Festival Ämmenair
Wenn Lärm etwas Gutes bewirkt

Das diesjährige Festival Ämmenair überrascht mit poetischen Jugendlichen und purem Rock. Zwei Tage lang zeigten Bands aus der Region, was sie draufhaben.

Mirjam Arnold
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Gespielter Lärm bewirkt tatsächlich etwas Gutes

Gespielter Lärm bewirkt tatsächlich etwas Gutes

Solothurner Zeitung

Bereits zum dritten Mal fand das Festival Ämmenair in Bätterkinden statt, und das mit vielen Änderungen: «Die Acts sind professioneller geworden, aber auch die Organisation lernte viel aus den vorherigen Anlässen», sagte Clemens Haupt, Pressesprecher des Festivals. Während zweier Tage nahmen Bands aus der Region die Bühne in Beschlag – und zeigten, was sie drauf haben.

Darunter war «Tyrehead» aus Solothurn. Mit purem Rock und Gitarrenriffs, die doch stark an Jimi Hendrix erinnerten, heizten sie dem Publikum während über einer Stunde ein. Obwohl gerade im Bühnenbereich viel Platz für weiteres Publikum gewesen wäre, brachten sie die Stimmung auf dem Saalbau-Areal regelrecht zum Kochen. Übertragen wurde das «Ämmenair» live von Radiologisch, dem solothurnischen Jugendradiosender. Einziger Wehmutstropfen war vielleicht die Kälte, doch auf dem ganzen Platz waren Finnenkerzen aufgestellt, die dementsprechend beliebt zum Händewärmen waren.

Im diesjährigen Programm tauchte dieses Mal etwas auf, das selten an einem Jugendfestival über die Bühne ging: nämlich der so genannte Poetry Slam. Vier Jugendliche präsentierten dem Publikum ihre selbst verfassten Gedichte und Prosa. «Das ist eigentlich nicht so meine Welt», sagte Thomas Müller aus Schalunen. Der 18-Jährige war mit ein paar Freunden am Festival. «Ich versuchte mich aber in die Vortragenden hineinzuversetzen, dann war es doch noch lustig», so Müller. Wie kommt es also, dass auf dieser Bühne auf einmal Poesie zugegen ist?

«Die Jugendkultur ist sehr vielschichtig und komplex», erklärte Jugendarbeiter Urs Widmer. Gerade solche Festivals seien die ideale Plattform, um den diversen Facetten der Jugend optimal nachzukommen. Daher seien die Jugendarbeiter vor dem Festival zu den benachbarten Haushalten gegangen, um ihnen zu erläutern, dass gerade dieser «Lärm» etwas Gutes bewirke. Das nächste Ziel wird es sein, die Organisation des Festivals ganz an die Jugendlichen zu übergeben. «Es ist jedoch wichtig, dass die Jugendarbeit die Jugendlichen unterstützt. Gerade weil es unter den Jugendlichen innerhalb kurzer Zeit sehr rasche Entwicklungen gibt, denen man nachkommen muss», so Widmer. Für Clemens Haupt ist das «Ämmenair» mehr als ein Ausdruck der Jugendkultur: «Ansässige und Jugendliche aus der Region haben endlich ein etabliertes Festival in ihrer Region. So müssen sie nicht in die Städte gehen, sondern können praktisch vor der eigenen Haustür ein tolles Festival besuchen.» Begeistert zeigte sich das Publikum, unter ihnen auch Thomas Müller: «Ich freue mich schon auf nächstes Jahr», sagte er und grinste.

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