der Interpellant, die Rolle der Stadt beim unrühmlichen Abgang des Tennisclubs (siehe Kasten) zu hinterfragen. Der Gemeinderat kehrt diese Absicht und schreibt in der Antwort auf die Interpellation: «Die nachfolgenden Ausführungen werden dokumentieren, dass der Gemeinderat in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht alles daran setzte, dass der Tennisclub seine Sportanlage in Langenthal bauen kann.»

Von Langenthal nach Lotzwil

Nachdem der Tennisclub Langenthal (TCL) sein Gelände im Dreilinden an eine Zürcher Anlagestiftung verkaufte, suchten die Verantwortlichen ein neues. Die Stadt offerierte das Gebiet der ehemaligen Abfallgrube im Hard, auf dem sich auch ein Biotop befindet. Anwohner wehrten sich gegen das Ansinnen, dort eine Sporthalle und Tennisplätze zu bauen. Die Verzögerungen, aber auch finanzielle Überlegungen sowie die laut TCL-Präsident feindlich gesinnte Anwohnerschaft waren für den TCL Anlass dafür, ein neues Areal zu suchen. Voraussichtlich baut der Verein nun in Lotzwil. Der Wegzug aus Langenthal veranlasste Stadtrat Urs Zurlinden (FDP) zur Interpellation. (uby)

In seiner Interpellationsantwort bedauert der Gemeinderat grundsätzlich den wahrscheinlichen Wegzug (noch fehlt die Zustimmung der Lotzwiler Bevölkerung). «Gleichzeitig ist der Entscheid des TCL aber auch zu respektieren, denn der Verein handelt in eigener rechtlicher und wirtschaftlicher Verantwortung und bleibt in unmittelbarer Nähe von Langenthal.» Da die Neuorientierung des Tennisclubs in eigener Verantwortung während des Baugesuchverfahrens erfolgte, kann der Gemeinderat dies mit Fug und Recht sagen.

Kein besserer Standort?

Ob die Stadt alle Möglichkeiten ausschöpfte, wie sie in der Interpellation behauptet, ist aber Ansichtssache. So zielt beispielsweise eine Frage auf den Standort ab. Der Interpellant schreibt vom «ursprünglich vereinbarten Standort» beim Leichtathletikstadion Hard und fragt, weshalb diese Variante scheiterte. Der Gemeinderat antwortet: Dieser Standort sei nicht von der Stadt vorgeschlagen worden, sondern vom TCL.

Dennoch sei dieser Standort verwaltungsintern abgeklärt und als ungeeignet für den Bau einer Tennisanlage befunden worden. Als Gründe für diesen Befund werden aber relativ intransparent Erschliessung, Parkierung und Freihaltung ZöN (Zone für öffentliche Nutzung) angegeben. «Deshalb schlug der Gemeinderat dem TCL von Anfang an die Landparzelle an der Weststrasse (ZöN) für den Neubau der Tennisanlage vor.»

Missverständnis nicht ausgeräumt

Dort an der Weststrasse war ein strittiger Punkt die öffentliche Nutzung der geplanten Anlage. Das kantonale Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) sah die Zonenkonformität nicht gegeben. Dabei hatte die Stadt mit dem TCL eine Vereinbarung ausgearbeitet, wonach die neue Tennisanlage von der Öffentlichkeit zu besonderen Bedingungen und Tarifen mitgenutzt werden kann. Der Gemeinderat nimmt an, dass «das AGR nicht über alle rechtlich relevanten Unterlagen verfügte» und bedauert, dass es nicht gelungen sei, dieses «Missverständnis» frühzeitig auszuräumen.

Weiter rügt das AGR in der gleichen Stellungnahme, dass das Baureglement der Stadt für ZöN keine Tennisanlage vorsehe. Zurlinden will wissen, ob deshalb das Baureglement geändert werden soll. Der Gemeinderat antwortet, es sei in erster Linie Sache der Gemeinde zu bestimmen, wie sie eine kommunale Vorschrift verstanden haben will. Er sei überzeugt, dass das Baureglement den Neubau einer Sporthalle zulasse. Eine kurzfristige Revision der Anhänge des Baureglements sei nicht angezeigt. Kommentar rechts

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