Madiswil
Verzögerung ist «Sturm im Wasserglas»

Amt für Gemeinden und Raumordnung genehmigt Radweg Lindenholz –Kleindietwil

jürg rettenmund
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Beim Bahnübergang in Lindenholz ist der Radweg nach Kleindietwil (im Hintergrund) gegenwärtig zu Ende. jr

Beim Bahnübergang in Lindenholz ist der Radweg nach Kleindietwil (im Hintergrund) gegenwärtig zu Ende. jr

Solothurner Zeitung

An der Gemeindeversammlung in Kleindietwil hätten einige Anwesende am liebsten gleich damit begonnen, Unterschriften für eine Petition zu sammeln. Auslöser war eine Information von Gemeindepräsident Beat Fuhrer: Der Radweg zwischen Lindenholz und Kleindietwil verzögere sich erneut um ein Jahr. Statt im kommenden Jahr werde wohl erst 2012 gebaut. Dabei ist das Projekt bereits seit Jahren ein Anliegen vieler, wie der Madiswiler Gemeindeschreiber Andreas Hasler bestätigt: Erstmals ein Thema wurde die Fortsetzung Richtung Kleindietwil, als Ende der 1980er-Jahre zwischen Madiswil und Lindenholz ein Flur- und Radweg gebaut werden konnte.

Denn dieser endet seither in der Mitte der sinnvollen Strecke: Bei der Haltestelle Lindenholz müssen die Radfahrer wieder auf die Hauptstrasse wechseln. Das gilt besonders auch für Schüler, die das Oberstufenzentrum in Kleindietwil besuchen. 2001 unternahm dann die SVP Madiswil einen Vorstoss, um die Fortsetzung wieder auf die Prioritätenliste zu setzen. «Damals wurden wir uns mit den Landeigentümern nicht einig», erinnert sich Hasler.

Ab 2007 zusätzlicher Schwung

2006 unternahmen die Gemeinderäte von Kleindietwil und Madiswil einen erneuten Anlauf, der zusätzlichen Schwung erhielt, als sich ab 2007 die Schullandschaft im mittleren Langetental zu bewegen begann. Seit vergangenem Sommer besuchen die Mittelstufenschüler von Kleindietwil den Unterricht in Madiswil, und ab nächstem Sommer gehen umgekehrt die Realschüler von Madiswil ins Oberstufenzentrum nach Kleindietwil.

Bei den beiden Gemeinden war man deshalb froh, dass sich für den Radweg endlich eine Lösung abzeichnet, wie Hasler erklärt: Man konnte sich mit den Landeigentümern und auch mit der BLS einigen. Das Bahnunternehmen führt das Projekt aus, da es damit zwei unbewachte Bahnübergänge schliessen und durch eine rückwärtige Erschliessung ersetzen kann. Nach dem Bau geht der Weg an die Gemeinde Madiswil über, die sich auch an den Kosten beteiligt.

BLS baut, Gemeinde übernimmt

Noch bis zum 20. Dezember liegt das Projekt in der Gemeindeverwaltung auf, bisher sind gemäss Regierungsstatthalter Martin Sommer keine Einsprachen eingegangen. Noch ausstehend ist allerdings die Stellungnahme des Amtes für Gemeinden und Raumordnung (AGR), das für sämtliche Bauvorhaben in der Landwirtschaftszone begrüsst werden muss.

Dort lokalisierte Beat Fuhrer die neuen Auflagen: Das AGR verlange jetzt ein Plangenehmigungsverfahren statt des eingeschlagenen Baubewilligungsverfahrens, was zu einer weiteren Verzögerung von rund einem Jahr führe.

Beim AGR ging der Entscheid in diesen Tagen in der Tat weg, wie der stellvertretende Abteilungsleiter Bau, Rolf Mühlemann, dem az Langenthaler Tagblatt gestern erklärte. Doch er kann entwarnen: Er lautet positiv. Es stimme zwar, dass im Amt gesagt worden sei, das Projekt wäre besser in einem Plangenehmigungsverfahren aufgelegt worden. Das sei jedoch kein Grund, es abzulehnen. Die Nachricht von der erneuten Verzögerung beruhe wohl auf einem Missverständnis, vermutet Rolf Mühlemann: «Die Unruhe, die sie ausgelöst habe, ist bloss ein Sturm im Wasserglas.»

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